Neue Fahrzeuge in Größe S

Karlsruhe (BW) – Rosenbauer und Metz schrumpfen ihre Fahrzeuge. Auf einer großen Pressekonferenz im Werk von Metz Aerials stellten die Unternehmen heute neue Drehleitern sowie einen schmalen Panther vor. Ein “S” in den Typenbezeichnungen weist auf die technischen Neuerungen hin: ein neu entwickelter Gelenkteil bei der Drehleiter L32A-XS, mit dem sich auch Stellen an Gebäuden erreichen lassen, die bisher im “toten Winkel” des Bewegungsspektrums lagen, und ein schmalerer und leichterer Panther, der als Flughafenlöschfahrzeug Panther S 6×6 auf kleinen regionalen oder nationalen Flughäfen zum Einsatz kommen soll.

L32A-XS lautet die Bezeichnung für den neuen Dreleitertyp, den Metz Aerials heute auf einer Pressekonferenz in Karlsruhe vorgestellt hat. Foto: Metz Aerials
L32A XS lautet die Bezeichnung für den neuen Dreleitertyp, den Metz Aerials heute auf einer Pressekonferenz in Karlsruhe vorgestellt hat. Foto: Metz Aerials

Mit der L32A XS, der Weiterentwicklung der L32A mit absenkbarem Korbsegment, soll die Feuerwehr nun auch Einsatzstellen erreichen, die selbst mit Gelenkdrehleitern bislang unzugänglich blieben. Zeigten diese ihre großen Stärken vor allem in der Höhe, wenn es galt, zurückversetzte Gauben, Fenster und Balkone sowie die der Straßenseite abgewandten Gebäudebereiche zu erreichen, kommt die XS nun auch an die untersten Fassadenteile heran. Also an jene Einsatzstellen, die in schmalen Gassen oder bei beengten Platzverhältnissen bisher häufig im „toten Winkel” des Bewegungsspektrums einer Drehleiter lagen. Möglich wird dies dank eines neu entwickelten Gelenkarmes. Das Besondere am neuen Gelenkarm ist sein Drehmechanismus. Wie bei einem Taschenmesser ist der Drehpunkt am Leitersatz nach innen versetzt, die Leiterteile wurden dafür um drei Sprossenfelder geöffnet. So kann das Gelenk „früher“ als bei allen anderen Drehleitern abgewinkelt werden. Der Aktionsradius verringert sich auf 7,40 Meter, gemessen von der Mitte des Drehgestells bis zur Außenkante des Rettungskorbes. Für einen horizontalen 180-Grad-Schwenk ohne Unterbrechung benötigt die neue Metz L32A XS lediglich eine Straßenbreite von 9,50 Metern.

Das Mehr an Beweglichkeit verschafft der Feuerwehr ein Mehr an Flexibilität im Einsatz. 6,15 m Abstand von der Fahrzeugaußenkante zur Hausfassade reichen, um die neue Metz Drehleiter stufenlos aufrichten zu können. Das heißt, sie kann entlang der Fassade hochgefahren werden und muss nicht zuerst parallel zur Straße aufgerichtet und anschließend gedreht und positioniert werden. Auch das Absetzten des Korbes ist nun auf engstem Raum möglich: Nur 2,5 m müssen dafür vor der Fahrerkabine frei sein, und auch rundum das Fahrzeug kann der Korb extrem nahe platziert werden. Die Krankentrage lässt sich dann einfach und schnell auf Brusthöhe abnehmen.

Der schmale Panther

Einen halben Meter schmaler als die bisher gebauten Panther ist das neue Rosenbauer Flughafenlöschfahrzeug Panther S. Foto: Rosenbauer International
Einen halben Meter schmaler als die bisher gebauten Panther ist das neue Rosenbauer Flughafenlöschfahrzeug Panther S 6×6. Foto: Rosenbauer International

Leichter, kompakter und vor allem schlanker präsentiert sich der neue Panther S 6×6. Exakt einen halben Meter schmaler ist er gegenüber den bestehenden Varianten. Er ist mit dem neuen 700-PS-Motor von Volvo (Euro 5) gleich stark motorisiert wie der Panther CA05 6×6 und so wie dieser mit einem Twin-Disc-Getriebe ausgestattet. Dadurch beschleunigt der Panther S sogar etwas schneller auf die von der ICAO geforderte Geschwindigkeit von 80 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt rund 120 km/h. Im Panther S kommen auch die gleichen Fahrwerkskomponenten zum Einsatz: Kessler-Achsen, einzeln aufgehängt mit Schraubenfederung, Single-Bereifung und wahlweise Trommel- oder Scheibenbremsen. In Kombination mit dem verwindungssteifen Kastenrahmen sowie einem tiefer gelegten Schwerpunkt verleihen sie dem Flughafenlöschfahrzeug optimale Fahreigenschaften. (Informationen und Fotos: Rosenbauer International, Metz Aerials)

Vergleich zwischen dem neuen Panther S 6×6 und einem Modell mit 3 Meter Breite

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5 Kommentare zu “Neue Fahrzeuge in Größe S”
  1. Super für enge Städte und Siedlungen!!
    Klasse das man in die richtige Richtung Entwickelt!!!

  2. Eine derartige Entwicklung hat lange genug gedauert. Daumen hoch!

  3. Warum wird in dem Bericht nur die XS vorgestellt und nicht die am gleichen Tag vorgestellte XF, bzw. die Kombi aus XS und XF die XS-F?

  4. Michael Rüffer

    @Sven: Wir werden in einer der nächsten Ausgaben des Feuerwehr-Magazins ausführlich über die neuen Drehleitern berichten.

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