Buchkritik: Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Mayday: Seenotretter berichten über ihre dramatischen Einsätze

Bremen – “An diesem Buch haben wir mit Unterbrechungen über 8 Jahre lang gearbeitet. Alles sollte stimmen”, schreibt Stefan Kruecken, einer der beiden Autoren im Prolog von “Mayday”. Kruecken und Jochen Pioch erzählen in 20 Geschichten teils aufregende und teils erschütternd-tragische Geschichten über Seenotretter.

Symolfoto des Seenotrettungskreuzers Vormann Steffens im Hafen von Hooksiel: Symbolfoto: Sven Buchenau

Im Buch kommen die Protagonisten auch selbst zu Wort. Die Erzählform reicht von kurzen Erlebnisberichten in der Ich-Form bis hin zu literarisch ausformulierten Erzählungen. Dramatische Einsätze, bei denen Menschen ihr Leben verloren, und Seenotrettungen mit glücklichem Ausgang halten sich etwa die Waage. Die Hauptfiguren sind sowohl Ehrenamtliche als auch hauptberufliche Seenotretter unterschiedlicher Generationen.

Einige Ereignisse liegen nur wenige Jahre zurück und andere, deren Hauptfiguren bereits verstorben sind, reichen Jahrzehnte bis Anfang der 1950er Jahre zurück. Manche Protagonisten stammen aus Familien, deren Vorfahren bereits Seenotretter waren und Namensgeber heutiger Seenotrettungskreuzer sind. Das Essay “Am Limit” von Olaf Kanter bietet allen Lesern, die noch nicht mit der DGzRS vertraut sind, einen guten Überblick über die historische Entwicklung der 152-jährigen Gesellschaft.

Illustriert ist das Buch mit Einsatzbildern von Enver Hirsch, historischen Fotografien der DGzRS sowie den Protagonisten-Porträts von Thomas Steuer. “Mayday” liest sich überaus flüssig und bietet den Lesern einen ungeschmückt authentischen Einblick in das Leben und Wirken der Seenotretter. Weil die Menschenrettung zu den wichtigsten Aufgaben der Feuerwehr gehört, kann ich dieses Buch auch allen Feuerwehrleuten empfehlen – besonders den maritim interessierten unter ihnen. (Text: Sven Buchenau)

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