Von wegen Containerbrand

Delmenhorst (NI) – Gleich fünf baulich miteinander verbundene Mehrfamilienhäuser gerieten am 11. Juni 2011 gegen 1.30 Uhr an der Bremer Straße in Delmenhorst aus bislang ungeklärter Ursache in Brand. Über 100 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Glücklicherweise wurde trotzdem nur ein Mensch verletzt. Brandstiftung als Ursache für das Feuer wird nicht ausgeschlossen.

Anwohner bemerkten vor der Häuserreihe gleich zwei brennende Unterstände für Müllcontainer und informierten Polizei und Feuerwehr. Bei Eintreffen der Rettungskräfte brannten die beiden massiven im Flachdachbau errichteten Müllcontainerstationen in voller Ausdehnung. Die Flammen griffen bereits auf die angrenzenden Wohnhäuser über. Sofort suchten sämtliche Rettungskräfte der Polizei und Feuerwehr die Mehrfamilienhäuser auf und weckten die Bewohner. Über 100 Personen mussten daraufhin ihre Wohnungen verlassen. Sie sammelten sich auf einem gegenüberliegenden Parkplatz eines Verbrauchermarktes. Die Feuerwehr schlug dort Zelte auf, in denen sich die evakuierten Bewohner aufhalten und versorgt werden konnten. Entgegen erster Meldungen musste während des Einsatzes glücklicherweise nur eine Person, die eine Fraktur erlitten hatte, zur ambulanten Versorgung in ein Krankenhaus gebracht werden. Vor Ort waren Rettungssanitäter eingesetzt, die sich vorsorglich um die zum Teil geschockten Hausbewohner kümmerten. Ein paar Kleinkinder wurden zur Betreuung und zwecks warmer Unterkunft mit einem Bus in die Kinderklinik gebracht.

Fünf Wohnhäuser im niedersächsischen Delmenhorst sind in der Nacht durch ein Feuer schwer beschädigt worden. Die Nachlöscharbeiten daurten bis in die Nachmittagsstunden. Foto: Polizei Delmenhorst
Fünf Wohnhäuser im niedersächsischen Delmenhorst sind in der Nacht durch ein Feuer schwer beschädigt worden. Die Nachlöscharbeiten daurten bis in die Nachmittagsstunden. Foto: Polizei Delmenhorst

Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die Nachmittagsstunden. Insgesamt sind rund 50 Wohnungen vom Brand betroffen, die größtenteils nicht mehr bewohnbar sind. Das genaue Schadensausmaß sei noch nicht genau zu beziffern, so eine Sprecherin der Polizei Delmenhorst. Auch die Brandursache sei noch unklar. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse könne eine Brandlegung nicht ausgeschlossen werden. Die Wohngebäude werden von der Polizei gesichert und beschlagnahmt. Nach Beendigung der Löscharbeiten sollen die Brandermittler der Polizei den Brandort in Augenschein nehmen, um die Brandursache klären zu können.

Die Hausbewohner kamen zum größten Teil bei Angehörigen unter. Vertreter der Stadt Delmenhorst organisierten für zirka 20 bis 30 Personen Zimmer in umliegenden Hotels. Für die betroffenen Bewohner oder deren Angehörige, die Hilfe benötigen oder sich über den weiteren Verlauf erkundigen möchten, wurde seitens des DRK ab 7 Uhr eine Notfallhotline eingerichtet. Es waren etwa 170 Einsätzkräfte der Feuerwehren aus Delmenhorst sowie den umliegenden Orten, rund 20 Polizeibeamte sowie Vertreter der Stadt im Einsatz. (Infos und Foto: Polizei Delmenhorst, Kerstin Epp)

5 Kommentare zu “Von wegen Containerbrand”
  1. Morshu

    Habe ich heute in den Nachrichten gesehen, das muss richtig heftig gewesen sein.
    Wieder gute Arbeit der Feuerwehr und gut, dass es nur einen Verletzten gab.

  2. Olaf Preuschoff

    Nachtrag zum Feuer in Delmenhorst: Laut einer aktualisierten Pressemitteilung der Polizei mussten 207 Menschen in der Nacht die betroffenen Häuserblocks verlassen. Mindestens 25 Wohnungen sind derart durch das Feuer beschädigt worden, dass sie zur Zeit nicht mehr bewohnbar sind. Einige Bewohner konnten zwischenzeitlich wieder ihre Wohnungen – im Außenbereich des Brandortes – , aufsuchen. Eine Vielzahl von Bewohnern fand für das Pfingstwochenende zunächst Unterschlupf bei Angehörigen. 51 Bewohner, die keine Möglichkeit hatten, bei Verwandten unterzukommen, wurden in einem Hotel untergebracht.

    Heute Morgen hatten alle Bewohner zudem die Möglichkeit, kurzzeitig ihre Wohnungen zu betreten, um persönliche Gegenstände und Unterlagen zu sichern.

    Aus Bremen waren in der Nacht die Berufsfeuerwehr, die Freiwilligen Feuerwehren Bremen-Huchting und -Neustadt sowie die Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund und Malteser Hilfsdienst mit insgesamt 30 Fahrzeugen und 80 Einsatzkräften in Delmenhorst zur Unterstützung der dortigen Kräfte im Einsatz. Der Leitende Notarzt aus Bremen unterstützte bei der Koordination von medizinischer Versorgung und Betreuung.

  3. Ich war als LF-GF dort vor Ort… War echt ne derbe Nr… Man wusste kaum, wo man anfangen und wo man aufhören sollte. Aber die Einsatzleitung hat den Einsatz sehr schnell übersichtlich gestalten können.
    Und Ich habe doch schwer gestaunt, in was für kleine Lücken, die DL der Bremer reingekommen ist!

  4. wahnsinn, was menschen anrichten können.

    Gott sei Dank haben wir eine so tolle Feuerwehr:)

    dann hoffen wir mal dass die Verantwortlichen auch richtig bestraft werden.

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