Brandschutzerziehung in Ferienprogrammen und bei Kinderfesten

Was tun, wenn’s brennt?

Der Sommer steht an. Ferienprogramme und Kinderfeste bieten eine gute Plattform für die Mitgliederwerbung für Kinder- und Jugendfeuerwehr. Und dabei könnt Ihr auch praktische Brandschutzerziehung betreiben. Wir geben einige Tipps zur erfolgreichen Durchführung.

Vorweg schicke ich den Hinweis an Euch, dass gezielte Brandschutzerziehung in Projekten in Schulen oder auch bei den Feuerwehren stattfinden sollte. Grundsätzlich ist nur die ernsthaft und nachhaltig durchgeführte Brandschutzerziehung geeignet, Kindern den richtigen Umgang mit Feuer und Gefahrensituationen beizubringen.

Bei den Sommer- und Kinderfesten geht es eher darum, Interesse zu wecken und Impulse zu setzen. Der Klassiker ist, den Notruf mit den Kindern zu üben. Es bietet sich an, mit einem sogenannten Notruftelefon zu agieren. Hierbei sind in der Regel zwei Telefone direkt verbunden. Am zweiten Apparat sitzt ein Kamerad irgendwo in der Nähe und spielt den Disponenten.

Die FF Kraichtal (BW) hat bei ihren Aktionen in der Brandschutzerziehung auch immer Fluchthauben dabei, um den Kindern die Angst davor zu nehmen. Fotos: Kull / FF Kraichtal

Wichtig ist, dass es ein Erwachsener ist, damit es möglichst realistisch ist. Achtung: In vielen Bundesländern und Regionen werden nicht mehr – wie früher fast überall – die fünf W-Fragen gelehrt. Vielmehr führen die Leitstellen strukturierte Notrufabfragen durch. Auch in diesen Fällen macht das Üben mit den Kindern aber wirklich Sinn. Jedes Kind sollte wissen, dass es die 112 die Notrufnummer der Feuerwehr ist und dass es keine Angst zu haben braucht, im Notfall dort anzurufen.

“Rauch ist giftig!”

Ein zweites wichtiges Ziel in der einfachen Brandschutzerziehung ist, Kindern deutlich zu machen, wie gefährlich der Brandrauch ist. Sie dürfen sich nicht in Sicherheit wähnen, wenn sie kein Feuer sehen. Wir empfehlen, die Kinder beispielsweise mit einem Feuerwehr-Kasper-Theater an das Thema heranzuführen. Ihr könnt auch eine Klappmaulpuppe, wie unseren Feuerwehr-Magazin-Freund Ricky Retter einsetzen.

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Und zum Abschluss eines kleinen Theaterstückes stellt der Feuerwehr-Kasper die Frage: “Und wie kommen wir durch den Rauch?” Dann führen die Aktiven den Kindern die Feuerwehr-Schutzausrüstung, die Geräusche eines Atemschutzgerätes, die Handhabung einer Fluchthaube sowie die Fortbewegung in verrauchten Räumen vor. Auf diesem Wege könnt ihr den Kindern die Angst vor dem Feuerwehr-Einsatz nehmen und sie auf das richtige Handeln vorbereiten.

Für die Darstellung von sich ausbreitendem Brandrauch dienen auch Rauchdemohäuser, wenn bei der Veranstaltungen ein entsprechender Raum vorhanden ist. Die Objekte erinnern von der Aufmachung an klassische Puppenhäuser. “Die Kinder können zum Beispiel sehen, wie schnell sich Brandrauch durch offene Türen ausbreitet und welche Gefahren noch im Haushalt vorhanden sind”, erklärt Michael Bals von Bals Brandschutzerziehung.

Echte Feuer machen Eindruck

Bei den 6- bis 10-Jährigen kann das Angebot auch durch begleitete praktische Übungen ergänzt werden. Die einfache Form ist es, die Handhabung eines Feuerlöschers mit einem wasserbefüllten Löscher zu zeigen und trainieren zu lassen. Das geht auch ohne teure Brandsimulationsanlage.

Wenn es brennt und knallt, dann bleibt es den Kindern in Erinnerung. Dies sollte dafür genutzt werden, sie praktisch an die Brandschutzerziehung heranzuführen. Fotos: FF Neustadt

Aber natürlich sind diese Systeme optimal, um die Kinder üben zu lassen, wie sie beispielsweise Papierkorbbrände löschen können. Außerdem kann dem Nachwuchs eindrucksvoll präsentiert werden, was bei einer Fettexplosion und einem Druckgefäßzerknall passiert. Diese Effekte werden die Kinder so schnell nicht vergessen.

Info: Wie führt Ihr Brandschutzerziehung bei Kinderfesten durch? Sendet Christian Eure praktischen Beispiele per Mail an patzelt@feuerwehrmagazin.de.

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