Selbstmörder bringt Einsatzkräfte in Gefahr

Diepenau (NI) – Der Suizid eines 62-jährigen Mannes in Diepenau-Nordel (Kreis Nienburg) hat am Montagabend Kräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr in große Gefahr gebracht. Der Mann hatte offenbar vor seinem Tod die Erdgasleitung in seinem Haus manipuliert und Brandbeschleuniger verteilt – doch die gefährliche Mischung zündete nur teilweise. Weil sich der Mann anschließend in einem Hochsitz mit Pflanzenschutzmittel vergiftet hatte, entstand auch noch ein umfangreicher Gefahrguteinsatz.

Die Leiche des Selbstmörders wird geborgen. Foto: Polizei
Die Leiche des Selbstmörders wird geborgen. Foto: Polizei

Um 20.57 Uhr hatte eine Anwohnerin eine Explosion und einen Brand auf ihrem Nachbargrundstück gemeldet. Die Frau berichtete von “feuerwerksähnlichen Geräuschen” und einem leichten “Beben”. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, war die Lage unklar. Es brannte im Gebäude, doch der Besitzer war nicht anzutreffen. Anfangs wurde vermutet, dass der Mann sich noch im Gebäude aufhält, bevor ein Feuerwehrmann die Leiche des 62-Jährigen in dem rollbaren Hochsitz im Garten entdeckte. Die Polizei ist sich sicher, dass sich der Mann selbst getötet hat. Der Nordeler war laut der Beamten verschuldet und litt an Depressionen.

Bei der Erkundung wurde auch die Gefahr durch das in verschiedenen Gebäudebereichen weiter ausströmende Gas und dem noch nicht entzündeten Brandbeschleuniger offensichtlich. Die Leitstelle alarmierte rund 200 Kräfte aus verschiedenen umliegenden Feuerwehren. Auch ein ABC-Zug und eine Gefahrgutgruppe rückten aus.

Rettungsassistent mit Atembeschwerden ins Krankenhaus

Den Brandherd in einem Raum des Nebentraktes konnten die Einsatzkräfte schnell löschen. “Glücklicherweise ist es nur in einem Raum zu einer Explosion und während der Löscharbeiten nicht zu einer Durchzündung und weiteren Gasexplosionen gekommen”, so Manfred Kesselring von der Polizei Stolzenau. Nachdem keine Gefahr mehr band, konnte auch die Leiche des Mannes geborgen werden. Dabei gingen die Feuerwehrleute unter Vollschutzanzügen vor. Ein Rettungsassistent, der zuvor Dämpfe des Pflanzengiftes eingeatmet hatte, musste mit Atembeschwerden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht werden.

Den Brandschaden schätzt die Polizei auf über 100.000 Euro. Aufgrund der Explosion besteht für das Nebengebäude Einsturzgefahr, auch das Haupthaus ist durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen worden.

Dekontamination beim Gefahrguteinsatz: Die Feuerwehr geht zur Leichenbergung mit Vollschutz vor. Foto: Polizei
Dekontamination beim Gefahrguteinsatz: Die Feuerwehr geht zur Leichenbergung mit Vollschutz vor. Foto: Polizei
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