“MSC Flaminia” legt in Wilhelmshaven an

Wilhelmshaven (NI) – Das havarierte Containerschiff “MSC Flaminia” hat am Sonntag im Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven festgemacht. Damit endete vorerst die Odyssee des am 14. Juli auf der Fahrt von Charleston (USA) über Felixstowe (Großbritannien) und Antwerpen (Belgien) bis nach Bremerhaven in Brand geratenen Havaristen. 57 Tage lag die “Flaminia” nach dem Brandunglück (siehe Kasten) auf hoher See, weil mehrere Länder dem Hamburger Containerfrachter das Anlaufen eines Hafens verweigert hatten.

Am Sonntagnachmittag legte der havarierte Containerfrachter “MSC Flaminia” am Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven an. Der Blick von oben ins Schiff offenbart die Schäden im vom Feuer betroffenen Bereich. Im Hintergrund ist der Bergungsschlepper “Fairmount Expedition” zu sehen. Foto: Havariekommando

Der Schleppverband, neben dem Havaristen bestehend aus dem niederländischen Schlepper “Fairmount Expedition”, dem Mehrzweckschiff “Neuwerk”, einem Schiff der Bundespolizei und mehreren Schleppern, erreichte gegen 16 Uhr den Cotainerterminal. Zuvor hatten die Schiffe westlich von Helgoland auf Seeposition gelegen. Die “Neuwerk” hatte einen Chemiker, einen Bergungsspezialisten, einen Experten des Germanischen Lloyd, eine Analytische Task Force des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie zwei Nautiker an Bord gebracht. Sie sollten auf der “Flaminia” Wasser-, Luft- sowie Oberflächenproben nehmen sowie den Schiffszustand analysieren. Unterstützt wurden sie dabei von einer Brandbekämpfungseinheit (BBE) des Havariekommandos in Cuxhaven.

Jetzt liegt die “Flaminia” an einem noch nicht genutzten Stück des Kais am CTW. Zunächst werden weitere Untersuchungen zur Sicherheit an Bord erfolgen. Dann wird die Staatsanwaltschaft nach dem immer noch vermissten Seemann suchen sowie ihre Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen. Erst wenn diese das Schiff freigegeben hat, kann mit der Entladung der Container sowie der Entsorgung des noch in den Laderäumen befindlichen Löschwassers begonnen werden. Von den rund 2.876 Containern unterschiedlicher Größe, die der Frachter geladen hat, sind 151 Gefahrgutcontainer. Laut einer Pressemitteilung des Havariekommandos sind 55 dieser Container intakt, 24 durch Feuer, Rauch und Hitze beschädigt sowie 72 offensichtlich zerstört. Bei allen Stoffen soll es sich um im Seeverkehr übliche Gefahrstoffe handeln.

Die Feuerwehr Wilhelmshaven hat vorsorglich das gerade neu beschaffte Cobra-Löschsystem sowie einen 250-kg-Pulveranhänger zur Feuerwache 2 in den Stadtnorden verlegt. Diese Wache liegt in unmittelbarer Nähe zum CTW. Weitere 1.000 Kilogramm Löschpulver stehen auf Fahrzeugen der Werkfeuerwehren INEOS und Wilhelmshavener Raffineriegesellschaft zur Verfügung. Außerdem kann auf 75 Kubikmeter Schaummittel aus dem mit den Werkfeuerwehren gebildeten Schaummittelverbund zugegriffen werden. Erst nach Ende der Bergungsarbeiten wird das Ausmaß der Schäden feststehen. Nach Schätzungen von Schiffsmaklern, Versicherungsexperten und Reedereimitarbeitern wird der Schaden aber mehr als 10 Millionen Euro betragen. (Foto: Olaf Preuschoff)

Explosionen und Feuer an Bord

Auf dem Weg von Charleston (USA) über den britischen Hafen Felixstowe und Antwerpen in Belgien sollte die Fahrt der “MSC Flaminia” eigentlich nach Bremerhaven gehen. Doch am 14. Juli brach auf dem zur NSB Niederelbe Schiffahrtsgesellschaft in Buxtehude gehörenden Containerfrachter ein Feuer aus. Ursache: bisher ungeklärt. In der Folge explodierten Teile der Ladung. Ein Seemann starb an seinen erlittenen, schweren Verletzungen, ein weiterer wird bisher vermisst. Ein Seemann befindet sich mit schweren Verletzungen im kritischen Zustand in einer Spezialklinik. Zwei leicht Verletzte haben das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen können. Die unverletzt gebliebenen Besatzungsangehörigen waren kurz nach dem Unglück vom Tanker “DS Crown” aufgenommen worden.

MSC Flaminia

Länge: 289 m
Breite: 40 m
Tiefgang: 14 m
Deadweight: 85.823 t
Hauptmaschine: MAN B&W 10K98MC-C, 57.100 PS
Baujahr: 2001
Kapazitäten: 6.750 20-ft-Container, 3.326 40-ft-Container
Heimathafen: Hamburg

14 Kommentare zu ““MSC Flaminia” legt in Wilhelmshaven an”
  1. Na irgendwo muss es ja hin…. die letzte Alternative, ein Löchlein in den Rumpf bohren und die Sache dem Atlantik zu überlassen is ja auch nicht die feine Art gegenüber den Meeresbewohnern…

  2. Liest du die Berichte auch, oder gibst du einfach nur so deine Kommentare ab? Die Länder haben es dem Schiff untersagt, da werden es die anderen Länder kaum anders machen. Aber kannst die Japaner ja mal fragen ob sie dich haben wollen.

  3. Mhh Leute ich weis ja nicht für es Für Probleme gibt immer bei sowas :O, ich Wohne ca 3km Luftlinie vom Jade-Weser-Port entfernt, Ich finde es Gut das es unter Kontrollierten Bedingungen entladen wird und danach entweder einer Entsorgunsfirma zugeschleppt wird oder instandgesetzt wird. In Anderen Ländern würder der Fracht auf den Weg in einen “sicheren Hafen” wegen einem “sturm” absaufen, und das halte ich für 1000mal schlimmer als es Kontrolliert zu entladen. MFG

  4. Jim Knopf

    am besten als Simulator in Wilhelmshaven lassen,wäre weltweit der erste Simulator für Maschine und Brücke im Maßstab 1:1 und könnte gleichzeitig als Seezeichen,Einsatzzentrale,Gefahrgutdepot usw. eingesetzt werden!

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