Zu wenig Löschmittel – Feuerwehr machtlos

Salem (SH) – Eine Feuerwehr ohne ausreichend Löschwasser: Mehrere Faktoren führten am frühen Donnerstagmorgen dazu, dass ein großer Pferdetransportanhänger bei Salem komplett abbrannte. Feuerwehreinsatzleiter Arno Warschun sagt: Schuld hat die Leitstelle. Der Leitstellenleiter in Bad Oldesloe sieht das anders.

Nachdem ein Reifenplatzer einen Pferdetransportanhänger in Brand gesetzt hatte, ging gegen 8.46 Uhr der Notruf in der Regionalen Rettungsleitstelle Süd in Bad Oldesloe ein. Der diensthabende Disponent alarmierte nach Alarm- und Ausrückeordnung die freiwilligen Feuerwehren Seedorf und Groß Zecher. Erst später sollte sich herausstellen: Nicht ein Pkw-Pferdeanhänger stand in Flammen, sondern ein ungleich größerer Lkw-Anhänger. Und auch die zunächst genannte Ortsangabe war falsch.

Der 22-jährige Lkw-Fahrer, eigentlich auf dem Weg zu einem Turnier, reagierte besonnen. Er und die zwei weiteren Insassen holten sofort beide Pferde aus dem brennenden Anhänger, retteten zusätzlich noch Gegenstände aus der Sattelkammer und trennten anschließend den Anhänger von dem 250.000 Euro teuren Zugfahrzeug. “Nur durch das richtige Handeln sind die vier Pferde jetzt noch am Leben”, sagte ein Polizist vor Ort.

Die Freiwillige Feuerwehr Seedorf traf als erstes mit ihrem Löschgruppenfahrzeug am Einsatzort ein.  “Weil das Seedorfer Feuerwehrfahrzeug  aber über kein großen Wassertank sondern nur über einen 100 Liter Light-Water-Tank verfügt, waren die Retter zunächst machtlos gegen das riesigen Flammen”, sagte Einsatzleiter Arno Warschun. “Die zusätzlich alarmierte Feuerwehr aus Groß Zecher verfügt ebenfalls über keinen Wassertank und konnte so nur personell unterstützen”, so Arno Warschun weiter. Die 100 Liter Light-Water sowie zwei eingesetzte Feuerlöscher konnten die Flammen nicht löschen. Auf Anordnung der Feuerwehr Seedorf wurde dann die Feuerwehr Sterley mit einem Tanklöschfahrzeug (2.500 Liter Wasser) und einem Tragkraftspritzenfahrzeug (600 Liter) Wasser  alarmiert. Gegen 9.14 Uhr trafen die Helfer ein und löschten die Überreste des brennenden Anhängers.

“Der Anrufer teilte uns weder einen genauen Standort mit, noch hatten wir Kenntnis darüber das es sich um einen Lkw-Pferdetransportanhänger gehandelt hat”, berichtet der Leiter der Leitstelle Markus Hilchenbach auf Anfrage. “Der Disponent handelte nach der vorliegenden Alarm und Ausrückordnung und das vollkommen richtig”, so Hilchenbach weiter. In seinen Augen müssten die zuständigen Wehren ihre Alarm- und Ausrückordnung noch einmal überarbeiten. Die Polizei schätzt den entstanden Sachschaden auf zirka 30.000 Euro. (Text und Foto: Christian Nimtz)

Machtlos beobachten Feuerwehrleute die brennenden Überreste eines Pferdeanhängers bei Salem. Die Einsatzkräfte verfügen nicht über ausreichend Löschmittel, um den Brand zu löschen. Foto: Nimtz
Machtlos beobachten Feuerwehrleute die brennenden Überreste eines Pferdeanhängers bei Salem. Die Einsatzkräfte verfügen nicht über ausreichend Löschmittel, um den Brand zu löschen. Foto: Nimtz
4 Kommentare zu “Zu wenig Löschmittel – Feuerwehr machtlos”
  1. schnubbiit

    Da hat wohl die Führung vorher gepennt.

  2. schnubbiit

    Selbst bei einem kleinen Anhänger langen doch wohl nicht 100 Liter.Das muss der Gruppenführer direkt bei der Ausrückemeldung doch schon erkennen, das hier nicht die richtigen Rettungsmittel alarmiert wurden.

  3. Fireliner

    Mag sein, dass ein falscher Ort übermittelt oder evtl. auch mal was falsch verstanden wurde. Aber davon unbenommen: Es ist ein Fehler, wenn zu einem Fahrzeugbrand keine wasserführenden Fahrzeuge alarmiert werden. Ein LF mit einem 100-l-Lightwatertank ist nicht wasserführend. Was ist das überhaupt für ein Fahrzeug? Die Kameraden sollten tatsächlich die AAO überarbeiten, da hat die LST recht (die Disponenten dürfen aber doch auch mitdenken und bei einem Überland-Fahrzeugbrand ggf. in eigenem Ermessen ein TLF dazualarmieren, wenn die Wehr noch nicht eingetroffen ist?). Mindestens das TLF sollte für Pkw-Brände dazu, bei Lkw-Bränden sollte wenigstens ein zweites TLF, besser – wenn verfügbar – ein 20/40 oder 24/50 dazu.

  4. Hallo,

    wenn das so stimmt ist es im mir ein Rätsel wie man 2010 eine AAO haben kann, die zur Feuermeldung auf einer Straße nicht ein relevant wasserführendes Fahrzeug (ab 1000 l) alarmiert bzw. zur Alarmierung vorsieht!

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