Im Rampenlicht

Tipps für den Feuerwehr Imagefilm

Moderne Öffentlichkeitsarbeit ist für freiwillige Feuerwehren unverzichtbar. Denn nur über aufmerksamkeitsstarke Kampagnen können neue Mitglieder gewonnen werden. Die Produktion von Imagefilmen spielt für die Feuerwehr Mitgliederwerbung eine wichtige Rolle. Eine Veröffentlichung des eigenen Feuerwehr Films in den sozialen Medien kann viele Menschen erreichen. Doch was macht einen guten Imagefilm aus? Wir geben Tipps für den eigenen Feuerwehr Imagefilm und stellen Euch Beispiele für gelungene Feuerwehr Videos vor.

Text: Ann-Christin Westphal, Feuerwehr-Magazin-Autorin

Ein erfolgreicher Feuerwehr Imagefilm kommt nicht ohne einen Regisseur aus. Foto: FF Tegernsee

Inhalt

Feuerwehr Videos: Beispiele für gelungene Imagefilme
Was braucht man für einen gelungenen Feuerwehr Imagefilm?
Wie lang sollte ein Imagevideo für die Feuerwehr sein?
Ziele definieren: Was ist der Zweck des Feuerwehr-Videos?
Feuerwehr Filme: Weniger ist manchmal mehr
Feuerwehr Videos: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt
Woher bekommt man das richtige Equipment für den eigenen Feuerwehr Film?

Feuerwehr Videos: Beispiele für gelungene Imagefilme

Gibt man auf YouTube Feuerwehr ein, erscheinen kapp 1,5 Millionen Ergebnisse. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Feuerwehr Videos und Imagefilmen. Nicht alle sind gleichermaßen erfolgreich, denn es gilt bei der Produktion und Vermarktung eine Menge zu beachten. Wir stellen Euch in diesem Beitrag zunächst besonders gelungene Feuerwehr Videos zur Imagearbeit und Feuerwehr Mitgliederwerbung vor.

Der Goldene Florian

Übrigens wir schreiben in diesem Jahr einen “Feuerwehr-Video-Award” aus.

>>Mehr dazu erfahrt Ihr hier!<<

Witzig und süß: Feuerwehr Tegernsee sorgt mit ihrem Imagefilm für Begeisterung

Die Kameraden der FF Tegernsee (Landkreis Miesbach) haben rund 900 Arbeitsstunden – vom Konzept bis zum fertigen Video – in ihren neuen Imagefilm gesteckt. Gezeigt wird folgende Szene: Eine Frau verabschiedet sich von ihrem Mann, weil sie mit ihrer Freundin verabredet ist. Kaum ist seine Partnerin aus dem Haus, rümpft der Mann die Nase und prüft, woher der penetrante Duft kommt. Der Zuschauer sieht, wie der Mann einen Notruf absetzt und die Feuerwehr rückt zu einem ganz besonderen ABC-Einsatz aus. Aber seht selbst:

Die Idee des Films ist übrigens recht zufällig entstanden: Einerseits stellte die Wehr 2017 einen Umweltschutzanhänger und die neue PSA in Dienst. Andererseits ist ein Kamerad vor kurzer Zeit Vater geworden. Beim ersten  Wickeln sagte er spaßeshalber, dass er sich hierfür einen Pressluftatmer wünschen würde. So stand das Grundkonzept des Imagefilms fest.

Wichtig ist der Wehr, dass es neben der humorvollen Ebene des Filmes auch eine ernste Botschaft gibt: “Wir wollen damit nur unterhalten, sondern auch für den Dienst bei der Feuerwehr werben” sagt die Wehrleitung.

Nach knapp 3 Wochen hat der Film auf YouTube schon über 119 Tausend Aufrufe erhalten.


Imagefilm der Feuerwehr Wernigerode mit dem Soundtrack von Thomas Godoj  “Es werden Helden gesucht”:

Die FF Wernigerode (Landkreis Harz) präsentierte im Juni 2017 ihren neuen Imagefilm auf dem Rathausfest. Das Video trägt den Titel “Es werden Helden gesucht”. Der Soundtrack stammt von Thomas Godoj, welcher 2008 die RTL-Castingshow “Deutschland sucht den Superstar” gewann. Das Video zeigt unter anderem, wie die Feuerwehrleute zum Einsatz ausrücken.
Der dreiminütige Feuerwehr Film gewann Mitte September 2017 einen Filmpreis in Berlin (wir berichteten).

Feuerwehr Video der Freiwilligen Feuerwehr Hürth:

Der Feuerwehr Hürth (NW) ist es 2016 gelungen, wovon viele freiwillige Feuerwehren träumen: Mehr als eine halbe Million Mal wurde ihr Imagevideo bei Facebook angesehen, über 6.000 Mal geteilt. Schaut Euch an, warum der Film so erfolgreich ist (wir berichteten):

Was braucht man für einen gelungenen Feuerwehr-Imagefilm?

Wer einen Imagefilm für die Feuerwehr drehen möchte, benötigt drei Dinge:

  • ein Konzept samt Drehbuch und Storyboard,
  • eine technische Ausstattung, die einen soliden Mindeststandard garantiert (Bild und Tonqualität) sowie
  • eine gute Nachbearbeitungsmöglichkeit mit einem leistungsfähigen Rechner, guter Schnittsoftware und eventuell auch ansprechender Musik samt professionellem Sprecher.

Klar ist: ganz ohne Fachkompetenz wird es kein Laie schaffen, einen Film zu produzieren, der die Zuschauer anspricht. Studenten aus entsprechenden Fachrichtungen (etwa aus Filmhochschulen) könnten die richtigen Ansprechpartner sein, um so etwas kostenneutral oder günstig zu realisieren.

Die FF Tegernsee hat ihren neuen Imagefilm mit professionellem Equipment produziert. Foto: FF Tegernsee

Vielleicht ist es auch möglich, mit Hilfe von Sponsoren und Fördervereinen echte Profis zu beauftragen. Wer es ganz alleine machen möchte, sollte sich in die Materie einlesen – entsprechende Fachliteratur gibt es zuhauf.

Wie lang sollte ein Imagevideo für die Feuerwehr sein?

Ein häufiger Fehler bei den Laienfilmen im Netz ist die Länge der Filme. Minutenlange Selbstdarstellungen schaut sich insbesondere im Web kaum jemand mehr an. Der schnelle Klick und Konsum ist gefragt, gerne auch lustig gemacht. Die Länge von Kinotrailern von rund zwei Minuten kann als Anhaltspunkt gewertet werden. Wer nicht explizit eine Reportage oder einen ausführlichen Imagefilm drehen möchte, sollte bei einem Trailer etwa 90 Sekunden Spielzeit planen.

Die FF Bruchsal zeigt, wie ein kurzes Video aussehen kann:

Ziele definieren: Was ist der Zweck des Feuerwehr Videos?

Wer sich für die Marschrichtung entschieden hat, braucht ein Grundkonzept: Welche Aussage soll der Clip haben? Geht es um Mitgliederwerbung? Geht es darum, dem Gemeinderat unterschwellig die nächste Beschaffung schmackhaft zu machen? Sucht der Förderverein neue Geldgeber? Gute Ideen entstehen oft im “Brainstorming” – eine kleine Projektgruppe, höchstens fünf Personen, sollte die Gedanken fassen, um einen roten Faden, den Handlungsstrang, zu entwickeln. Dabei sollte auch die Wehrführung – zumindest in den entscheidenden Phasen – eingebunden werden, damit frühzeitig Absprachen getroffen werden. So könnte am Ende eine ganze Produktion wegen unterschiedlicher Auffassungen unveröffentlicht in den Papierkorb wandern.

Feuerwehr Filme: Weniger ist manchmal mehr

Es folgt die Erstellung des Drehbuches, auch Storyboard genannt. Am besten, mit Hilfe einer dreispaltigen Tabelle. Ganz links kommen die Zeitangaben (möglichst keine Einstellung über vier Sekunden) rein. In der Mitte wird die Bildbeschreibung notiert oder gar aufgezeichnet, je konkreter, desto besser. Rechts wird der Text verfasst, der bei der Nachbearbeitung am Mikrofon aufgesprochen wird – wenn es denn einen solchen “Off-Sprecher” geben soll. Weniger ist manchmal mehr. Gerade ungeübte Sprecher oder mit starkem Dialekt können ein komplettes Video ruinieren.

