Massencrash wird Thema der “Unfallakte”

Ochtrup (NW) – Binnen Sekunden war die Sicht auf der Autobahn 31 zwischen den Anschlussstellen Heek und Gronau-Ochtrup durch dichten Nebel behindert. Viele Autofahrer fuhren jedoch, ohne die Geschwindigkeit zu reduzieren, mit hohen Tempo weiter. Es kam zu einer Massenkarambolage mit mehreren Toten und Verletzten. Vox sendet am 4. März in seiner Beitragsreihe “Unfallakte” eine Analyse des Horrorunfalls vom 18. November 2011.

Anfangs stießen nur zwei Audis auf der linken Spur der Autobahn zusammen, der Unfall war lapidar. Doch nachfolgende Autofahrer erkannten die Situation im dichten Nebel zu spät und so krachten insgesamt über 50 Fahrzeuge ineinander. Drei Menschen wurden getötet. Die Wracks stapelten und verkeilten sich ineinander. “Die Kollegen konnten sich selbst kaum sehen. Und schon gar nicht von einem Ende der Einsatzstelle zur anderen. Es sah wirklich apokalyptisch aus”, beschreibt Udo Weiss, Leiter der Verkehrsdirektion im Münsteraner Polizeipräsidium in dem neunminütigen Filmbericht. Als sich am Morgen der Nebel lichtete, wurde das ganze Ausmaß der Tragödie überschaubar. Die Autobahn gleichte einem Schrottplatz.

Die ganze Nacht waren Rettungskräfte aus dem gesamten Münsterland im Einsatz, um die Unfallopfer aus ihren verunfallten Fahrzeugen zu befreien und die Verletzungen zu versorgen. Die Retter hatten zuvor aber selber Probleme die Unfallstelle zu erreichen. Auch ihnen machte der Nebel zu schaffen. Doch völlig unbeeindruckt von der massiven Sichteinschränkung überholten weitere Verkehrsteilnehmer die Retter auf ihrer Anfahrt. Und obwohl die Wetterbedingungen so katastrophal und die Fahrspuren blockiert waren, klappte die Logistik hunderter Einsatzkräfte nahezu reibungslos. Erst zwei Wochen zuvor hatte die zuständige Rettungsleitstelle Borken einen Gefahrgutunfall auf dieser Autobahn als Übungsszenario durchgespielt, dies kam der Einsatzablauf zu Gute.

Im dichten Nebel kaommt es auf der A 31 zu einer Massenkarambolage. "Unfallakte" analysiert den Unfallhergang. (Fotos: Vox)
Im dichten Nebel kaommt es auf der A 31 zu einer Massenkarambolage. "Unfallakte" analysiert den Unfallhergang. (Fotos: Vox)

Das Vox-Magazin “auto mobil” analysierte den Massenunfall und zeigt eine aufwendige dreidimensionale Animation des Unfallhergangs. Sie veranschaulicht eindrucksvoll die Komplexität des Unglücks. In der Reportage kommt auch der Unfallanalytiker Dipl.-Ing. Joachim Früh von der Dekra zu Wort. “Die Insassen-Schutzsysteme haben voll gegriffen, noch vor zehn Jahren hätten wir ei einem Massenunfall mit diesem Ausmaß weitaus mehr Opfer zu beklagen gehabt”. Aber auch dem umsichtigen Handeln eines Lkw-Fahrers haben wohl viele Menschen ihr Leben zu verdanken. Sein Lastwagen brachte er rechtzeitig vor der Unfallstelle zum Stilstand. Er hatte genügend Sicherheitsabstand gehalten.

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