Notfall bei Gefahrgutübung

Norden (NI) – Bei einer Gefahrgutübung in Norden (Kreis Aurich) kam es am Samstag zu einem Zwischenfall. Bei der Bergung von Fässern blieb ein mit Chemikalienschutzanzügen ausgerüsteter Trupp im Watt stecken. Einer der Männer geriet vor Erschöpfung in Panik. Nachdem er von seinen Kameraden befreit wurde, kam er vorsichtshalber  in ein Krankenhaus.

Die Übungslage sah es vor, dass im Wattenmeer im Norder Ortsteil Norddeich mehrere Giftfässer angespült worden sind. Die Norder Feuerwehr fordert die Hilfe der Gefahrgutzüge aus den Landkreisen Aurich, Leer, Wittmund und der Stadt Emden an. Am Samstagmorgen rückten rund 130 Helfern an. Nach einer ausführlichen Lagebesprechung und den erforderlichen Aufbaumaßnahmen gehen die ersten Feuerwehrleute unter Vollschutz ins Watt. Nach wenigen Metern blieben die Helfer im Matsch stecken, können sich aber wieder selber befreien. Dies geschieht während der Übung auch anderen Trupps, jedoch kommt es zunächst zu keinerlei Schwierigkeiten.

Keine leichte Aufgabe. Die Bergung von Giftfässern im Wattenmeer. Ein Atemschutzgeräteträger geriet bei der Gefahrgutübung in Norden wegen Erschöpfung in Not. (Foto: Thomas Weege)
Keine leichte Aufgabe: Die Bergung von Giftfässern im Wattenmeer. Ein Atemschutzgeräteträger geriet bei einer Gefahrgutübung in Norden wegen Erschöpfung in einem Chemikalienschutzanzug in Not. (Foto: Thomas Weege)

Die Helfer kriechen zuletzt nur noch durch das Watt, da sie so nicht so tief einsinken und zügig vorankommen können. Kurz vor Übungsende kriecht ein Trupp zurück zum Deich, auch er bleibt stecken. Auf einmal reißt einer der Truppmitglieder die Arme hoch und winkt. Die Helfer am Deichfuß wissen sofort, dass er ein ernstes Problem haben muss und Hilfe braucht. Ohne zu zögern sprinten mehrere Feuerwehrmänner los ins Watt. Sie öffnen den Anzug und nehmen dem Atemschutzgeräteträger Helm und Atemschutzmaske ab. In einer Schleifkorbtrage wird er an den Deichfuß gebracht und an das Deutsche Rote Kreuz übergeben. Da der Mann sehr erschöpft ist, wird er anschließend vorsichtshalber  mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Er muss dort eine Nacht zur Beobachtung bleiben.

19 Kommentare zu “Notfall bei Gefahrgutübung”
  1. Notrufprotokoll

    körperliche Fitness ist das A und O für JEDEN AGT-Träger, insbesondere CSA!

    Dem Kameraden gehört die AGT-Tauglichkeit entzogen! So etwas darf nicht passieren, denn im Einsatz zur Menschenrettung gibt es keine Helfer, die mal eben angesprintet kommen, und als Sicherungstrupp ist man sogar selber der Helfer…
    glück, dass es nur eine Übung war, wenn auch sicherlich unter erschwerten Bedingungen. Aber Andere haben das ja auch geschafft…

  2. Björn G.

    Hallo zusammen,

    ich finde das Kommentar von “Notfallprotokoll” nicht angebracht!
    Jedem Atemschutz- Geräteträger (AGT) kann so etwas passieren!

    Natürlich sollten alle AGT, egal ob FF,WF oder BF auf ihre Körperliche Eignung (Fitness) achten, aber eine solche Situation kann selbst dem Trainiertesten AGT passieren, auch im Einsatz!

  3. @ Notrufprotokoll,

    nur eine Frage: Schon einmal selbst in einem CSA im Watt gelaufen????

  4. @Notrufprotokoll Weißt du ob es an mangelnder Fitness lag? Weist du wielange der Trupp schon im Einsatz war und welche Begleitumstände zu dem Zwischenfall geführt haben? Sollte der Mann wirklich nicht fitt sein, wieso hat er seine tauglichkeit nicht bei der regelmäßigen Prüfung verloren?

  5. Belustigter Mitleser

    Zum Ersten mal, wenn du etwas von der Materie verstehen würdest, wüsstest du, dass es nur AGT heißt, weil dein beschriebener AGT-Träger einen Atemschutzgeräteträger tragen würde. Unsere AGT sind jedoch selbständig zum Laufen fähig, was bei anderen auch so sein dürfte.
    Vor einer Panikattacke sind wohl die Wenigstens gefeit.
    Aber ich halte die jetzt mal keine medizinischen oder Verhaltenspsychologischen Vorteile. Aber ohne den Kameraden zu kennen möchte ich in Bezug auf deinen unqualifizierten Beitrag mal ein Zitat von Dieter Nuhr in etwas zivilisierten Form einbringen : Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal den Mund halten.

    Freundliche und kameradschaftliche Grüße

  6. Das kann nur einer schreiben der nicht bei der Übung wahr. Ich bin einer der Helfer,der denn Kameraden rausgeholt haben.Es hat auch nichts mit Fitniss zutun wenn mann im Schlick festsitzt.Und die Luft ausgeht,leider hält so ne Flasche nicht ewig.Das hat auch nichts mit der G 26.3 zutun. Mit freundlichen Gruss M.Bögner ( Gefahrgutgruppe Emden)

  7. also ich schlage “notrufprotokoll” für den besserwisser-preis vor, falls es so was geben sollte! die kommentare werden ja immer besser, ohne ihn wären wir nie auf so was gekommen!

    natürlich muss ein AGT-träger fit sein! aber steckte “notrufprotokoll” selbst im CSA? es ist sehr anmaßend, wie immer wieder über andere geurteilt wird, siehe auch der kommentar bei “Fahrzeug überschlagen, drei Kameraden verletzt”….

    menschen machen fehler, mitunter auch sehr verhängnisvolle! aber es sind eben auch “nur” menschen!!

  8. @ Notrufprotokoll:

    Ich finde es unangebracht hier ohne Hintergrundwissen über die AGT-Tauglichkeit es Kameraden zu spekulieren!!!

    Viel interessanter scheint mir die Frage, ob diese Übung nicht hätte vorher abgebrochen werden sollen!

  9. Ich hoffe, dass der Kamerad bald wieder auf den Beinen ist.

    @Notrufprotokoll: Wichtig ist, das niemand ernsthaft zu schaden gekommen ist.

    Sicherlich ist körperliche Fitness wichtig, doch wird der Kollege wohl eine gültige Tauglichkeit gehabt haben, sonst hätte man ihn nicht eingesetzt.

    Gute Besserung.

  10. Wütende Freak

    @Notrufprotokoll: Natürlich, aber wenn du da steckst und nicht mehr rauskommst, dann ist das doch schon sche*ße und genaue Daten gibts auch nicht!

    @All: Gute Besserung für den Kameraden.

    Mit (bzw. an Notrufprotkoll OHNE) kameradschaftlichen Gruß

  11. Belustigter Mitleser

    Kameraden, so sehr ich allen, außer Notrufprotokoll auch beipflichten.
    ES GIBT KEINE AGT-TRÄGER.
    Das sind sicherlich alles AGT oder AG-Träger.
    Es sei denn, bei euch wird nicht selbstständig gelaufen, unter Atemschutz. Aber ich denke nicht, das die AGT noch getragen werden müssen 😉

    Also bitte, AGT =
    Atemschutz
    Geräte
    Träger

    Ihr sagt ja auch nicht HIV-Virus oder PIN-Nummer 😉

  12. Notrufprotokoll

    Ausnahmsweise nehme ich meine Meinung mal zurück! Der war mehr als unüberlegt, und wirklich bescheiden sowie inhaltlich falsch!

    Entschuldigung dafür!

  13. Ich kann euch nur eins sagen, ich bin selbst mal bei einer Wattwanderung im Schlick stecken geblieben. Ich hatte keinen Atemschutz und auch kein CSA an, es hat aber trotzdem gereicht. Wenn ein Fuß aus der Pampe endlich raus ist, steckt der nächste schon wieder fest. Ich war froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und war ziemlich fertig. Alle die hier spekulieren, sollten mal an die Nordsee fahren und eine Wattwanderung machen. Natürlich nur unter fachkundiger Führung. Viel Spaß.

  14. Äh @Manni
    Die Flasche war leer ?

    Und die Kameraden haben in Panik den Anzug zerschnitten.

    Da gibt es aber noch Übungsbedarf und eine ordentliche Nachbesprechung oder was?

