Waldbrandgefahr wird immer problematischer

Offenbach/Potsdam – Die Waldbrandgefahr in Deutschland spitzt sich immer weiter zu. Zwar haben Schauer und Gewitter regional begrenzt für eine vorübergehende Entspannung der Situation gesorgt, aber schon zum Wochenende herrscht im größten Teil des Landes eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. Im Osten und Norden ist die Situation schon jetzt dramatisch.

Die in diesen Tagen gemeldeten Waldbrände erfassen zugleich immer größerere Flächen. Nachdem am Montag ein Brandstifter mehrere Feuer im Sachsenwald, dem größten Waldgebiet in Schleswig-Holstein gelegt hatte, verbrannten mehrere Hektar Fläche. Am Dienstagabend gingen bei Haltern (Kreis Recklinghausen) in der Nähe der A 43 rund 10.000 Quadratmeter Bodenfläche in Flammen auf. Das Feuer brach mitten im Wald, fernab von Wegen aus, so dass sich die Ortung und Wasserversorgung äußerst schwierig gestaltete. Der Einsatz dauerte bis in die Nacht.

Waldbrand am Montag bei Haltern (NW): rund 10.000 Quadratmeter Fläche verbrannt. Foto: Andre Braune
Copyright by Andre Braune; Quellenangabe: "Andre Braune"
Waldbrand am Montag bei Haltern (NW): rund 10.000 Quadratmeter Fläche verbrannt. Foto: Andre Braune

Der Deutsche Wetterdienst macht wenig Hoffnung auf eine Entspannung der Lage – im Gegenteil. Mit steigenden Temperaturen und langer Sonneneinstrahlung wächst die Brandgefahr von Tag zu Tag. Kurze Niederschläge verdunsten binnen Stunden, Gräser am Wegesrand sind völlig ausgetrocknet und bieten jeder noch so kleinen Zündquelle reichlich Nahrung. Auch sonst überschaubare Brände wie ein Mülleimerbrand im Park oder ein Pkw-Brand neben einer Straßenböschung können so schnell eine gefährliche Dynamik entwickeln.

Screenshot von www.dwd.de: Zum Wochende zeigt die Waldbrandkarte die höchsten Warnstufen.Insbesondere in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und großen Teilen Niedersachsens, in denen seit Wochen kein nennenswerter Niederschlag gefallen ist, verharrt die Waldbrandgefahrenstufe seit Tagen auf der höchsten Warnstufe 5. In Ost-Niedersachsen werden die Wälder täglich auch mit Hilfe von zwei Beobachtungsflugzeugen des Landesfeuerwehrverbandes kontrolliert, um Brandkatastrophen zu verhindern. In diversen Regionen haben zudem Landwirte in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ihre Güllefässer mit Wasser befüllt, um im Ernstfall unterstützen zu können.

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: