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Gerätewagen Transport der FF Deizisau (BW): Kastenaufbau mit klappbaren Seitenwänden.
Tipps zur Ausrüstung

Mobil und flexibel im Einsatz: Rollcontainer bei der Feuerwehr

Vor allem die Einführung der Gerätewagen-Logistik hat einen regelrechten Nachfrageboom nach Rollwagen beziehungsweise Rollcontainern geschaffen. Der Grund: Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der mobilen Gerätekisten. Doch neben den GW-L gibt es auch immer mehr andere Fahrzeuge, auf denen sich Rollcontainer finden. Die Palette reicht von Mannschaftstransportfahrzeugen bis zu Rüstwagen und Abrollbehältern.

Die Freiwillige Feuerwehr Vechta führt auf ihrem Rüstwagen Logistik Rollwagen mit, die über die heckseitige Ladebordwand entnommen werden können. Der Zugang zur darauf untergebrachten Beladung ist aber auch über die seitlichen Rolladen möglich. Foto: Rüffer (Bild: Michael Rueffer)

Für viele Feuerwehren scheint der Rollwagen oder auch Rollcontainer die ultimative Lösung zu sein. Während die Ersatz-Atemschutzgeräte, Reserve-Tragkraftspritze und zusätzliches Rüstholz noch vor einigen Jahren in Regalen und Abstellkammern lagerten und im Einsatzfall erst – teils (zeit)aufwändig – verlastet werden mussten, genügen heute ein bis zwei Kameraden, die mal eben anpacken und einen Wagen schieben. Innerhalb weniger Minuten ist das passende Gerät bedarfsgerecht auf dem Fahrzeug verladen, eine Ladebordwand oder eine Einschubrampe vorausgesetzt. Und: Das Gerät ist entsprechend den gültigen Vorschriften gesichert. Vorbei die Zeit, in denen Atemluftflaschen lose durch den Mannschaftsraum kullerten – zum Glück.

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In den meisten Fällen geht es um Nachschubmaterial, das mit Logistik- und Nachschubfahrzeugen zur Einsatzstelle gebracht wird. Meist Verbrauchsmaterial wie Atemluftflaschen, Ölbindemittel oder Schläuche. Doch längst sind Rollwagen auch auf “Erstangreifern” zu finden. Die Feuerwehr Dortmund stellte zum Beispiel bereits 2008 ihr Konzept eines Löschfahrzeug- Logistik (LF-L) vor, das – je nach Aufgabe – verschiedene Rollwagen an Bord nehmen kann (siehe Feuerwehr- Magazin 1/2008). Auch die WF Bayer in Berlin bestellte jüngst zwei HTLF 40/20-5 von Empl mit heckseitigem Laderaum. Und Rüstwagen (RW), Vorausrüstwagen oder auch das Tragkraftspritzenfahrzeug-Logistik in Bayern bieten Rollwagen ihren Platz. So zum Beispiel der Vorausrüstwagen der FF Baiersdorf (BY), das Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik der FF Retzelfermbach (BY) oder der Rüstwagen Logistik der FF Vechta (NI).

Unterschiedliche Lösungen für Logistik-Fahrzeuge

Die Palette der ausgelieferten Rollwagen ist entsprechend breit. Besonders häufig werden Rollwagen für Schläuche, Atemschutz (Flaschen, Masken und Filter) sowie für Tragkraftspritzen und Beleuchtungssätze nachgefragt. Die meisten Hersteller bieten inzwischen ein Standard-Portfolio an, können aber auch Sonderwünsche berücksichtigen und Spezialanfertigungen anbieten. “Am exotischsten war bei uns bislang der Auftrag für einen Rollwagen für Tierfanggeräte”, berichtet Ulrich Persuhn von der Firma P-Tec (Logiroll). Auch Rollwagen für den Unwettereinsatz, dank derer mit einem Fahrzeug gleich mehrere Einsatzstellen in der Nachbarschaft gleichzeitig abgearbeitet werden können, finden Verwendung.

Vieles ist möglich, doch alles hat Grenzen

Die Grenzen der Möglichkeiten sind dabei nur theoretisch – doch Vernunft und Praxis-Erfahrungen reglementieren die Ideen am Ende doch. Bereits 2005 hat zudem der Fachausschuss Technik der deutschen Feuerwehren (AGBF/DFV) eine “Richtlinie für die Konstruktion und Verwendung von nicht kraftbetriebenen Rollcontainern im Feuerwehrbereich” herausgegeben. Dabei handelt es sich nicht um eine Norm, sondern um eine Orientierungshilfe, die nicht zwingend berücksichtigt werden muss. Die Empfehlung weist unter anderem auf die Standsicherheit (statischer Kippwinkel von 20 Grad muss erreicht werden können), die zu verwendenden Räder und Bremsen sowie die Transportsicherung und maximale Zuladung hin.

