Staubexplosion zerstört Abriss-Silo

Groß-Gerau (HE) – Am späten Dienstagnachmittag kommt es bei Abrissarbeiten in einem Silo der ehemaligen Südzucker-Werke in Groß-Gerau zu einer Staubexplosion. Brennende Trümmerteile beschädigen 16 Fahrzeuge und leer stehende Gebäude in unmittelbarer Nähe. Großes Glück: Niemand wird verletzt. Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk rückt an.

Gegen 17.15 Uhr gibt es einen lauten Knall, dann schlagen Flammen aus dem Silo, berichten Augenzeugen. Eine Wolke aus Staub und Rauch ist kilometerweit sichtbar. Die Explosion zerstört Teile der Silowandungen und das Dach, Trümmerteile stürzen herab. Dabei hat ein Baggerfahrer, der sich nur fünf Meter neben dem Silo aufhält, großes Glück.

Explosion in einem Silo in Groß Gerau (HE). Foto: wi112.de/ Ehresmann
Eine Staubexplosion zerstört ein Silo der ehemaligen Südzucker-Werke während Abrissarbeiten. Foto: wi112.de/ Ehresmann

Die Freiwillige Feuerwehr Groß-Gerau rückt mit 45 Einsatzkräften aus. Die Wehren Groß-Gerau-Berkach und Bischofsheim sowie die Werkfeuerwehr Merck aus dem 17 Kilometer entfernten Darmstadt verstärken das Aufgebot vor Ort. Die Feuerwehr bekämpft den durch die Explosion entstandenen Folgebrand jedoch nicht, sondern beobachtet das kontrollierte Abbrennen. Die Wärme stellt keine Gefahr für das Silo dar.

Trotz gründlicher Säuberung der Silos klebten Zuckerreste an den Innenwänden. Nach Aussage von Bauleiter Willi Mayer könnten die Erschütterungen durch die Abrissbirne an dem Silo eine hohe Staubdichte im Inneren erzeugt haben. Sauerstoff und die Funken beim Einschlag der Abrissbirne komplettierten vermutlich die hoch explosive Situation. Die Polizei und Experten für Arbeitsschutz und Umwelt aus dem Regierungspräsidium Darmstadt nahmen die Ermittlungen zur Ursache auf.

Bereits im Jahr 2000, als das Südzucker-Werk in Groß-Gerau noch aktiv war, brannte ein mit 16.000 Tonnen Zuckerrüben-Schnitzeln gefülltes Silo. Damals dauerte der Einsatz 16 Tage. Durch den Einsatz des Löschgels „Firesorb“ bekam die Feuerwehr den Brand in den Griff (Einsatzbericht im FM 12/2000).

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