Wildunfälle: ADAC fordert bessere Aufklärung

München – Rund eine Viertel Million Zusammenstöße, 3.000 verletzte und 27 getötete Verkehrsteilnehmer sowie Hunderttausende überfahrene Tiere – das ist die Bilanz der Wildunfälle in Deutschland im Jahr 2009. Um das Unfallpotenzial für Mensch und Tier zu reduzieren, fordern der ADAC, der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) neben einer stärkeren Aufklärungsarbeit eine bundesweit einheitliche Erfassung und Auswertung von Wildunfällen.

Ziel sei es, mehr über die zahlenmäßige, räumliche und zeitliche Verteilung von Wildunfällen in Erfahrung zu bringen und Unfallschwerpunkte lokalisieren zu können, teilte der ADAC mit. Anhand der Daten könnten die Verwaltungen gemeinsam mit Experten der Jagd, der Polizei und der Landwirtschaft Verkehrsschauen an Wildunfallstellen durchführen und Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ergreifen.

Auf eine stärkere Rücksichtnahme der Autofahrer setzt der DJV. “Alle zweieinhalb Minuten kommt ein Reh unter die Räder, für seltene Arten wie die Wildkatze sind Wildunfälle sogar Todesursache Nummer eins”, sagt DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. “Tiere kennen keine Verkehrsregeln, deshalb ist die Aufklärung der Verkehrsteilnehmer wichtiger denn je, aus Gründen des Artenschutzes und der Verkehrssicherheit”, so Bethe.

Neben technischen Maßnahmen wie der Einrichtung von Wildbrücken oder elektronischen Warnanlagen setzt der DVR bei der Wildunfallbekämpfung einen Schwerpunkt auf die Verkehrsaufklärung. “Runter vom Gas lautet die wichtigste Regel, um Wildunfällen vorzubeugen”, erklärt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. “Die Autofahrer sind gefordert, ihre Fahrweise an die jeweilige Verkehrssituation anzupassen. Dies gilt in besonderem Maße für Landstraßen, wo sich etwa 60 Prozent aller tödlichen Unfälle ereignen.”

Crash-Test des ADAC: Ein Golf kollidiert mit einer "Wildschweinrotte". Foto: ADAC
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Crash-Test des ADAC: Ein Golf kollidiert mit einer "Wildschweinrotte". Foto: ADAC
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