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Feuerwehr-Magazin 6/2019
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Rostock: Vier Wehren melden sich ab

Rostock (MV) – Am Montagabend meldeten vier freiwillige Feuerwehren in Rostock ihre Einsatzbereitschaft ab. Damit reagierten die Kameraden auf Hausdurchsuchungen der Polizei am Freitag in den Feuerwachen Groß Klein und Stadt-Mitte. Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen noch unbekannte Personen wegen des Anfangsverdachts des rechtswidrigen Abfangens geschützter, personenbezogener Daten aus dem Funkverkehr der Rettungsleitstelle der Hansestadt Rostock.

Für die Durchsuchungen der Gerätehäuser lag keine richterliche Anordnung vor. Die Begründung lautete, es sei “Gefahr im Verzug” und ein Beweismittelverlust zu verhindern gewesen. Die polizeilichen Maßnahmen fanden unter Anwesenheit von Vertretern der Stadt Rostock statt, jedoch ohne jegliche Information der Wehrführer.

“Aus den Reihen der Wehren kam der Wunsch über die aktuelle Lage offiziell unterrichtet zu werden, damit sie nicht alles nur aus der Presse erfahren müssen”, erzählt Stadtwehrführer Steffen Grafe. Diese Informationsveranstaltung eskalierte jedoch. Ein Großteil der anwesenden Kameraden hat sich aufgrund des Vorgehens der Stadtverwaltung beurlauben lassen. Grafe betonte gegenüber feuerwehrmagazin.de: “Die Motive der Kameraden liegen nicht darin, dass diese Ermittlungen laufen, sondern darin, dass sie die Art und Weise des Vorgehens der Ermittlungsbehörden sowie die Behandlung durch die Stadt nicht tolerieren wollen.” Der Stadtwehrführer ergänzt: “Bis jetzt hat sich zum Beispiel kein Vertreter der Stadt bei den beiden betroffenen Wehrführern gemeldet.”

FF Rostock. Foto: Patzelt
Geschlossenheit, wie hier beim Titelfoto für die Feuerwehr-Magazin-Reportage, demonstrieren die Kameraden der FF Rostock. Foto: Patzelt

Resultat der Entscheidung: Die Wehren Warnemünde, Groß Klein, Stadt-Mitte und Gehlsdorf konnten die Einsatzbereitschaft nicht aufrecht erhalten. Das sind vier von fünf ehrenamtlichen Einheiten, betrifft die Sonderaufgaben Wassergefahren und Gefahrgut. “Ich hoffe persönlich darauf, dass sich die Situation sehr zeitnah wieder entspannt”, stellt Grafe klar. “Aber wie die Kameraden entscheiden, das hängt von jedem selbst ab. Ich denke, dass die Stadt klarstellen sollte, dass die Maßnahmen gegen die Freiwillige Feuerwehr überzogen waren und sie vor allem deutlich von dem Generalverdacht befreien.” Außerdem fordert der Stadtwehrführer: “Auch der Umgang mit den Mitgliedern und Wehrführern in dieser Angelegenheit sollte sich dramatisch ändern.”

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Also ich habe die Sache ja nur am rande verfolgt, bin aber selbst in der FFW und kann daher schon nachempfinden wie sich die Kameraden dort fühlen müssen. Kameradschaft ist gelebte Solidarität ob es nun den derzeit regierenden passt oder nicht. Ich lebe zum Glück in einer Kommune in der die FFW eine Lobby hat und nicht zu letzt in Person unseres OB. Ich kann mir nicht vorstellen, das ein solcher Vorfall in einer so überzogenen Aktion bei uns möglich wäre, aber man weiß ja nie. Für mich würde eine solche Aktion, bei der alle Kameraden automatisch unter Generalverdacht gestellt werden, ein Grund sein für meinen sofortigen Austritt aus der FW.

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  2. Durch Abmelden der FFW’s leidet klar die Bevölkerung darunter. Schuld ist aber, dass die ehrenamtlichen Helfer so überrumpelt wurden.

