Metalldiebe überfahren Werkfeuerwehrmann

Hamburg – Mutmaßliche Kupferdiebe haben beim Kupferhersteller Aurubis in Hamburg einen Werkfeuerwehrmann schwer verletzt. Die beiden Unbekannte überfuhren den 59-Jährigen mit einem Kleintransporter und schleiften ihn 17 Meter weit mit. Mit schweren Verletzungen wurde der Feuerwehrmann mit dem ADAC-Rettungshubschrauber ins berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus nach Hamburg-Boberg geflogen. “Von den Tätern fehlt jede Spur”, sagte Polizeisprecherin Ulrike Sweden am Donnerstag gegenüber feuerwehrmagazin.de.

Nach ersten Erkenntnissen waren die beiden Männer am Mittwoch gegen 7.30 Uhr mit ihrem mit englischen Kennzeichen ausgestatteten Kleintransporter zur Pforte gefahren und hatten angemeldet, dass sie etwas im Magazin des Unternehmens anliefern müssten. Sie bekamen entsprechend Einlass. “Im Laufe des Vormittags fielen sie dann mehrfach auf, weil sie Mitarbeiter ansprachen und nach Kupfer fragten”, sagte Ulrike Sweden. “Daraufhin wurde die Geschäftsleitung informiert”, sagte sie.

Gegen 13 Uhr fuhr der Kleintransporter erneut an der Pforte vor, um das Werksgelände zu verlassen. Wie üblich sollte das Fahrzeug kontrolliert werden, denn neben Kupfer fallen bei der Aurubis AG während der Herstellung auch Silber und Gold an. Strenge Kontrollen sind deshalb Pflicht. “Als der Fahrer die bevorstehende Kontrolle bemerkte, setzte er zurück und wollte durch die Einfahrt davon fahren”, sagte Ulrike Sweden. Der Werkfeuerwehrmann wollte den Transporter stoppen, wurde von den Flüchtenden aber brutal überfahren.

Rettungshubschrauber landet auf Gelände

Während die beiden mutmaßlichen Diebe flüchteten, leisteten der betriebsärztliche Dienst und Kollegen des schwer Verletzten Erste Hilfe. Die Besatzungen eines Notarzteinsatzfahrzeugs und eines Rettungswagens der Feuerwehr Hamburg übernahmen die weitere Versorgung. Wegen der schweren Brüche wurde zum Transport des 59-Jährigen ins Krankenhaus der Rettungshubschrauber angefordert, der auf dem Gelände landete.

Den Fluchtwagen fand die Polizei im Rahmen der Fahndung ganz in der Nähe des Betriebsgeländes unter einer Brücke verlassen vor. Edelmetalle wurden in dem Wagen nicht gefunden. Die Polizei versucht jetzt, die Täter zu ermitteln. Unter anderem wird dafür das Videomaterial des Werkes ausgewertet.

Die Werkfeuerwehr der Aurubis AG stellen wir in der aktuellen Ausgabe des Feuerwehr-Magazins ausführlich vor. Neben der Sicherstellung des Brandschutzes gehört auch der Werkschutz zu den Aufgaben der Feuerwehrleute. (Text: Timo Jann)

Werkstor von Aurubis in Hamburg. Ein Werkfeuerwehrmann der Firma wurde überfahren, als er mutmaßliche Metalldiebe stoppen wollte. Foto: Timo Jann
Werkstor von Aurubis in Hamburg. Ein Werkfeuerwehrmann der Firma wurde überfahren, als er mutmaßliche Metalldiebe stoppen wollte. Foto: Timo Jann
10 Kommentare zu “Metalldiebe überfahren Werkfeuerwehrmann”
  1. ich finde das die übergriffe immer unverschämter und dreister werden,
    egal ob gegenüber freiwilligen feuerwehrleuten in der großstadt oder auf dem land, oder kollegen der berfusfeuerwehren, oder wie in diesem fall gegen nen kollegen einer werksfeuerwehr…
    mit eiern beworfen zu werden oder in keilereien zu geraten ist ja noch relativ harmlos weil leute austicken oder spass dabei haben die feuerwehr anzugreifen, aber wie neulich kameraden mit feuerwerk ins gesicht zu schiessen oder wie in diesem fall zu überfahren ist noch mal ne stufe härter und hier muss viel energischer durchgegriffen werden gegen diese leute…

    zudem finde ich das wir als feuerwehrmänner mehr rechte zum durchgreifen bekommen müssten und auch die ausrüstung hinsichtlich zum schutz bei bedrohungslagen erweitert werden müsste… nur schutz gegen feuer usw… reicht nicht mehr aus….

    in wie fern das aussehen soll vermag ich nicht zu sagen…

    aber vor allem möchte ich dem hier verletzten kameraden gute besserung wünschen und das er das ganze einigermaßen glimpflich überlebt…

  2. Zuerst wünsche ich dem Kameraden eine vollständige Genesung.
    Ich will nichts beschönigen und finde diese Tat ganz arg schlimm, ABER: das war kein Angriff auf einen Feuerwehrmann. Er war als Werkschützer dort im Dienst. Erst lesen bevor man Stammtisch Parolen weitergibt!

