“Menschliches Versagen” schuld an Alarmpanne

Brunstorf (SH) – “Menschliches Versagen” ist der Grund für eine schlimme Alarmierungspanne während eines Großfeuers am 9. Januar in Brunstorf im Kreis Herzogtum Lauenburg. Das geht aus einer Erklärung des Kreises Stormarn, der auch im Auftrag des Kreises Herzogtum Lauenburg eine Leitstelle für Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst betreibt, hervor. Wie feuerwehrmagazin.de berichtet hatte, dauerte es nach der Anforderung einer zusätzlichen Drehleiter zum Brand einer Werkstatt 27 Minuten, ehe die aus Geesthacht angeforderte Verstärkung an der Brandstelle war – bei neun Minuten reiner Fahrzeit.

Unklar war über Wochen, wo die restliche Zeit zwischen der Anforderung und dem Eintreffen geblieben ist. Der Kreis Stormarn schien zunächst kein Interesse an einer Aufklärung zu haben. Auf Anfrage hieß es von Seiten des Kreisordnungsamtes, die Anforderung sei um 13.50 Uhr registriert worden und man habe um 13.51 Uhr Alarm ausgelöst. Den “schwarzen Peter” des zu späten Ausrückens schob man der Geesthachter Feuerwehr zu. Erst als sich daraufhin der Innenausschuss im Kreis Herzogtum Lauenburg mit dem Einsatz befasste und die Kreisverwaltung aus Ratzeburg bei den Kollegen in Bad Oldesloe eine Erklärung einforderte, wurde das Problem nun am Montagabend im Innenausschuss in Ratzeburg öffentlich.

Disponent vergisst Alarm auszulösen

Tatsächlich wurde der Alarm nämlich erst um 14.03 Uhr ausgelöst, wie Karsten Steffen, der Sprecher der lauenburgischen Kreisverwaltung, erklärte. Der Disponent in der Leitstelle, der um 13.51 Uhr die Einsatzanforderung für die Geesthachter Drehleiter im Leitstellencomputer angelegt hatte, hatte tatsächlich vergessen, diesen Alarm auch auszulösen. Steffen: “Der reale Alarm wurde erst um 14.03 Uhr ausgelöst. In der Leitstelle arbeiten auch nur Menschen.” Denn als der Disponent um 14.03 Uhr seinen Fehler bemerkte, löste er den Alarm schließlich aus und meldete die Panne angeblich auch seinem Vorgesetzten. Um 14.08 Uhr rückten die Geesthachter Retter schließlich aus und waren um 14.17 Uhr am Einsatzort.

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“Die ganze Sache hätte man eigentlich viel früher aufklären können”, meint Steffen. Seiner Einschätzung nach sei das Thema nun aufgearbeitet. (Text: Timo Jann)

Brand in Brunstorf am 9. Januar. Eine nachgeforderte Drehleiter traf erst mit Verzögerung ein, weil der Disponent deren Alarmierung vergessen hatte. Foto: Timo Jann
Brand in Brunstorf am 9. Januar. Eine nachgeforderte Drehleiter traf erst mit Verzögerung ein, weil der Disponent deren Alarmierung vergessen hatte. Foto: Timo Jann
3 Kommentare zu ““Menschliches Versagen” schuld an Alarmpanne”
  1. Fehler sind menschlich, keine Frage! Was aber nicht geht, ist ein Fehler zu machen und danach nicht dazu zu stehen sondern sogar andere Feuerwehren zu beschuldigen! Das halte ich für unkameradschaftlich und schwach. Und anfangs sogar die Aufklärung zu behindern in dem “kein Interesse an einer Aufklärung” besteht. Ein Strafmaß zu setzen halte ich aber für falsch, da der Disponent auch nur ein Mensch ist und sein Chef ja nicht diesen Fehler gemacht hat. Aber wiederholen darf sich sowas nicht und eine Entschuldigung an die unberechtigt beschuldigte Feuerwehr ist auch fällig!

  2. Kann mir das bitte mal jemand erklären?

    Die Einsatzleitung fordert eine DLK an…

    Das wird 1 Minute später auch ergistiert…

    Aber dann erfolgtt nicht SOFORT die Alamierung???

    WIE kann das passieren???

    ERNSTHAFTE FRAGE!

  3. Dem Disponenten ist ein Fehler unterlaufen, so schlecht, wie das auch ist. Erschreckend ist aber das Verhalten der zuständigen Stellen zur Aufklärung. Wie lässt sich das noch mit korrektem Verwaltungshandeln, Aufsicht und sogar Fürsorgepflicht erklären? Woanders würden Köpfe rollen, aber wohl nicht im schleswig-holsteinischen Landrecht!
    Hier sind die Aufsichtsbehörden gefordert.

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