Leitstelle warnt per Facebook

Siegen (NW) – Kommt es zu einer Katastrophe, bei der möglichst viele Menschen informiert werden müssen, so stehen die meisten Behörden vor einem Problem. Auch im Landkreis Siegen-Wittgenstein gab es in der Vergangenheit diese Schwierigkeiten, beispielsweise im Jahr 2007 beim Orkan “Kyrill”. Zukünftig warnt die zuständige Leitstelle die Bevölkerung via Facebook.

Die Verantwortlichen des Kreises Siegen-Wittgenstein und der Universität Siegen stellen das neue Facebook-Angebot in der Kreisleitstelle vor. (Foto: Jörg Büdenbender)Facebook-Nutzer können künftig aktuelle Informationen und Warnungen zu Einsatzlagen über Facebook erhalten. Aber auch andere wichtige Mitteilungen, wie beispielsweise kurzfristige Schulausfälle, sollen so zeitnah an die Bürger übermittelt werden. Auf einer speziell eingerichteten Facebook-Seite können sich die User völlig unkompliziert anmelden und Meldungen abrufen.

Die Mitarbeiter der Kreisleistelle Siegen-Wittgenstein “posten” die Nachrichten auf Facebook. Gleichzeitig bekommen die Nutzer dieser Seite die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder eigene Hinweise mitzuteilen.

Mit diesem neuen Angebot nimmt der Kreis Siegen-Wittgenstein eine Vorreiterrolle ein. Ähnliche Facebook-Fanseiten zur Bevölkerungsinformation gibt es bisher praktisch nicht. Sabine Buchholz vom Institut für Medienforschung der Universität Siegen und Thomas Jung von der Kreisleitstelle haben die Einrichtung der Seite maßgeblich initiiert und umgesetzt.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt ebenfalls, im Zusammenhang mit dem Katastrophenschutz, die sozialen Medien als eine Möglichkeit der Bevölkerungswarnung zu nutzen. (Foto: Jörg Büdenbender)

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  • 6 Kommentare zu “Leitstelle warnt per Facebook”
    1. Einerseits ist diese Methode sicherlich gut und nützlich, andererseits halte ich persönlich nichts von facebook und bin da eher skeptisch, da ich es sehr bedenklich finde, wenn es keine andere adäquate Lösung gibt. Sicher, facebook ist populär und weit verbreitet, dennoch sollte die Abhängigkeit von diesem Netzwerk nicht zu hoch werden, da so etwas meiner Meinung nach im Zuge dieser “digitalen Revolution” immer ein zweischneidiges Schwert ist.

    2. Eine Webseite mit Newsletter/RSS-Feeds & Co wäre meiner Meinung nach eine bessere und einfacher zu erreichende Lösung als Menschen in diese Datenfalle zu zwingen. Zudem erschwert die Lösung das Weiterverwerten der Daten durch Dritte, welche andernfalls ergänzende Lösungen zur Verfügung stellen könnten. Als Ergänzung OK, aber als alleinige Lösung finde ich das Misslungen.

    3. Also bei uns im Landkreis werden die Schüler über einen Schulausfall wg. Schnee ect. per SMS benachrichtig. Das finde ich besser als facebook!

    4. Als nächstes kommt wohl Twitter oder? 😉
      Es wäre vernünftig die beliebtesten Sozialen Netze zu koppeln und wenn was passiert die gleiche Meldung über alle Kanäle zu senden.

    5. Solange die Warnungen nicht nur über Facebook und co übermittelt werden, ist das doch ok. Man erreicht eine Menge Personen mit sehr geringem Aufwand. Und genau darum geht es doch.

    6. Man kann zu Facebook stehen wie man will, man muss nur aufpassen, dass in der Bevölkerung keine Verschiebung der Prioritäten erfolgt.
      Denn ich finde es bedenklich, wenn bei Facebook bereits ein Foto einer Scheune im Vollbrand veröffentlicht wird, während aber die örtliche Feuerwehr noch nicht mal alarmiert ist. Die Bevölkerung sollte nicht durch Sensationsgier “ich hab’s als erstes reingestellt!” den Blick für das Wesentliche verlieren!

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