Waldbrandgefahr: Überwachungsflüge gestartet

Lüneburg/Peine (NI) – Die Waldbrandgefahr hat vielerorts in Deutschland ein kritisches Niveau erreicht. In Niedersachsen starteten am Freitag erstmals Luftbeobachter, die Flächenbrände aus Flugzeugen orten können. Auch in Bayern und Nordrhein-Westfalen sind Medienberichten zu Folge ähnliche Beobachtungsflüge gestartet, beziehungsweise vorgesehen.

Den Erstflug der Maschine des Feuerwehr-Flugdienstes am Standort Lüneburg bestritten am Freitag Pilot Michael Schwan, Flugbeobachter Jörg Buchholz und der Forstbeamte Michael Friebe (von links). Foto: KöhlbrandtGegen 12 Uhr hoben die Maschinen des Feuerwehr-Flugdienstes des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen erstmals in diesem Jahr ab. Das grüne Licht für den Überwachungseinsatz erteilten die jeweils zuständigen Polizeidirektionen. Zwei Maschinen vom Typ Cessna 206 H unterhält der Verband, diese sind auf Flugplätzen in Lüneburg und Peine stationiert. “Mit unserer Maschine, die wie die Peiner Maschine 2008 in Dienst gestellt wurde, überfliegen wir ein rund 2.600 Quadratkilometer großes Areal in Nord-Ost Niedersachsen”, erläuterte der Leiter des Lüneburger Stützpunktes, Lüneburgs Kreisbrandmeister Torsten Hensel vor dem ersten Einsatzflug. Dabei werden die Landkreise Celle ( teilweise ), Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg. Soltau-Fallingbostel und Uelzen überflogen. Rund zwei Stunden ist die Maschine, die mit einem Piloten, einem Forstbeamten und einen Flugbeobachter der Feuerwehr besetzt ist, pro Flug unterwegs. “Drei Flüge absolvieren wir pro Tag”, erklärte Hensel, dabei werden die Flüge variabel gestaltet und festgelegte Punkte nacheinander angeflogen.

Das sich der Einsatz des seit 1962 bestehenden Flugdienstes Jahr für Jahr lohnt, beweisen die Einsatzzahlen unter anderem des Lüneburger Stützpunktes aus dem letzten Jahr. 25 Flugtage wurden dabei absolviert, insgesamt 17 Brände waren aus der beobachtet worden, zehn Brände waren “Erstmeldungen”. Das bedeutet, dass die Besatzung des “Florian Flugdienst 1” die Feuer als erstes entdeckt und sofort den jeweiligen Leitstellen gemeldet hat. An allen 17 Einsatzstellen wurden die alarmierten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr aus der Luft zu den Brandherden geleitet. Den Erstflug für die Lüneburger Maschine bestritten am Freitag Pilot Michael Schwan aus Asendorf, Feuerwehr-Flugbeobachter Jörg Buchholz aus Egestorf und Forstbeamter Michael Friebe von der Bezirksförsterei Bevensen. Nach einem festgelegten Einsatzplan werden die freien Maschinenbesatzungen nacheinander in den Einsatz geschickt, die Koordination übernimmt die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Lüneburg.

Die Zahl der Wald- und Flächenbrandberichte in Deutschland nimmt in den letzten Tagen massiv zu. Meist handelte es sich um Kleinbrände, die schnell unter Kontrolle gebracht werden konnten. Aber auch größere Feuer waren schon dabei. So verbrannten am Montag bei Celle (NI) rund 2.000 Quadratmeter Waldboden, bei Dresden ging am Donnerstag ein rund ein Hektar großes Waldstück in Flammen auf. (Text und Fotos: Matthias Köhlbrandt / mik)

"Florian Flugdienst 1" hebt von der staubtrockenen Startbahn des Lüneburger Flugplatzes erstmals zu einem Überwachungsflug ab. Foto: Matthias Köhlbrandt
"Florian Flugdienst 1" hebt von der staubtrockenen Startbahn des Lüneburger Flugplatzes erstmals zu einem Überwachungsflug ab. Foto: Matthias Köhlbrandt

Ein Kommentar zu “Waldbrandgefahr: Überwachungsflüge gestartet”
  1. Fireliner

    Was ist eigentlich aus der dritten Maschine des LFV geworden? Wird West-Niedersachsen nicht mehr überwacht? Weiß da jemand was?

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