Ziegler: 150 Mitarbeiter werden entlassen

Giengen/Brenz (BW) – Rund 150 Mitarbeiter der insolventen “Albert Ziegler GmbH & Co. KG” verlieren ihren Arbeitsplatz. Das gab Ziegler-Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler am Wochenende bekannt. Er appellierte an die Städte und Gemeinden als Hauptkunden des Unternehmens, bei neuen Ausschreibungen Ziegler als Bieter nicht auszuschließen. 

Die wirtschaftliche Analyse des Verwalters hätte ergeben, dass sich Ziegler bereits seit längerem in einer schleichenden Umsatz- und Ertragskrise befand. Nach einem Verlust von rund 16,5 Millionen im Jahre 2010 zeichnet sich für 2011 ein Defizit in etwa gleicher Höhe ab. Es sei unter anderem durch die dreimonatige Einsparung von Löhnen und Gehältern dank der Zahlung von Insolvenzgeld gelungen, den Geschäftsbetrieb in geordneten Bahnen fortzuführen. “Insbesondere das Auslands- und das Kundengeschäft außerhalb des kommunalen Bereichs haben sich stabilisiert”, betonte der Insolvenzverwalter.

Einzelne Kommunen wollen keine Ziegler-Fahrzeuge

Allerdings würden einzelne Kommunen versuchen, Ziegler bei neuen Ausschreibungen zurückzuweisen. Begründet wird dies zumeist – unter Hinweis auf das Kartellverfahren und das laufende Insolvenzverfahren – mit der angeblich fehlenden Eignung und Zuverlässigkeit von Ziegler. Kübler verweist darauf, dass das Kartellverfahren beendet ist und die Kartellbuße im Rahmen des Insolvenzverfahrens als Forderung berücksichtigt wird. Außerdem habe Ziegler die belasteten Personen entlassen, ein Compliance-System eingeführt und einen Verjährungsverzicht bezüglich möglicher Schadensersatzansprüche ausgesprochen.

Der Forderung der kommunalen Spitzenverbände, Ziegler solle sich zur “Wiedergutmachung” einem Schiedsgutachten mit dem Ziel der konkreten Feststellung von Schadensersatzansprüchen der Kommunen unterwerfen, könnte jedoch nach Einleitung des Insolvenzverfahrens aus insolvenz- und vergaberechtlichen Gründen nicht gefolgt werden. Dies würde auch in Rechtsgutachten bestätigt, die Kübler eingeholt hat. “Ich appelliere an die Kommunen, entsprechend den vorliegenden Gutachten die Eignung und Zuverlässigkeit von Ziegler anzuerkennen und das Unternehmen bei Ausschreibungen zu berücksichtigen. Es liegt zudem im ureigenen Interesse der Städte und Gemeinden, Ziegler als Wettbewerber zu erhalten”, sagte Kübler.

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Zur Überwindung  Krise hat Kübler nach eigenen Angaben ein umfangreiches Sanierungs- und Restrukturierungskonzept erarbeitet, um die Zukunft des Unternehmens nach Auslaufen des Insolvenzgeldes weiter zu sichern. Allerdings seien dabei auch erhebliche personelle Einschnitte nicht zu vermeiden. “Seit Jahren wurde versäumt, bestehende Schwächen in der internen Organisation des Unternehmens zu beseitigen”, stellte Kübler fest. “Diese Unzulänglichkeiten haben letztendlich einen Großteil der Verluste der vergangenen Jahre verursacht. Die Kartellbuße brachte das Fass dann zum Überlaufen.”

Firmenlogo an der Ziegler-Zentrale in Giengen. Foto: Hegemann
2 Kommentare zu “Ziegler: 150 Mitarbeiter werden entlassen”
  1. So verständlich das aus der Sicht des Insolvenzverwalters ist, solange nicht sicher ist, welche Zukunft das Unternehmen hat, kann ich jeden verstehen der Ziegler von Ausschreibungen ausschliesst. Das kann nach dem Prüftermin im Januar anders aussehen…

  2. Nein, das ist absolut nicht nachvollziehbar. Ziegler ist kein bankrottes Unternehmen, der Geschäftsbetrieb läuft normal weiter. Hier geht es nicht um die angebliche Liefer-Unsicherheit, die nicht besteht, sondern wohl eher wollen die Kämmerer der Kommunen möglichst viel Profit aus der Sache schlagen. Und das auch noch in Baden-Württemberg, sehr unwürdig, das ganze…

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