Ein gutes Beispiel ist das Feuerwehr Video der Freiwilligen Feuerwehr St. Johann im Pongau:

Das Video kommt ohne viel Sprache aus, denn die Bilder sprechen für sich. Der Satz: “Was ist, wenn keiner kommt” sorgt für Gänsehaut:

Feuerwehr Videos: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Herzpochen als Hintergrundgeräusch, Filmsequenzen die mit Schwarzblenden ein und wieder ausgeblendet werden, oder vielleicht doch die klassische Erzählgeschichte eines Einsatzes? Aber: Dabei nicht übertreiben. Die Feuerwehrarbeit ist mitunter spektakulär, aber nicht nur. Szenen von Atemschutzträgern, die bewusstlose Kinder auf den Armen tragen oder sich gewaltigen Feuerwänden gegenüber sehen, sind bildstark und beeindrucken. Doch wie wird der neu hinzu gewonnene Kamerad reagieren, wenn er merkt, dass solche Einsätze bei einer kleinen Feuerwehr die Ausnahme bleiben? Werden womöglich Möchtegernhelden angeworben, die sich nicht sozial in die Kameradschaft integrieren können, weil sie eigentlich nur scharf auf spektakuläre Einsätze sind?

Passend zum Thema:

Umgekehrt darf auch nicht untertrieben werden. Wer nur Aufnahmen vom letzten Kameradschaftsabend, der Weihnachtsfeier und einem Ausflug zusammenschneidet, läuft Gefahr für den Dienstbetrieb eher ungeeignete Menschen anzusprechen, die ausschließlich an Geselligkeit interessiert sind – nicht an anspruchsvoller Ausbildung.

Woher bekommt man das richtige Equipment für den eigenen Feuerwehr Film?

Die Ausrüstung ist heute einfacher zu organisieren, also noch vor wenigen Jahren. So verfügen etwa bessere digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) über FullHD-Videoaufnahmefunktionen, die von vielen Fachleuten sogar als qualitativ höherwertig, als manche Videokamera angesehen werden. Der Einsatz von DLSR in der Oberklasse ist übrigens bei der Produktion von Profi-Werbespots längst Standard.

Auch Zubehör wie Mikrofon (auch für DSLR), Steadycam (ein Tragegestell für eine mobile Kamera) oder gar Dolly (Kamerawagen auf Schienen) sind heute nicht mehr unbezahlbar und können oft auch ausgeliehen werden (zum Beispiel bei Kreisbildstellen, Öffentlicher Kanal, Produktionsfirmen, etc.). Mit etwas Phantasie und Übung lassen sich solche Geräte auch improvisiert ersetzen.

Mehr zum Thema Imagevideos als Möglichkeit der Feuerwehr-Mitgliederwerbung gibt es hier!

Tipps für Imagefilme in den sozialen Medien

  1. Kurze Videos sind besser für Facebook oder Instagram geeignet. Längere Videos eignen sich für YouTube.
  2. Die Interaktionsrate auf Facebook ist im Vergleich zur Anzahl der bloßen Wiedergaben eine aussagekräftigere Kennzahl.
  3. Direkt eingebundene Facebook-Videos erzielen mehr Interaktionen als geteilte YouTube-Links.

Last but not least: Imagefilm der Feuerwehr Amberg

Studenten von Oakstone Productions drehten für die Feuerwehr Amberg (BY) einen Imagefilm über die Brandschützer aus der Oberpfalz.

Die Studenten haben in und rund um die Feuerwache der Feuerwehr Amberg schöne Szenen gedreht. Zwischendurch kommen Einsatzkräfte jeder Altersstufe kurz zu Wort. Besonders gut gelungen ist die Animation des Rüstwagens und der Persönlichen Schutzausrüstung. Das Filmteam war bei Heißübungen und in der Atemschutzübungsstrecke dabei. Natürlich dürfen auch Alarmfahrten nicht fehlen.

Oakstone Productions besteht aus fünf Studenten der Medienproduktion und -technik an der Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden. In dem studententischen Unternehmen erstellen die angehenden Medienprofis parallel professionelle Image- und Werbefilme. Das Team besteht aus Moritz Hagenmüller, Julian Fröber, Lukas Buckel, Max Wichmann und Karina Horn. “Wir sind selbst keine Feuerwehrmitglieder, aber die Feuerwehr hat uns schon häufig bei diversen Filmprojekten geholfen”, erzählt Wichmann. “Also war es für uns Ehrensache, dem klasse Team einen guten Imagefilm zu erstellen.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: