Nach Frontalkollision in Lebensgefahr

Nordhorn (NI) – Auf der Landesstraße 45 zwischen Wietmarschen und Veldhausen im Nordhorner Ortsteil Hohenkörben (Kreis Grafschaft Bentheim) kam es am Freitagmittag zu einem schweren Verkehrsunfall. Zwei Männer wurden dabei verletzt, einer davon lebensgefährlich.

Nach Angaben der Polizei an der Unfallstelle geriet etwa gegen 14.15 Uhr der Fahrer eines Mercedes Benz in einer langgestreckten Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn. Dort prallte das Auto zunächst gegen den Viehanhänger eines aus Richtung Wietmarschen kommenden Gespannes. Dabei riss der Anhänger samt Anhängerkupplung vom Zugfahrzeug ab und landete im Seitenraum. Der Fahrer des Mercedes verlor in der Folge die Kontrolle über sein Fahrzeug, geriet ins Schleudern und weiter auf die Gegenfahrbahn. Während ein entgegenkommendes Fahrzeug noch ausweichen konnte, dabei aber beschädigt wurde, hatte der Fahrer eines Opel Astra keine Chance. Es kam zu einem Frontalzusammenstoß des Mercedes mit dem Opel. Der Mercedes rutschte etwa 30 Meter weiter und blieb auf der Gegenfahrbahn stehen. Der Opel wurde durch die Wucht des Aufpralls in den Straßengraben geschleudert.

Nach dem Notruf entsandte die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Nordhorn ein umfangreiches Aufgebot an Rettungskräften zum Unfallort. Neben zwei Rettungswagen (RTW) des DRK-Rettungsdienstes aus Nordhorn und dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) mit Notarzt aus Nordhorn wurde für die Feuerwehren aus Wietmarschen und Nordhorn „H3-Alarm, Verkehrsunfall, eingeklemmte Person“ ausgelöst. So eilten aus Nordhorn vier Feuerwehrfahrzeuge (KdoW, HLF 20/16, HRB 32, LF 10/6) und aus Wietmarschen drei Fahrzeuge (TLF 16/24, LF 10/6, MTF) mit zusammen etwa 40 Frauen und Männern zur Unfallstelle.

Während der Mercedes-Fahrer sein Fahrzeug selbstständig verlassen konnte und mit einem RTW in ein Nordhorner Krankenhaus gebracht wurde, war der Opel-Fahrer in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Da der Opel Astra zudem in einer steilen Seitenlage im Graben lag, gestaltete sich die Rettung des Mannes aufwändig. Zunächst wurde das Fahrzeug mit zwei Mehrzweckzügen und der Seilwinde des Nordhorner Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges (HLF 20/16) gegen ein weiteres Abrutschen gesichert. In  enger Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren mit dem Rettungsdienst und dem Notarzt konnte dann die Befreiung des Patienten erfolgen. Zur ersten medizinischen Versorgung entfernten die Kameraden aus Wietmarschen auf der Beifahrerseite die Türen. Zeitgleich wurde durch die Nordhorner Wehr mit dem Rettungsgerät des HLF 20/16 auf der Fahrerseite ein erster Zugang geschaffen.

Da der Opel-Fahrer augenscheinlich schwerste Verletzungen aufwies, ließ der Notarzt den Rettungshubschrauber (RTH) Christoph Europa 2 aus Rheine (NRW) nachalarmieren. Außerdem stand allen Beteiligten der Notfallseelsorger der Nordhorner Feuerwehr zur Seite. Nach der Erstversorgung durch Notarzt und Rettungsdienst, entfernten die Wehren das Dach des Opels. Der Knieraum auf der Fahrerseite wurde mit einem Hydraulikstempel erweitert. So gelang es den Helfern nach etwa 40 Minuten, den schwer verletzten Mann mit Hilfe eines Spine-Boards (Rettungsbrett) aus seinem Wrack zu befreien. Nach einer weiteren medizinischen Betreuung wurde er mit lebensgefährlichen Verletzungen mit dem RTH in ein Krankenhaus nach Lingen an der Ems geflogen. (Text und Foto: Stephan Konjer)

Einsatzkräfte leiten die Rettung des eingeklemmten Opel-Fahrers ein. Foto: Stephan Konjer
Einsatzkräfte leiten die Rettung des eingeklemmten Opel-Fahrers ein. Foto: Stephan Konjer
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