  3. Auch von mir gute Besserung.

    Man kann darüber streiten, aber ich finde, dass das Strafrecht in Deutschland unbedingt verschärft werden muß!

    In anderen Ländern, mit Sicherheit auch in den USA, würde das als versuchter Mord gewertet und mit der Todesstrafe geahndet. Die deutschen Gesetze sind zu lasch, die Gerichte überlastet.

    Am besten wäre ein Schneellgericht. Ich denke, drakonische Strafen wären Abschreckung.

  4. Hallo,
    wünsche gute Besserung.

    Generell haben aber die Beamten der BF und auch die Ehrenbeamten der FF schon enorme rechtliche Möglichkeiten. Diese müsste man nur nutzen.

    Was m.E. aber viel wichtiger wäre ist, dass man anfangen sollte Übergriffe auf Feuerwehrleute zentral zu melden. Zum Beispiel an den jeweiligen Landesfeuerwehrverband, etc. dann hätte man endlich mal verlässliche Zahlen, ob es wirklich so viele Übergriffe auf Feuerwehren gibt.

  5. Sven G.

    Hallo.
    Ich kann jean nur zustimmen.Was in unserem “Rechtssystem” passiert ist ne Zumutung für jeden ehrlichen Bürger in diesem Land.Wenn mal einer zu lebenslänglich verurteilt wird kommt er nach 2/3 der Strafe wieder raus.Wo ist da der Sinn bzw. das lebenslänglich geblieben?Wo die Abschreckung?…In manchen Fällen wäre es echt wünschenswert mal amerikanische Verhältnisse zu haben.

    Aber nix desto trotz: dem verletzten Kameraden gute Besserung und das er bald wieder auf den Beinen ist.

  6. Christian Pannier

    >>In manchen Fällen wäre es echt wünschenswert mal
    >>amerikanische Verhältnisse zu haben.

    Amerikanische Verhältnisse? Du meinst die Verhältlnisse, wo man einen Jugendlichen erschiesst, weil man sich durch seine Kapuzenjacke und Anwesenheit bedroht gefühlt hat, ja?
    Todesstrafe, Schnellgerichte… es ist unglaublich was hier für ein Schwachsinn geschrieben wird. Was war nochmal mit dem Maschinisten in HH, der bei einem Unfall fahrlässig zwei Menschen getötet hat? Schnellgericht und dann gleich an die nächste Wand stellen?
    Bei der Grütze, die einige hier von sich geben, habe ich ernsthafte Zweifel, ob die gesitige Eignung zur Mitgliedschaft in der Feuerwehr gegeben ist.

  7. Matthias H.

    @ christian pannier

    du hast absolut recht, wer so etwas scheibt dem geht es auch nicht um das opfer…

    und die abschreckung mittels hoher strafen hat sich in den usa ja auch wirklich bewährt, es gibt ja nirgens so sichere straßen wie in amerikanischen großstädten -.-

  8. Amerikanische Verhältnisse sind zwar übertrieben, aber ein liberaleres Waffenrecht wäre in Deutschland sicher hilfreich. So hätte sich ein bewaffneter Werkschützer sich nicht vor das Fahrzeug stellen müssen, um es zu stoppen, er hätte auf den Fahrer schießen können. Dann wäre er auch sicher nicht entkommen.
    Und das in Deutschland der Täterschutz viel zu hoch angesetzt wird ist ja kein Geheimnis. Wer soll denn noch abgeschreckt werden wenn mildernde Umstände wie Drogenabhängigkeit, ein schwere Kindheit oder psychische Störungen dazu führen, das ein Krimineller nach sechs Monaten wieder draußen ist während seine Opfer ein Leben lang leiden?!

  9. Matthias H.

    dies ist in deutschland nicht nur durch das waffG bedingt sondern vorallem durch das notwehrrecht… einen dieb zu erschießen um ihn an der flucht zu hindern ist (gott sei dank) nicht zulässig.

    und zu psychischen störungen… wenn jemand tatsächlich krank ist ist es besser ihn ins gefängnis zu stecken anstatt in die psychatrie? ok…

  10. Angehörige

    Wir möchten uns für die vielen Genesungswünsche bei allen herzlich bedanken.

    Die Familie des Verletzten.

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