  15. Matze112SBK

    Erstma die Hauptsache dat keiner zu Schaden kam——-> WICHIG…und man kann nie über andere urteilen wenn man es selber noch nicht durch genmacht hat…@Notrufprotokoll……Ich selber hab schon solch anzug getragen und es ist net einfach nur damit zu laufen bzw durch solch”ich sags mal so Schlamm” zu laufen sicher wird es seine Gründe haben ,,wie manni schon sagte” das es zu dem zwischenfall kam….Andere sache wie mit dem Abbruch sehe ich darin net weil wenn es mal wirklich solch Einsatz gibt müssen die Kamaraden auch mit solche Situation zurecht kommen….Hut ab vor die, die es machen müssen… Mit kamaradschaftlichen Grüßen aus Schönebeck/Elbe Sachsen-Anhalt

  16. Hallo.

    Ich finde den oben stehenden Artikel zum Teil etwas unglücklich formuliert.
    Ein Feuerwehrmann der “vor Erschöpfung in Panik geriet”?

    Ich entnehme dem Rest des Artikels das der Kamerad in eine Notlage geriet und diese auch anzeigt. Das Anzeigen einer Notlage und die Inanspruchnahme von Hilfe ist in meinen Augen noch lange keine Panik!

    Selbst ohne CSA ist das laufen im Watt, gerade wenn man immer wieder einsinkt, sehr schwierig und anstrengend. Verständlich das dabei mehr Sauerstoff verbraucht wird als bei einer geringeren Belastung. Dies könnte erklären warum die Flasche leer gewesen sein soll.
    (siehe Kommentar eines FW-Kameraden der bei der Übung anwesend war)

    Aus Sicht eines Sanitäters (also eines FW-Laien ;-)kann ich es auch gut nachvollziehen das der CSA aufgeschnitten wurde um den Kameraden schnellstmöglichst zu erreichen und ihm somit das Atmen (wieder?) uneingeschränkt zu ermöglich.

    Achtung Vermutung:
    Ich habe schon öfter Übungen mit CSA gesehen die zusätzlich mit Klebeband versiegelt waren.
    War dies hier auch der Fall?
    Hätte das “normale” Ausziehen des Anzugs in diesem speziellen Fall (keine Atemluft!) zu langen gedauert?
    Immerhin mußte der Kamerad ja erstmal auch von den Helfern erreicht werden. Auch ohne CSA im Watt kein leichter Weg…
    Ende der Vermutungen.

    Da ich selbst nicht bei einer FW bin und ich somit mit den entsprechenden Notfallverfahren nicht vertraut bin bitte ich um Nachsicht.

    Liebe Grüße

    Marco
    ehem. KatS San.-Zug

  17. Muss mich etwas anders ausdrücken sorry .Was ich sagen wollte,wenn ein die Puste vor Erschöpfung sprichwörtlich ausgeht.Ist es so als die Flasche leer ist.Aber trotzdem finde ich es mutig.Sein Kommentar zuentschuldigen.Gruss an alle Feuerwehrfreunde.

  18. Übungsteilnehmer

    Hallo,
    möchte nur folgende Punkte richtig stellen: Erstens wurde der Anzug nicht zerschnitten, auch wenn dies sowohl hier als auch in der Presse falsch dargestellt ist. Der Anzug wurde ganz normal über den Reißverschluss geöffnet. (Macht sich in der Presse natürlich weniger spektakulär.) Zweitens hatten beide Kameraden aus dem Trupp noch Luft in der Flasche.
    Gruß,
    Übungsteilnehmer.

  19. Martin Menssen

    @ Notrufprotokoll und Übungsteilnehmer und Konsorten….

    Wenn ihr doch alle so schlau seit lade ich euch gerne rechtherzlich dazu ein solch eine “dämliche” Übung mitzumachen!

    Wenn ihr dann noch mit eurem Anzug bis zum Becken im Schlick steckt wirds mit Sicherheit lustig.

    Versucht dann dabei euren Anzug zu öffnen, wenn die Hände durch den Matsch nicht mehr zu erkennen sind… der Reißverschluss klemmmt, euch dabei die Luft ausgeht und euer “Partner” selbst mit sich im Schlick kämpft!

    Wenn das bei dir Notrufprotokoll alles so reibungslos ablaufen sollte bist du mein Held!

    Da hat es nichts mehr mit Ausdauer bzw. Leistungsfähigkeit zu tun sondern ganz allein mit der Verantwortungslosigkeit der Übungsleiter!

    Diese konnten sich aber am Ende doch nur wieder liebherzig auf ihre so hochgeloben Schultern klopfen und sagen “wie gut das nichts weiter passiert ist” anstatt sofortig für diese abnormal verantwortungslose Übung ihren Hut abzulegen!

    Ich hoffe nur das es in der Zukunft solche Übungen nicht mehr geben wird!!!!

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: