Tote und Verletzte durch Orkan

Nienburg (NI)/Gelsenkirchen/Bremen/Pinneberg (SH)/Köln – In Gelsenkirchen kamen ein Erwachsener und ein Kind ums Leben, zwei weiter Kinder erlitten schwere Verletzungen. Ein Feuerwehrmann aus dem Kreis Nienburg wurde im Einsatz von einem herabstürzenden Ast schwer verletzt. Diese sind weitaus nicht die einzigen tragischen Ereignisse, die Sturmtief “Christian” am Montag vor allem im Nordwesten Deutschlands verursachte. Hier nur ein kleiner Überblick.

Baum auf Pkw: zwei Tote, zwei Verletzte

Ein zirka 90 Jahre alter Baum stürzte gegen 11 Uhr im Gelsenkirchener Stadtteil Feldmark auf einen Pkw. In dem VW Golf saßen zu dem Zeitpunkt vier Personen. Der 39-jährige Fahrer und ein minderjährigers Mädchen kamen ums Leben. Ein 8-jähriger Junge und ein 11-jähriges Mädchen erlitten leichte Verletzungen. Rettungskräfte befreiten die Überlebenden aus dem Pkw-Wrack, die Bergung der beiden Toten konnte erst nach Abtragen des Baumes erfolgen. Ein Rettungshubschrauber kam zum Einsatz. Notfallseelsorger kümmerten sich um Angehörige, die zur Unfallstelle geeilt waren.

In Gelsenkirchen begrub ein umstürzender Baum einen VW Golf unter sich. In dem Wrack kamen zwei Insassen ums Leben. Foto: KDF Television & Picture

Verletzter Feuerwehrmann in Rodewald

In der Gemeinde Rodewald (Kreis Nienburg) kam die Feuerwehr gegen 13 Uhr zum Einsatz, um einen auf die Straße gestürzten Ast einer Weide zu beseitigen. Zum Ende des Einsatzes hin stürzte ein großer Ast herab und traf einen 61-jährigen Kameraden am Hinterkopf. Der Feuerwehrmann wurde umgerissen und einige Meter weggeschleudert. Er erlitt schwere Verletzungen. Mit einem Rettungshubschrauber wurde er in eine Spezialklinik nach Hannover geflogen. Die Feuerwehr teilte später mit, dass sich der Kamerad auf dem Weg der Besserung befinden würde.

“Der Einsatzhelm des Feuerwehrmannes, der vor Ort noch ansprechbar war, hat Schlimmeres verhindert”, betont Polizeioberkommissar Ulrich Heyden von der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg.

Kreis Pinneberg: zirka 800 Kräfte im Einsatz

In der Kooperativen Regionalleitstelle West mussten über 1.000 Einsätze für die Landkreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen disponiert werden. Fast alle 50 freiwillige Feuerwehren im Kreis Pinneberg waren im Einsatz – mit zirka 800 Kräften. Kreiswehrführer Bernd Affeldt: “Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass das ehrenamtliche System der Freiwilligen Feuerwehr funktioniert. Wir haben zügig und der Lage angemessen Kräfte mobilisiert.”

“Öffentlicher Notstand” in Bremen

Orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten bis 115 km/h sorgten in der Hansestadt Bremen für Ausnahmezustand. Gegen 14 Uhr rief der Leiter der Feuerwehr Karl-Heinz Knorr aufgrund der Vielzahl der Schadensmeldungen den “Öffentlichen Notstand” aus. Kräfte aus dem Tagesdienst der Berufsfeuerwehr und das Technische Hilfswerk unterstützten die Löschzüge der BF und die freiwilligen Feuerwehren. “Alle 19 FF der Stadtgemeinde Bremen kamen zum Einsatz, fast jede Wehr mit mehr als einem Fahrzeug”, betont Bereichsführer Marcus Schleef.
Zum größten Teil kam der Zugverkehr rund um Bremen zum Erliegen. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte mehrere hundert Bahnfahrgäste am Hauptbahnhof mit heißen Getränken und Suppen. Das Volksfest “Freimarkt” auf der Bürgerweide hinter dem Bahnhof konnte erst gegen 19 Uhr die Karussels starten und Buden öffnen.

Von der Küste bis ins Rheinland

Der Orkan wütete von Nord- und Ostseeküste bis weit ins Innenland. Auch in der Domstadt Köln verzeichnete die Feuerwehr 51 sturmbedingte Einsätze. Auf dem Burgberg in Bad Harzburg (NI) erreichten die Böen noch eine Geschwindigkeit von 130 km/h. Aber am heftigsten erwischte es die Nordseeküste. Auf den Inseln Borkum (NI) und Helgoland (SH) wurden die Spitzenwerte von 191 km/h gemessen. Wilhelmshaven (NI) erreichte das Sturmtief mit maximal 150 km/h. Der Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln Wangerooge, Juist, Norderney und Borkum eingestellt.

Ein Kommentar zu “Tote und Verletzte durch Orkan”
  1. Und Leute sagen mir, sie wuerden nie nach Florida ziehen wegen der Hurricanes. In den 5 1/2 Jahren hier habe ich noch keinen einzigen erlebt, aber der Norden in D mehrere starke Stuerme!

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