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  3. @Christian Pannier
    Sehr geehrter Herr Pannier!
    Leider gehören Sie zu dem kleinen Personenkreis, der die Geschichte richtig erfasst hat.
    Wenn ich die Kommentare wie: “Richtig so Kameraden!” lese bekomme ich ein wenig Angst. Sicherlich hat es Fehler bei der Polizei und der Stadt gegeben, aber wer meint er könne mit dieser Aktion in der Bevölkerung “Punkten” der liegt falsch. Sollte es innerhalb der Ausrückebereiche der abgemeldeten Wehren ein Unglück ereignen und Personen dabei zu Schaden kommen, bin ich auf die Antworten der Kameraden gespannt.
    Kameradschaft und Geschlossenheit ist gut nur bitte an der richtigen Stelle.
    Wir sind doch alle in der Feuerwehr um zu helfen.

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  4. Jungs Ihr machts alle richtig,die größten Verbrecher dieser Erde tragen alle Krawatte………..

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  5. “Der Fisch stinkt immer vom Kopf”, das passt auch hier.
    Die Hinweise zum, bisher nur vorgeworfenen, Vergehen stammen, so heißt es, aus dem Brandschutz und Rettungsamt Rostock. Oberster Dienstherr des Amtes und damit auch der Feuerwehr ist der Oberbürgermeister.
    Polizei und im Nachgang auch die Staatsanwaltschaft müssen dem Verdacht einer vorliegenden Straftat natürlich nachgehen, daran gibt es garnichts zu meckern. Aber man muss sich doch die Frage stellen, und das wird im FM-Beitrag auch klar, ob von den Dienstherren der Feuerwehr der richtige Weg zur Aufarbeitung dieser Geschichte gewählt wurde. Man stelle sich vor sein Arbeitgeber schickt einem die Polizei ins Büro und schweigt sich dann 4 Tage dazu aus. Und da an der Spitze der Stadt Rostock und damit an der Spitze der Feuerwehr wie in ganz Deutschland gewählte Volksvertreter sitzen, betrifft das sehr wohl die Politiker!!
    Abgesehen davon, “der Tropfen der das Fass zum überlaufen bringt” passt hier auch ganz gut ins Bild.

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  6. und das alles kurz vor den Wahlen (komisch komisch 😉 ) welche partei das wohl angeordnet hat die wehren zu durchsuchen 😉 ich glaube da sollte man nachforschen und an die Wehren (Richtig so ihr macht alles Richtig!!!!!!Respekt)

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  7. wenn die Polizei “informanten der Presse” sucht, dann sollen die erstmal bei sich schauen, die können den funk und die einsatzmeldungen doch selber mithören

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  8. Bei einigen Kommentaren wird mir schlecht. Was bitte hat denn die Politik hiermit zu tun? Nichts! Das ist wieder völlig unqualifiziertes Stammtischgelaber unterster Schublade.

    Fakt ist: hier geht es um einen Gesetzesverstoß. Und da stehen die Kameraden nicht über dem Gesetz. Und wenn man sich dabei noch erwischen lässt (und das ja scheinbar auch noch in der Feuerwehr – wo schon eine Portion Dreistigkeit dazugehört), ist man erstmal selbst schuld. Sorry, Kameraden!

    ABER: Die Aktion von Polizei und Staatsanwaltschaft ist völlig überzogen und zeugt von einer inkompetenten Führung. Wie kann man in diesem Fall von “Gefahr im Verzug” sprechen. Auch alle Kameraden mehr oder minder unter Generalverdacht stellen, ist völlig überzogen und trifft den Kern der Sache nicht, weil bei solchen Aktionen bekanntermaßen eher einzelne Kameraden beteiligt sind. Und ganz ehrlich: ich kann mir’s beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Daten widerrechtlich weiterverwendet worden sind/wären. Lage checken klingt für mich am plausibelsten.
    Ich kann daher die Reaktion der Rostocker Kameraden verstehen. Lasst Euch nicht unterkriegen!

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  9. @Christian Pannier:
    Genialer Kommentar!!!
    Daumen hoch, besser kann man den Nagel nicht auf den Kopf treffen!!!

