Zug entgleist nach Erdrutsch

Sankt Goar (RP) – Der Sonntag war in weiten Teilen Deutschlands durch Unwetter geprägt. Am  Nachmittag kam es zu einem Zugunfall zwischen Sankt Goar und Werlau (Rhein-Hunsrück-Kreis). Heftige Niederschläge hatten einen Erdrutsch verursacht, der die Bahnstrecke blockierte. Der Zug entgleiste, der Lokführer erlitt schwere Verletzungen. Rettungskräfte mussten zirka  800 Personen aus dem Intercity befreien.

Zug nach Erdrutsch entgleist. Foto: Sascha Ditscher
Nach einem Erdrutsch entgleiste ein Intercity. Etwa 800 Personen saßen in dem Zug. Foto: Sascha Ditscher

Die massiven Regenschauer hatten Geröll auf die Schienen gespült. Ein Intercity der Deutschen Bahn raste in die Lawine. Die Lok sowie vier Waggons sprangen aus den Schienen. Knapp 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk (THW), Rettungsdienst und Polizei rückten an, um den rund 800 Fahrgästen aus dem Zug zu helfen.

Der schwer verletzte Lokführer wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Vier Zugbegleiter sowie zehn Reisende erlitten leichte Verletzungen. Die Versorgung der Fahrgäste fand in einer nahegelegenen Veranstaltungshalle statt, bis sie mit Bussen und Taxen ihre Reise fortsetzen konnten.

Jahrmarkt verwüstet, Autobahn überschwemmt

Auch im Saarländischen Heusweiler (Regionalverband Saarbrücken) ging eine Schlammlawine ab. Mehrere Pkw wurden mitgerissen, Häuser und Gärten beschädigt. Sturmböen verwüsteten einen Herbstmarkt in dem Ort. Ein Hubschrauber für Rundflüge wurde beschädigt.

Das Unwetter sorgte außerdem für eine Vollsperrung der beiden Tunnel auf der Autobahn 44 bei Hessisch Lichtenau (Wera-Meißner-Kreis). Ein Gewitter hatte die Schrankensteuerung beschädigt. Zum Teil konnten Feuerwehren in Hessen eine eineinhalb Meter hohe Schicht aus verdichteten Hagelkörnern messen. Außerdem galt es, zwei ausgebrochene Rinderherden wieder einzufangen.

Auch die neuen Bundesländer blieben nicht verschont. Auf der Autobahn 14 bei Plötzkau (ST, Salzlandkreis) ergoss sich eine Schöammlawine über beide Fahrbahnen. Das Wasser stand bis zu zwei Meter hoch. Die Pkw-Fahrer kletterten auf die Dächer ihrer Fahrzeuge, Einsatzkräfte retteten sie mit Schlauchbooten.

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