Über zehntausend Einsätze nach Orkan

Offenbach a.M. (HE) – Das Orkantief Xynthia wütete am Sonntag und in der Nacht zum Montag in weiten Teilen Deutschlands. Die Feuerwehren rückten zu tausenden Unwettereinsätzen aus. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes kam es schon am Vormittag zu Böen mit einer Geschwindigkeit von 126 km/h. Zudem regnete es heftig, in Idar-Oberstein 20 Liter pro Quadratmeter.

Den Sturm-Spitzenwert erzielte wieder mal der Brocken (ST) im Harz mit Windböen von 180 km/h, dicht gefolgt vom Weinbiet (RP) im Pfälzerwald mit 166 km/h.  Von Südwesten kommend erreichte das Sturmtief Deutschland.

Foto: Feuerwehr ReutlingenIn Reutlingen (BW) rückten Berufsfeuerwehr sowie die Abteilungen Stadtmitte, Betzingen, Oferdingen, Mittelstadt, Degerschlacht, Sickenhausen und Altenburg der freiwilligen Feuerwehr ab Sonntag-Vormittag zu zahlreichen sturmbedingten Einsätzen aus. Die Gründe: umgestürzte Bäume, abgerissene Markisen und Werbetafeln sowie umgestürzte Bauzäune und –gerüste.

(Foto: Feuerwehr Reutlingen)

Von 13 bis 20 Uhr musste die Feuerwehr Bruchsal (BW, Kreis Karlsruhe) 46 Einsätze bewältigen. Die sechs Abteilungen sicherten lose Bauteile, eine abgerissene Stromleitung und abgedeckte Dächer. Dazu kam eine Vielzahl umgestürzter Bäume. Mit einer Drehleiter halfen die Bruchsaler auch in der Nachbargemeinde Karlsdorf aus.

Einen einsatzreichen Sonntag hatte auch die FF Heusenstamm im Kreis Offenbach (HE). An einem Firmengebäude drohte ein Baugerüst umzufallen und vom Dach des Schlossrathauses lösten sich Dachziegel. Die FF Rembrücken musste ein abgedecktes Dach mit Planen sichern. Ein Baum war auf das Gebäude gestürzt und hatte ein Teerpappendach auf einer Fläche von 40 Quadratmetern runter gerissen.

In Offenbach am Main (HE) waren 133 Kräfte vom Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, vier freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr im Einsatz. Zwischen 13 und 20.30 Uhr entstanden Schäden durch umgestürzte Bäume an Gebäuden und Fahrzeugen. Die Windgeschwindigkeiten erreichten bis zu 110 km/h.

Richtig zur Sache ging es in Frankfurt am Main (HE). Berufsfeuerwehr, 28 freiwillige Wehren, THW und DLRG boten zirka 380 Einsatzkräfte auf, um die 600 Lagen zu bewältigen. 500 Meter Dachkonstruktion einer Häuserzeile stürzten auf eine Bahnstrecke und am Airrail Center des Flughafens beschädigte der Sturm Teile der Glaskuppel. Zudem begrub ein Baum beim Sturz  auf einen Pkw eine Person unter sich. Während der Rettungsmaßnahmen durch die Feuerwehr versorgte ein Notarzt die Person. Sie kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Zwei weitere Personen mussten mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden.

In den Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf kam es zusammen zu über tausend Einsätzen aufgrund des Orkans. Weit über 700 Einsätze mussten Feuerwehr und THW in Köln bewältigen. Alle 24 Löschgruppen der FF Köln waren im Einsatz, um die Sturmschäden zu beseitigen. In Düsseldorf kam es zu über 400 Einsätzen, bedingt durch Xynthia. Im Stadtteil Rath war ein 20 Meter hoher Baum auf eine Bahnstrecke gestürzt und durch die elektrische Spannung in Brand geraten. Bevor die Feuerwehr die Strecke sperren lassen konnte, fuhren bereits einige Züge unter dem Brand durch und rissen brennende Äste mit sich.

Mit einem Schreck kamen sieben Insassen eines Linienbusses in Arnsberg (NW) im Sauerland davon. Als der Fahrer den Bus wegen umgestürzter Bäume stoppen und auf die Feuerwehr warten musste, fiel ein Baum in die Mitte des Fahrzeugs. Verletzt wurde niemand, aber die Rettung der Personen zog sich einige Zeit hin. Die Insassen verharrten in dem Bus, um sich im Freien nicht noch mehr in Gefahr zu begeben.

Foto: Feuerwehr Sprockhövel / Kloos

Auch die Feuerwehr Sprockhövel (NW, Ennepe-Ruhr-Kreis) rückten Sonntag mehrfach zu sturmbedingten Einsätzen aus. Die Einsatzkräfte mussten aber auch am Montagmorgen noch die Schäden von Xynthia beseitigen.

(Foto: Feuerwehr Sprockhövel / Kloos)

Ein Kommentar zu “Über zehntausend Einsätze nach Orkan”
  1. Christian Patzelt

    Der Sturm forderte in der Nähe von Dormagen (NW, Rhein-Erft-Kreis) ein Todesopfer. Eine 68-jährige Frau wurde nach Angaben der Polizei am Sonntagnachmittag in einem Waldstück von einem durch den Sturm umgestürzten Baum erschlagen.

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