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  10. Das ist Hobby!!! Haben wohl einige Vergessen. Sie sollen lieber Froh sein das es die FFw gibt!!!

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  11. Genau, und die Mitbürger, die auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen sind, lassen sie schön im Stich. Kindergarten…

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  12. War da mal wieder ein POCSAG Decoder im Spiel ???

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  13. Super Kommentar Andi. Selbst wenns da Daten abgegriffen wurden kannst Du aber nicht alle generell über einen Kamm scheren und die ganze Wehr unter Verdacht stellen. Da wird gezeigt was von der ehrenamtlichen Tätigkeit gehalten wird.

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  14. >>Die Politiker müssen lernen uns zu achten

    Was hat denn die Politik damit zu tun? Das ist reines Dummgeschwätz!
    Ich bin erstaunt das hier offensichtlich einige glauben, die Feuerwehr stehe über dem Gesetz. Wenn aus einem Feuerwehrgerätehaus heraus strafbare Handlungen unternommen wurden, so ist das durch die Strafverfolgungsbehörden entsprechend zu ahnden. Das hat überhaupt nichts mit “Stasi-Methoden” zu tun. Wer nicht begreifen kann oder will, dass in diesem Land Recht und Ordnung in Form von Gesetzen für jedermann (auch die Feuerwehren) gelten, der sollte sich dringend überlegen, ob er die persönliche Eignung zur Ausübung eines öffentlichen Amtes besitzt. Wenn bei zwei Ortsfeuerwehren Hausdurchsuchungen stattfinden und anschließend vier Ortsfeuerwehren sich “beurlauben” lassen, dann hat das zumindest für die beiden nicht betroffenen Ortswehren rein gar nichts mit falscher Verdächtigung zu tun. Sowas ist falsch verstandene Kameradschaft und beschädigt den Kameradschaftsbegriff als solchen!

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  15. Kameradschaft ist in diesem Fall gegeben aber wenn es wirklich den Tatsachen entspricht, dass Daten weitergeben wurden, dann ist und bleibt es nun mal eine Straftat und diese muss von den Behörden verfolgt und aufgeklärt werden.

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  16. Klasse! Die Jungs dort haben halt die Stasi noch miterlebt -> wehret den anfängen!

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  17. Die ganze Geschichte gibt es hier zu lesen: http://www.nonstopnews.de/meldung/17444

    Viel Schlimmer macht die Aktion noch, dass bereits gegen einen Journalisten mit unrechtmäßigen Mitteln vorgegangen wurde. Als das zu keinem Erfolg geführt hat, ging man die Feuerwehrleute im Generalverdacht an.

    Ein starkes Stück, dass es vorher keinen richterlichen Beschluss gegeben hat und die Staatsanwaltschaft nicht in Kenntnis gesetzt war (warum wohl???). Diesen RICHTERLICHEN Durchsuchungsbeschluss dann doch noch kurzfristig damit zu erwirken, dass, wenn die Polizei jetzt so wieder abziehen würde Beweismittel vernichtet werden könnten weil ja der/die Täter gewarnt seien, und so die unmittelbare Gefahr im Verzug begründet wird durch eine Aktion die die Polizei selbst verursacht hat, ist ziemlich gefährlich (steht zwar nirgends so explizit, aber anders wäre eine Gefahr im Verzug nach der StPO nicht erklärbar).

    Alles in allem eine unfassbare Maßnahme und dazu auch noch völlig an der Realität vorbei. Journalisten brauchen, genau wie jeder der nur einen einfachen Scanner und ein frei herunterladbares Programm hat, in Zeiten von DME mit unverschlüsselter Alarmierung schon lange keinen Informanten mehr…

    Es scheint leider so, als wenn die Polizei mit allen Mitteln Berichterstattungen verhindern will, die ihr nicht gefallen. Ich erinnere nur an diesen Beitrag: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/film_fernsehen_radio/rostock595.html

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  18. Ich war vor drei Wochen bei den Kameraden in Warnemünde bin dort sehr freundlich begrüßt worden nach einem Einsatz vom Wehrführer . Ein echter Hammer was da von der Polizei durchgeführt wurde . Das die Stadt da nicht für ihre Freiwilligen Wehren da ist , ist eine Frechheit . Lasst euch nicht unterkriegen Kameradschaftlichen Gruß .

