Orkan “Andrea” hält Feuerwehren in Atem

Berlin – Orkan “Andrea” hat in Teilen Deutschlands für zahlreiche Schäden gesorgt. Mindestens ein Mensch kam durch einen offenbar witterungsbedingten Unfall ums Leben. In vielen Fällen entwurzelten Bäume, wurden Dächer abgedeckt, Scheiben eingedrückt oder Gebäudeteile abgerissen. Auch Hochwasser ist inzwischen ein Thema.

In der Nacht zu Donnerstag war der Sturm über Nordwestdeutschland in Richtung Süden gezogen. Die Zahl der witterungsbedingten Schäden hielt sich da allerdings noch in Grenzen. Auf dem Rhein bei Gernsheim geriet ein Schubverband aufgrund der Böen in Not. Bei starkem Seitenwind kippten mehrere Container – obwohl laut Polizei ordnungsgemäß gesichert – um. Ein leerer Container rutschte ins Wasser. Die Schiffsbesatzung reagierte geistesgegenwärtig und stoppte das Schiff. Es gelang dem erfahrenen Team an Bord den im Wasser treibendem Container mit Tauen am Schiff zu sichern. Bei der Sicherung des Containers kam der Schubverband ans Ufer und beschädigte einige Bäume. Auch am Schiff entstand ein Schaden am Radarmast.

Bei Maria-Veen entgleiste am Morgen ein Regionalzug auf der Strecke Coesfeld-Dorsten (Kreis Recklinghausen), nachdem er gegen einen umgestürzten Baum gefahren war. Die vier Fahrgäste in der Nordwestbahn sowie der Lokführer blieben unverletzt. Am Triebfahrzeug und den Gleisanlagen entstand ein Schaden von rund 100.000 Euro. Ein Hilfszug der Deutschen Bahn AG gleiste den verunfallten Zug wieder ein.

Brand durch Blitzeinschlag ausgelöst

In Sande (Kreis Paderborn) schlug gegen 6.55 Uhr ein Blitz in einen Bauernhof ein. Der Dachstuhl einer Scheune geriet in Brand. Nach einem lauten Knall war der Strom auf dem Hof ausgefallen. Der Besitzer entdeckte das Feuer und alarmierte die Feuerwehr. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf einige tausend Euro.

Im Verlauf des Tages kamen teils erheblich stärkere Böen auf, zumeist eingebettet in Schauer und Gewitter. Die stärksten Böen registrierte der Deutsche Wetterdienst mit 176 km/h bis zum Nachmittag auf der Zugspitze. Doch auch im Flachland traten vielerorts Windgeschwindigkeiten von teils deutlich über 100 km/h auf.

In der Folge nahmen auch die Schadens- und Unfallmeldungen, insbesondere aus Süddeutschland zu. Zwischen Weißenstadt und Kirchenlamitz (Kreis Wunsiedel) kam es zu einem tödlichen Verkehrsunfall. “Vermutlich aufgrund der katastrophalen Witterungsverhältnisse” so die Polizei, kam ein 19-jähriger Mercedesfahrer auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem Dacia zusammen. Die 43-jährige Dacia-Fahrerin kam ums Leben. In Regensburg wurde das Wellblechdach eines Möbelmarktes teilweise weggerissen. Die Autobahn 3 musste in beiden Fahrtrichtungen gesperrt werden.

In Bremen überlebte ein Taxifahrer nur knapp, als eine große Linde auf sein fahrendes Taxi stürzte. Der Mann sprang geistesgegenwärtig auf den Beifahrerplatz. Die Feuerwehr musste den leicht verletzten Mann aus seinem Wagen befreien.

Unterdessen wird auch Hochwasser zum Thema. In Köln überflutet der Rhein einige Uferbereiche. Schutzwände und Stege werden Medienangaben zufolge aufgebaut. Park- und Campingplätze werden geräumt. Auch im schleswig-holsteinischen Kellinghusen (Kreis Itzehoe) warnt die Polizei vor Hochwasser. (Fotos ffver.de & News5)

Sturmschaden in Bremen: Die Feuerwehr musste einen Taxifahrer befreien, nachdem eine Linde auf seinen fahrenden VW-Bus gestürzt war. Foto: Polizei
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