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Download Entwicklung der LF-Logistik

Gerade das Gewicht ist es, das oftmals die Grenzen aufzeigt. Zwar halten Rahmen und Räder einer hohen Belastung stand. Allerdings stellt sich dann die Frage, ob ein besonders schwererer Rollcontainer an einer Ladebordwand oder Rampe manövrierfähig bleibt. Selbst kleine Kanten (zum Beispiel an Toren oder Bordsteinen) können plötzlich zu unüberwindbaren Hindernissen werden. Es gibt Firmen, die raten ihren Kunden von einer Zuladung von mehr als einer halben Tonne ab – zumindest für Rollcontainer im Standardeinsatz.

Auf diesem Rollwagen der Firma Hensel sind Stromerzeuger und Komponenten eines Beleuchtungssatzes vereint. Foto: Hensel

Wer sich bewusst für ein “Mehr” entscheidet, sollte eine entsprechende technische Voraussetzung schaffen lassen, damit der Wagen auch auf abschüssigen Straßen (oder etwa Zufahrten zu Tiefgaragen) unter Kontrolle gehalten werden kann. So bietet beispielsweise die Firma Jerg ihre Rollwagen mit einer “Stronghold-Ausführung” an, die über vier gleichzeitig wirkende Trommelbremsen verfügt. “Damit können auch Schwergewichte wie zum Beispiel Löschcontainer bis zu einem Gesamtgewicht von 850 Kilogramm problemlos einbremst werden”, erklärt Geschäftsführer Markus Jerg.

Eine Feststellbremse (Totmannbremse) ist generell bei jedem Rollcontainer erforderlich. Die Fachempfehlung rät dabei: “Die Verzögerung muss entsprechend des vorgesehenen Gesamtgewichtes auf einer Schräge von 7 Grad zu halten, beziehungsweise aus Schrittgeschwindigkeit in der Ebene nach spätestens 0,5 Meter zum Stehen zu bringen sein.”

Rollcontainer sind keine Geländefahrzeuge

Grundsätzlich sollten die Kunden im Vorfeld einer Bestellung die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen mit den Herstellern besprechen und dabei Sinn und Unsinn abwägen. In manchen Fällen macht es beispielsweise Sinn, Rollcontainer mit Hakenösen auszustatten, um einen Kranbetrieb (etwa auf ein Schiff) zu erlauben.

Das gilt im Besonderen auch für die Bereifung der Rollwagen. Der Gedanke liegt nahe, Komponenten für Verkehrsunfälle (Rettungssatz & Co) und für Waldbrände auf “geländefähigen Rollwagen” aufbauen zu lasten. Der Weg durch den matschigen Acker oder das hügelige Waldgebiet wären doch so bequem zu überwinden? Aber dabei muss klar sein, dass die Rollcontainer weder dazu geeignet noch dafür gedacht sind, geländetaugliche Fahrzeuge zu ersetzen und große Strecken zurückzulegen. Sie sind eine Entnahmehilfe und Systemkomponente, kein “Klein-Einsatzfahrzeug”.

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Download Löschfahrzeug-Logistik

Vereinzelt haben schon Feuerwehren größere Luftreifen geordert. Dabei muss aber klar sein: Je größer der Reifen, desto wackeliger wird das Fahrverhalten des Wagens (auch in Abhängigkeit zur Höhe). Für eine Leichtläufigkeit ist stets ein großer Druck auf den Reifen erforderlich, der Lenkradius verändert sich, weil mehr Platz zum Schwenken erforderlich ist. Auch hier gilt: Wer sich bewusst für eine Ausführung jenseits von asphaltierten Straßen entscheidet, sollte sich gezielt beraten lassen. Und: Bei Einsätzen in brand- und explosionsgefährdeten Bereichen sollte auf antistatische Rollen geachtet werden – so die Fachempfehlung.

Weitere Logistik-Fahrzeuge mit Rollcontainer-Lösungen:

Auch Rollcontainer müssen sicher transportiert werden

Neben den Rollwagen selbst ist auch die Ladungssicherung im Fahrzeug ein wichtiges Element. Auch für Nachrüstungen gibt es Systeme, die eine Arretierung von einzelnen Rollwagen und einer ganzen Reihe von Rollwagen ermöglichen. Stellvertretend sei hier das System zur Ladungssicherung der Firma Hensel genannt, das auf einer seitlichen Schiene sowie Einzelhaltern und Haltestangen basiert.

Rollwagen für eine Tragkraftspritze der Günzburger Steigtechnik. Foto: Günzburger Steigtechnik

Übrigens: Wer über die Einführung von Rollwagen in einer Feuerwehr nachdenkt, sollte sich zunächst Gedanken um ein Gesamtsystem machen: Was wird derzeit benötigt, was könnte in Zukunft noch kommen, welche Komponenten werden im Ersteinsatz benötigt, was gilt als Nachschub? Die langfristige Planung die in einem Großauftrag mündet, kann mitunter Geld sparen. Das schafft im Bedarfsplan finanzielle Reserven für andere Ausgaben.

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Fahrzeug-Vorstellung: TLF 3000 und GW-L1 der Feuerwehr Ratingen auf Mercedes Unimog.

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