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  19. Klasse gemacht… Zeigt den Leuten da oben mal ordentlich, dass sie nicht “wilde Sau” spielen können. Auch für DIE und die Polizei gelten Gesetze und Regeln!!! Und Ausreden, wie “Gefahr im Verzug”… Da kann ich nur lachen drüber…

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  20. Und eine BF ist ja vor Ort die die Fahne hochhalten darf.

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  21. Macht euch keine Gedanken. Der Brandschutz in Rostock ist durch die Berufsfeuerwehr gesichert.

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  22. Ich finde die Aktion auch super… mein Respekt! Wenn die Leute auf die FF angewiesen wären würden sie sich vorher Gedanken machen über die Vergehensweise. Da wird dem Ehrenamt mal wieder tief in die Magengrube getreten… die Personen die das entscheiden wissen nicht was Ehrenamt bedeutet.

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  23. Haltet durch und kippt bloß nicht um……egal was passiert.

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  24. Angeblich wurden Private Rechner und Empfangsgeräte in den Gerätehäusern alle Einsatzdaten Empfangen und gespeichert. Darunter auch Personenbezogene Daten aus dem Rettungsdient.
    Dies soll aber den Verantwortlichen der Stadt Rostock schon seit längerer Zeit bekannt gewesen sein.

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  25. regiert in Rostock nicht auch Rot Rot?. Hier in Herne setzt sich der Rote OB auch gerne mal über die Ratssitungen hinweg.Wählt ja nicht das Rote Zeug bei der Wahl.

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  26. Es ging ja nicht um den eigentlichen Grund sondern um die Vorgehensweise der Behörden…von dem Standpunkt aus völlig inordnung die Reaktion…

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  27. das ist sowas von traurig von der Stadt da opfern wir zein on mast teils ehrenamtlich und denn sowas da würde ich auch so reagieren (Y) wie heisst es doch so schön einer für alle und alle für einen und das sollten die Stadtvertreter auch mal lernen

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  28. Frech, unverständlich…Bleibt Hart! Hochachtung!

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  29. Herzlich Wilkommen im Rechtsstaat

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  30. Aus dem von meinem vorschreiber erwähnten Grund enthalte ich mich eines likes aber ich find es toll das wir anfangen uns nicht mehr alles gefallen zulassen was bringt ne Demo ? Nichts ! Aber diese Reaktion schon! Hut ab Kameraden dazu gehört einiges Gruß an die Kameraden in Rostock und alle anderen

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  31. Es ist überhaupt nicht klar was dort passierte. Wurde nur der Funk mitgehört um die Lage zu checken? Oder wurden Daten tatsächlich abgefangen und zu illegalen Zwecken benutzt? So lange das nicht klar ist, kann man sich keine Meinung bilden.

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  32. Was war denn der genaue Grund für die Durchsuchung? Wurd ja nur angeschnitten in dem Bericht…

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  33. das ist eine frechheit den feuerwhrleuten gegenüber

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  34. Sehr gute Aktion, denn es wird viel zu häufig die FF unterschätzt und als minder wertvoll angesehen.

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  35. Richtig so, das müsste viel öfter passieren das die Wehren sich einig sind und zusammenhalten! Die Politiker müssen lernen uns zu achten! Bleibt Stark Jungs!

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  36. Die Aktion von Pol und Stadt war mit Sicherheit nicht das was man sich vorstellt, wenn man sich ehrenamtlich engagiert. Aber durch das Beurlauben strafen die Kameraden ja in erster Linie die Menschen, die auf das FFW-Wesen angewiesen sind, und die anderen Kameraden. Meine Meinung.

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  37. das nenn ich Geschlossenheit, Hochachtung Kameraden

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