Neuer Seenotkreuzer nimmt Formen an

Berne (NI) – Ein neuer, gut 36 Meter lange Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nimmt Formen an: Die Schiffbauer der Fr. Fassmer-Werft in Berne-Motzen (Kreis Wesermarsch) haben am Montag Deckshaus und Hubschrauber-Arbeitsdeck auf den Rumpf gesetzt. Das in bewährter Aluminium-Bauweise gefertigte Schiff wird 2012 in Dienst gestellt und kommt in der Ostsee auf der Station Sassnitz zum Einsatz.

Mit der Indienststellung wird der Seenotkreuzer Wilhelm Kaisen (Baujahr 1978) ersetzt. Über dessen Verwendung wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Die DGzRS trägt damit dem absehbar steigenden Verkehrsaufkommen auf See Rechnung. Nach gut einjähriger Vorplanung fanden im Sommer 2009 Ausschreibung und Auftragsvergabe statt. Entwurf, Modellversuche, Strukturauslegung, Werkstattzeichnungen, Materialzuschnitt und -Formung haben Werft und DGzRS bis weit in das Jahr 2010 hinein beschäftigt. Auch dieser Seenotkreuzer und Tochterboot sind als Selbstaufrichter konzipiert, womit ein Kentern verhindert werden soll.

Ein neuer Seenotkreuzer entsteht: Im kommenden Jahr soll das Schiff für Einsätze in der Ostsee bereit stehen. Foto: DGzRS
Ein neuer Seenotkreuzer entsteht: Im kommenden Jahr soll das Schiff für Einsätze in der Ostsee bereit stehen. Foto: DGzRS

Die Eckdaten des Seenotkreuzers:

Länge über Alles: 36,45 m
Breite auf Spanten: 7,80 m
Tiefgang: 2,12 m
Geschwindigkeit: 25 kn (ca. 46 km/h)
Besatzung: 11/5 Pers. (Stamm/Einsatz)
Antrieb: 3 Motoren auf 3 Festpropeller mit insgesamt 4785 kW (ca. 6508 PS)

Erstmals kommt als Tochterboot ein gemeinsam mit der Werft „Marine Specialised Techno­logy Ltd.“ entwickeltes schnelles Festrumpfschlauchboot (Rigid Inflatable Boat, RIB) mit geschlossener Kajüte zur Unterbringung von Geretteten und Durchführung von Kranken­transporten in DGzRS-typischer Aluminiumbauweise zum Einsatz. Bereits seit dem Spät­sommer 2010 wurde das neue Tochterboot (Prototyp TB 35) zur intensiven Praxiserprobung auf der Station Sassnitz eingesetzt, nachdem Besatzungsmitglieder in den seemännisch anspruchsvollen Revieren vor der Küste Schottlands ein Einführungstraining absolviert hatten. Zur Endausrüstung und Anpassung an die Heckwanne liegt TB 35 jetzt bei der Fassmer-Werft.

 Die Eckdaten des Tochterbootes:

Länge über Alles: 8,70 m
Maximale Breite: 3,60 m
Geschwindigkeit: 32 kn (ca. 59 km/h)
Antrieb: 2 Motoren auf Wasser-Jetantriebe mit 376 kW (ca. 512 PS)

Die DGzRS hat sich nach ausführlichen Praxistests in Nord- und Ostsee mit einem ähnlichen Fahrzeug des niederländischen Seenotrettungsdienstes KNRM aus verschiedenen Gründen zu diesem Schritt entschlossen. Die Anforderungen in den Bereichen erreichbare Geschwin­digkeit, Manövrierfähigkeit, erleichtertes Längsseitsgehen und Kostenersparnis gegenüber den bisherigen Tochterbooten bei vergleichbarer Sicherheit wurden umfassend erfüllt.

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