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Krank zum Feuerwehreinsatz - was ist erlaubt?
11.2.: Tag des Europäischen Notrufs

Das #TwitterGewitter: ein voller Erfolg

Am Ende des TwitterGewitters lässt sich eine durchaus positive Bilanz ziehen: Es war ein voller Erfolg. Nicht nur bei den Accounts der Feuerwehren auf Twitter gab es eine riesige Resonanz. Die Aktion schaffte es vielerorts in die Medien. Sogar die Tagesthemen berichteten über die Aktion. Freiwillige Feuerwehren zogen mit.

Um Einsätze, Ausbildung, Wachalltag, vorbeugenden Brandschutz, Technik und vieles mehr aus dem Leben der Feuerwehren ging es beim zweiten TwitterGewitter der Berufsfeuerwehren am 11.2. Screenshot: Feuerwehr-Magazin

Alleine die Berufsfeuerwehr Hamburg vermeldete 309 Tweets (Meldungen), über 550 Retweets (Weiterleitung eines Tweets) sowie 2,2 Millionen Impressionen (Gelesen und Reaktionen) auf den Hashtag #Hamburg112. “Das heißt, rein statistisch haben alle Hamburger Einwohner mindestens einen unserer Tweets gelesen”, freut sich Pressesprecher Jan Ole Unger in einem Rückblick mit unserer Redaktion. Bester Tweet war übrigens dieser hier mit 44.121.Impressions und 4.770 Interaktionen:

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Fünf Stunden lang stand der Hashtag #112live auf Platz 1 der Trends. Dann wurde er allerdings vom Hashtag #Klinsmann abgelöst. Doch um einen neuen Job muss sich der Ex-Trainer von Hertha BSC keine Gedanken machen:

Einige Feuerwehren wie beispielsweise die Berufsfeuerwehr Hannover nutzten den Anlass, einen eigenen Twitterkanal aufzusetzen. Und waren von der Resonanz begeistert. Ebenso wie die Kollegen der BF Münster, die sich am Ende des Tages über 1.510 neue Follower (Menschen, die die Tweets abonnieren) freuen konnten. Beim Feuerwehr-Magazin waren heute 20.252 Follower registriert – und damit 162 mehr als vor der Aktion. Auf unserem Kanal twitterte Redakteur Olaf Preuschoff mit.

Gedenken an Stefan aus Lienen

Begonnen haben die Feuerwehren ihr TwitterGewitter übrigens nicht wie angekündigt um 8 Uhr, sondern 5 Minuten später. “Wir wollten damit dem freiwilligen Feuerwehrmann Stefan aus Lienen gedenken”, sagt Jan Ole Unger. Der 19-Jährige war am 8. Februar bei einer Explosion in dem Ort im Kreis Steinfurt (NW) verschüttet worden und konnte nur noch tot geborgen werden.

Tag des Europäischen Notrufs

Doch warum eigentlich diese Aktion? “Mit dem TwitterGewitter wollen wir auf die Wichtigkeit des Europäischen Notrufs 112 aufmerksam machen”, sagt Unger. “Europaweit kann jeder egal über welches Endgerät die richtige, schnelle Hilfe anfordern – und das kostenfrei!” An jedem 11. Februar (11.2.) findet der Tag des Europäischen Notrufs statt. Aus diesem Grund veranstalteten die rund 50 Berufsfeuerwehren aus ganz Deutschland genau an diesem Datum von morgens 8 Uhr bis 20 Uhr am Abend ihr #TwitterGewitter. Für die erste Aktion im vergangenen Jahr wurden sie sogar ausgezeichnet:

Unter dem Hashtag #112live twitterten am Tag des Notrufs (11.2.) über 50 Berufsfeuerwehren aus ganz Deutschland über ihre Einsätze, den Weg zu Feuerwehr oder andere wichtige Themen.

Unter dem bundesweiten Hashtag #112live waren die Pressestellen der Berufsfeuerwehren am 11. Februar 2020 deshalb wieder von 8 bis 20 Uhr auf Twitter präsent. Diese Social-Media-Aktion wurde durch das Netzwerk der Pressesprecher der Berufsfeuerwehren in Deutschland organisiert. „In diesem Jahr haben sich zahlreiche weitere Berufsfeuerwehren angeschlossen, die diesen Anlass ebenfalls für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen werden“, freute sich der für die Berufsfeuerwehren zuständige Vizepräsident Karl-Heinz Knorr bereits im Vorfeld auf die inhaltliche Vielfalt. und wurde nicht enttäuscht.

Heiß her ging es in Chemnitz: Dort brannte es in einem Schuppen. Die Berufsfeuerwehr Chemnitz war zusammen mit der FF Glösa und der FF Grüna im Einsatz. Vereinzelt kam bei Twitter-Usern Kritik auf, es würde nur um “Selbstbeweihräucherung der Profis” gehen. Doch zahlreiche Tweets der BFler wie dieser befassten sich auch mit der Arbeit und der großartigen Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren.

Eine interessante Zahl hat die Feuerwehr Frankfurt/Main veröffentlicht: 15 so genannte Hosentaschenanrufe kommen dort tagsüber rein. Also Notrufe, die aus Versehen ausgelöst wurden, weil jemand sein Handy nicht gesperrt hat, bevor er es in die Tasche gesteckt hat.

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Nicht nur um Einsätze und das richtige Absetzen eines Notrufs ging es an diesem besonderen Tag. Es wurde auch die typische Arbeit auf einer Feuerwache und in der Ausbildung – wie hier bei der Feuerwehr Wuppertal – gezeigt. So soll für das Berufsbild Feuerwehrmann/Feuerwehrfrau geworben werden.

Und Notrufe über die 112 sind nicht nur international – auch mundartlich konnte der eine oder andere Tweet für Heiterkeit sorgen. Vor allem bei der Berufsfeuerwehr Wiesbaden 

Aber auch die Berufsfeuerwehr München ließ es sich nicht nehmen, Lokalkolorit zu versprühen.

“Es ist uns nicht nur gelungen, mit dem TwitterGewitter auf den Europäischen Notruff 112 hinzuweisen, sondern auch die große Familie Feuerwehr von A bis Z in all ihren Facetten zu zeigen”, sagt Jan Ole Unger abschließend. “EGal ob Berufs- oder Freiwillige Feuerwehr, es ist für jeden etwas dabei, der sich bei uns engagieren möchte.”  

Der Notruf – so läuft der Anruf bei der Feuerwehr

Wer die 112 wählt landet in einer (Feuerwehr- und) Rettungsleitstelle. Hier werden die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst koordiniert. Doch was steckt hinter dem Notruf und wie kann er aktuell in die Brandschutzerziehung eingebracht werden? Wir klären auf.

Die wichtigsten Fakten zum Notruf 112:

  • Ein Anruf ist immer kostenfrei.
  • Notrufe erreichen immer eine 24 Stunden/7 Tage besetzte Leitstelle.
  • Sie kann für Notrufe zum Rettungsdienst, zur Feuerwehr und zur Polizei genutzt werden.
  • Ein Notruf beginnt immer mit der Information: “Wo ist etwas passiert?”
  • Die Notrufnummer 112 kann von überall her erreicht werden, egal ob Festnetz, öffentliches Telefon oder Mobiltelefon. Beim Handy muss allerdings eine SIM-Karte eingelegt sein.

Die W-Fragen

  • Wo ist etwas geschehen? Wo ist der Notfallort?
  • Was ist geschehen?
  • Wer ruft an?
  • Warten auf Rückfragen der Leitstelle!

Früher gab es die sogenannten 5 W-Fragen: Wer?, Wo?, Was?, Wieviele? und Warten. Die erste Frage lautete immer: Wer ruft an? Diese W-Fragen und ihre Reihenfolge wurden auch so in der Brandschutzerziehung gelehrt. Insbesondere durch das Mobiltelefon ist jetzt aber die Frage nach dem Notfallort die erste und wichtigste. Denn es kam häufiger vor, dass die Verbindung kurz nach der Notrufannahme abbrach. Ist das “Wo?” geklärt, kann aber zumindest eine Einheit zur Kontrolle des angegebenen Notfallorts entsandt werden.

Unter Berücksichtigung einer strukturierten beziehungsweise standardisierten Notrufabfrage der Leitstelle stellte sich die Frage, ob die Lerninhalte der Brandschutzerziehung und -aufklärung noch zum heutigen Vorgehen der Leitstellen passen.

“Ein Auswendiglernen der W-Fragen
ist nicht mehr notwendig.”

Der Gemeinsame Ausschuss Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) haben eine Fachempfehlung zum Notruf herausgebracht:

>>Fachempfehlung
“Der Notruf in der Brandschutzerziehung und -aufklärung”<<

Strukturierte Notrufabfrage

Bei den Notrufen in der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr Köln übernehmen die Disponenten stark die Gesprächsführung, um die wichtigsten Informationen schneller zu filtern. “Wir haben vor einigen Jahren ein Konzept für eine strukturierte Notrufabfrage erstellt”, berichtet Sebastian Brandt, Leiter der Leitstelle. “Es gilt, gezielte Fragen zu stellen, noch besser mit Laien umzugehen, niedrigschwelliger mit den Anrufern zu sprechen.” In dieser Notrufabfrage haben die Kölner unterschiedliche Regeln für Rettungsdienst, Feuer und Hilfeleistung entwickelt.

Leitstelle der Feuerwehr Köln. Foto: Patzelt

Generell ist die erste Frage “Wo?”. “Wenn der Anruf direkt wieder abreißt, müssen wir zumindest wissen, wo wir einen Notfall haben”, erklärt Brandt. Dann kommt erst “Was?”. Und daraus resultiert ein Voralarm. Die Kräfte auf den Wachen erkennen am Ton, ob Löschzug oder Rettungsdienst alarmiert werden und laufen zu den Fahr-zeugen. In dieser Zeit intensiviert der Dis-ponent das Gespräch mit dem Anrufer. In der Folge werden das Einsatzstichwort und die konkreten Einsatzmittel durchgegeben. “Wir gewinnen dadurch je nach Situation zwischen 30 und 90 Sekunden”, betont der Leitstellenchef.

Auch ein interessanter Beitrag? 
>>Rettungsleitstelle: Rechts-Tipps für Disponenten

Eine Herausforderung sind die zahlreichen Notrufe in Fremdsprachen. “Wir müssen uns hier Präventionsmaßnahmen überlegen und dringend die Bevölkerung sensibilisieren, dass ein paar deutsche Vokabeln im Notfall notwendig sind”, meint Brandt. In der Leitstelle ist ein elektronisches Telefonbuch hinterlegt, wo Beamte mit Fremdsprachenkenntnissen aufgeführt sind. “Aber das setzt voraus, dass wir die Sprache erkennen. Sonst hilft nur der wiederholte Hinweis ,Geben Sie Ihr Telefon weiter’.”, so Brandt.

Tag des Notrufs

Bremen – Am 11. Februar findet der „Europäische Notruftag“ statt. Dieses Datum wurde aufgrund der Ziffernfolge ausgewählt, um auf die einheitliche Notrufnummer 112 in Europa hinzuweisen. Diese Nummer ist kostenfrei und gilt für alle europäischen Staaten. Wird der Notruf 112 von einem Mobiltelefon angerufen, geht dieser bei der nächstgelegenen Notrufzentrale ein. Hier erhält der Meldende stets adäquate Hilfe. Im Festnetz wird der Anrufer automatisch mit der zuständigen Leitstelle verbunden.

Wie wichtig das Thema Notruf in Europa genommen wird, zeigt sich daran, dass es sogar eine eigene Organisation in Brüssel gibt, die sich um wichtige Fragen kümmert. Vor allem bemüht sich die EENA, die European Emergency Number Association, darum, die 112 überall noch bekannter zu machen. Denn immer noch sind weniger als die Hälfte aller Europäer vertraut mit dieser Nummer und würden sie in einem Notfall auch wählen, so die EENA.

Edelgard Huber von Gersdorff † wurde 112 Jahre alt und war die Ehren-Schirmherrin des europaweiten Notrufs 112. Sie hat miterlebt, wie Europa sich von einem Kontinent der Kriege und Zerstörung zu einer Gemeinschaft des Helfens entwickelt hat. Foto: Europe Direct

In Deutschland wurde die 112 im Jahr 1973 eingeführt. Vorausgegangen war der Tod des achtjährigen Björn Steiger, der nach einem Verkehrsunfall starb, weil Rettungskräfte zu spät eintrafen. Sein Vater engagierte sich für einen einheitlichen, immer erreichbaren Notruf und gründete später die Björn-Steiger-Stiftung. Auch in den USA war der Tod eines Menschen Ursache für die Einführung der dortigen Notrufnummer 911. Die Ermordung der 28-jährigen New Yorkerin Kitty Genovese erregte die Bürger und legte den Grundstein für einen einheitlichen Notruf.

Was tun im Notfall?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat einen Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen herausgegeben. Neben dem Notruf geht es darin auch um Vorratshaltung für den Notfall, die Hausapotheke, Dokumente und Notfallgepäck sowie um Informationsbeschaffung bei schwerwiegenden Notfallsituationen. Die Liste kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Weitere wichtige Rufnummern in Deutschland:

  • 110: Direkte Notrufnummer der Polizei; Meldung von Straftaten, Unfällen ohne Personenschaden und ähnlichem.
  • 115: Behördenruf; direkte Auskunft zu Leistungen der öffentlichen Verwaltung, seit 2011 in Betrieb.
  • 116 116: Rufnummer zur Sperrung elektronischer Berechtigungen wie EC- oder Kreditkarten.
  • 116 117: Rufnummer des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes.
  • 0800 190 99 99: Feldjäger (Militärpolizei).
  • 0800 6 888 000: Bundespolizei.
  • 19 222: Geplante Krankentransporte, funktioniert in der Regel nur mit der örtlichen Vorwahl der jeweiligen Leitstelle.
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