Wechselnde Pegel-Prognosen nerven Feuerwehr

Lauenburg (SH) – Chaos im Hochwassergebiet in Lauenburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) an der Elbe: Das Hochwasserlagezentrum der Elbanrainer in Magdeburg, das täglich aktuelle Prognosen für die Wasserstandsentwicklung liefert, macht es dem Katastrophenschutzstab schwer. Für Donnerstag wurde am Montagabend plötzlich ein Wasser der Elbe von 9,30 Metern angekündigt. Bis dato sollte das Wasser 1,15 Meter hoch steigen. Allerdings hatte die Flut den für Donnerstag angesagten Wert bereits am Nachmittag geknackt, am Dienstagvormittag stand das Wasser schon 9,60 Meter hoch. Und es steigt weiter.

“Das ist langsam unerträglich. Erst ging es von 10,60 Meter bis auf 9,20 Meter zurück, dann wieder auf 10,15 Meter hoch und nun, als wir schon mehr als 9,40 Meter hatten, sollten es Donnerstag maximal 9,30 Meter werden”, erklärte ein Feuerwehrmann frustriert. Mittlerweile setzt die Einsatzleitung einen schwimmenden Pegelmesser des THW ein. Er liefert zwar nur Ist-Werte ist aber besser als eine Vorhersage, die nicht passt, heißt es.

“Wir mussten in der Nacht zum Dienstag um 3 Uhr den zweiten Versuch, mit Pumpen etwas in der Altstadt retten zu können, aufgeben”, sagte Lauenburgs Feuerwehrchef Lars Heuer am Dienstag gegenüber feuerwehrmagazin.de. Das Gelände hat stellenweise ein Niveau von nur neun Metern. In der Elbstraße steht das Wasser mittlerweile rund 70 Zentimeter hoch. Der Pegel der Elbe ist normalerweise rund viereinhalb Metern hoch. Die 9,60 Meter sind schon der zweithöchste Wert in der Geschichte, und das Ende der Flutwelle ist noch nicht absehbar. 450 Menschen wurden vorsorglich evakuiert.

Entlang der Hafenstraße sind unterdessen mehrere Hochleistungspumpen von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk im Einsatz, um die voll mit zurückgestautem Hochwasser stehende Regenwasserkanalisation abzupumpen. Das klappt bisher, die Hafenstraße ist trocken, obwohl das Wasser schon über Niveau liegt. Ein Sandsackwall hindert das Wasser, direkt auf die Fahrbahn zu laufen. In der überfluteten Elbstraße waren Feuerwehrmänner am Dienstagvormittag damit beschäftigt, auftretende Löcher in der Fahrbahn mit Sandsäcken zu verfüllen. “Wir wissen nicht, wieso diese Löcher entstanden sind, das müssen wir uns ansehen, wenn das Wasser wieder zurück geht”, sagte ein Feuerwehrsprecher. Im Yachthafen wurde ein 40.000 Liter fassender Dieseltank mit Stahlseilen an einer Straßenbrücke gesichert, damit er durch die Flut nicht aufgetrieben wird.

Ehe sich die Lage wieder entspannen könnte, wird es wohl noch bis kommende Woche dauern. (Text: Timo Jann)

Die Elbstraße in Lauenburg steht jetzt bereits in weiten Teilen unter Wasser. Feuerwehrleute arbeiten daran, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Foto: Timo Jann
Die Elbstraße in Lauenburg steht jetzt bereits in weiten Teilen unter Wasser. Feuerwehrleute arbeiten daran, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Foto: Timo Jann
Ein Kommentar zu “Wechselnde Pegel-Prognosen nerven Feuerwehr”
  1. Heinrich Brinkmann

    Naja, die ersten Prognosen waren von Nds. Seite 4000 m3/sek Wasser als Durchflussmenge. SA hat gesagt 5200m3/sek kommen. Da wurden die Prognosen noch oben korrigiert. Das war vor dem Dammbruch hinter Magdeburg. So bitter das auch für die Anwohner dort ist, er nimmt uns im Norden 1000m3/sek, also fast 20% des Wassers ab. Deshalb wird es hier nicht mehr so hoch steigen.

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