Riesen-Andrang zur Interschutz-Eröffnung

Leipzig – Vielversprechender Auftakt der Interschutz: Schon vor der Eröffnung bildeten sich Menschentrauben an den Eingängen. Hunderte Feuerwehrleute strömten ab 9 Uhr auf das erstmals restlos ausverkaufte neue Messegelände in Leipzig. “Wir legen schon großen Wert auf den Brandschutz bei uns in der Stadt”, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung bei der offiziellen Eröffnungsfeier im Congress Centrum. Und scherzte: “Aber so sicher wie in dieser Woche war es in der Stadt noch nie.” Parallel zur Messe findet auch der 28. Deutsche Feuerwehrtag in Leipzig statt.

Der Sächsische Innenminister Innenminister Markus Ulbig trägt sich am Stand des des DFV in das "goldene Standbuch" ein.Gastgeber dieses Großevents war die Stadt übrigens in der Vergangenheit schon zweimal: 1865 und 1913. Sachsens Innenminister Markus Ulbig erinnerte daran, dass in Sachsen einst mit der FF Meißen die erste freiwillige Feuerwehr gegründet worden sei (dies ist historisch allerdings nicht zweifelsfrei bewiesen). Er lobte die Feuerwehren als verlässlichen Bestandteil der öffentlichen Sicherheit in Deutschland. Nach einem kurzen Rückgang über das Messegelände zeigte sich Ulbig beeindruckt, von den Leistungen der Hersteller. “Die Feuerwehren suchen Lösungen, wie zukünftig die gestellten Aufgaben mit weniger Personal bewältigt werden können. Auf der Interschutz finden sich sehr vielversprechende Ansätze.”

Dazu zählen beispielsweise zahlreiche Neuerungen bei den Fahrzeughersteller. Stichworte: Entnahmehilfen, automatisierte Abläufe und die Verbesserung des Sicherheitsniveaus. Statt des Bundesinnenministers, der wegen der Sparrunden im Kanzleramt unabkömmlich war, sprach Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche (Bundesministerium des Inneren). Er kündigte den Ausbau eines bundesweiten Warnsystems für die Bevölkerung an. Dabei wird es sich aber nicht um ein Sirenensystem handeln. Er versicherte noch einmal, dass die Bundesregierung sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen eine Verlagerung der Führungskompetenz bei Katastrophen auf die EU wehre. “Module für gemeinschaftliche Hilfe muss aufgebaut werden, aber die Weisungsbefugnis darf nicht abgegeben werden”, so Fritsche.

“Natürlich freuen wir uns als Industrievertreter, dass diese Weltleitmesse unverändert in Deutschland stattfindet – und damit Deutschland einmal mehr zum Mekka der Feuerwehrbranche weltweit wird”, sagte Dr. Rolf Schildknecht, der Vorsitzende des Fachverbandes Feuerwehrtechnik. “Erstmals hat die Interschutz mehr ausländische als inländische Aussteller zu verzeichnen. Damit wird der internationale Stellenwert der Messe in eindrucksvoller Weise unterstrichen”, so Schildknecht weiter. Die heimische Wirtschaft brauche sich aber nicht zu verstecken. Die deutsche Feuerwehrindustrie würde mit einem Exportanteil von etwa 30 Prozent weltweit einen unverändert hervorragenden Ruf genießen.

Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hans-Peter Kröger dankte dem Leipziger Oberbürgermeister Jung für “die herzliche Aufnahme und die großartige Unterstützung.” Und er erinnerte: “Wir werden im Laufe dieser Woche die Frau Bundeskanzlerin – die Schirmherrin des Deutschen Feuerwehrtages –, den Bundesminister des Innern und den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen begrüßen.” (Text: Jan-Erik Hegemann/Michael Klöpper, Fotos: Hegemann)

Kaum sind die Tore geöffnet strömen die Besucher in die Leipziger Messehallen. Foto: Jan-Erik Hegemann
Kaum sind die Tore geöffnet strömen die Besucher in die Leipziger Messehallen. Foto: Jan-Erik Hegemann
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