Im Rampenlicht

Tipps für den eigenen Feuerwehr-Imagefilm

Moderne Öffentlichkeitsarbeit ist für freiwillige Feuerwehren unverzichtbar. Denn nur über aufmerksamkeitsstarke Kampagnen können neue Mitglieder gewonnen werden. Die Produktion von Imagefilmen spielt für die Feuerwehr-Mitgliederwerbung eine wichtige Rolle. Eine Veröffentlichung des eigenen Feuerwehr-Films in den Sozialen Medien (zum Beispiel Facebook, YouTube oder Instagram) kann viele Menschen erreichen. Dadurch erhöht sich die Chance, neue Feuerwehrmitglieder in den eigenen Reihen begrüßen zu dürfen. Doch was macht einen guten Imagefilm aus? Wir geben Tipps für den eigenen Feuerwehr-Imagefilm und stellen Euch Beispiele für gelungene Feuerwehr-Videos vor. 

Inhaltsverzeichnis
Feuerwehr-Videos: Beispiele für gelungene Imagefilme
Was braucht man für einen gelungenen Feuerwehr-Imagefilm?
Wie lang sollte ein Imagevideo für die Feuerwehr sein?
Ziele definieren: Was ist der Zweck des Feuerwehr-Videos?
Feuerwehr-Filme: Weniger ist manchmal mehr
Feuerwehr-Videos: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt
Woher bekommt man das richtige Equipment für den eigenen Feuerwehr-Film?

Feuerwehr-Videos: Beispiele für gelungene Imagefilme

Gibt man auf YouTube Feuerwehr ein, erscheinen über 1,5 Millionen Ergebnisse. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl Feuerwehr-Videos und Imagefilmen. Nicht alle sind gleichermaßen erfolgreich, denn es gilt bei der Produktion und Vermarktung eine Menge zu beachten. Wir stellen Euch in diesem Beitrag zunächst besonders gelungene Feuerwehr-Videos zur Imageförderung vor.

Imagefilm der Feuerwehr Wernigerode mit dem Soundtrack von Thomas Godoj  “Es werden Helden gesucht”:

Die FF Wernigerode (Landkreis Harz) präsentierte im Juni 2017 ihren neuen Imagefilm auf dem Rathausfest. Das Video trägt den Titel “Es werden Helden gesucht”. Der Soundtrack stammt von Thomas Godoj. Der Rocksänger Godoj gewann im Jahr 2008 die RTL-Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”. Das Video zeigt unter anderem, wie die Feuerwehrleute zum Einsatz ausrücken.
Der drei-minütige Feuerwehr-Film hat Mitte September sogar einen Filmpreis in Berlin gewonnen.

Feuerwehr-Video der Freiwilligen Feuerwehr Hürth:

Der Feuerwehr Hürth (NW) ist es 2016 gelungen, wovon viele freiwillige Feuerwehren träumen: Mehr als eine halbe Million Mal wurde ihr Imagevideo bei Facebook angesehen, über 6.000 Mal geteilt. Schaut Euch an, warum der Film so erfolgreich ist (wir berichteten):

Was braucht man für einen gelungenen Feuerwehr-Imagefilm?

Wer einen Imagefilm für die Feuerwehr drehen möchte, benötigt drei Dinge:

  • ein Konzept samt Drehbuch und Storyboard,
  • eine technische Ausstattung, die einen soliden Mindeststandard garantiert (Bild und Tonqualität) sowie
  • eine gute Nachbearbeitungsmöglichkeit mit einem leistungsfähigen Rechner, guter Schnittsoftware und eventuell auch ansprechender Musik samt professionellem Sprecher.
Image-Film_Feuerwehr_Video_II
Eine ruhige Kameraführung ist wichtig: Bei den Dreharbeiten setzt die Feuerwehr Garding auf Stativ und Kamerawagen. Foto: B. Peschke

Klar ist: ganz ohne Fachkompetenz wird es kein Laie schaffen, einen Film zu produzieren, der die Zuschauer anspricht. Studenten aus entsprechenden Fachrichtungen (etwa aus Filmhochschulen) könnten die richtigen Ansprechpartner sein, um so etwas kostenneutral oder günstig zu realisieren. Der ABC-Zug München-Land beispielsweise verwirklichte seinen Werbespot (siehe Feuerwehr-Magazin 3/11) mit Hilfe von Filmstudenten.

Vielleicht ist es auch möglich, mit Hilfe von Sponsoren und Fördervereinen echte Profis zu beauftragen. Wer es ganz alleine machen möchte, sollte sich in die Materie einlesen – entsprechende Fachliteratur gibt es zuhauf.

Wie lang sollte ein Imagevideo für die Feuerwehr sein?

Ein häufiger Fehler bei den Laienfilmen im Netz ist die Länge der Filme. Minutenlange Selbstdarstellungen schaut sich insbesondere im Web kaum jemand mehr an. Der schnelle Klick und Konsum ist gefragt, gerne auch lustig gemacht. Die Länge von Kinotrailern von rund zwei Minuten kann als Anhaltspunkt gewertet werden. Wer nicht explizit eine Reportage oder einen ausführlichen Imagefilm drehen möchte, sollte bei einem Trailer etwa 90 Sekunden Spielzeit planen.

Das Feuerwehr-Video der Freiwilligen Feuerwehr Bruchsal ist ein gutes Beispiel:

Ziele definieren: Was ist der Zweck des Feuerwehr-Videos?

Wer sich für die Marschrichtung entschieden hat, braucht ein Grundkonzept: Welche Aussage soll der Clip haben? Geht es um Mitgliederwerbung? Geht es darum, dem Gemeinderat unterschwellig die nächste Beschaffung schmackhaft zu machen? Sucht der Förderverein neue Geldgeber? Gute Ideen entstehen oft im “Brainstorming” – eine kleine Projektgruppe, höchstens fünf Personen, sollte die Gedanken fassen, um einen roten Faden, den Handlungsstrang, zu entwickeln. Dabei sollte auch die Wehrführung – zumindest in den entscheidenden Phasen – eingebunden werden, damit frühzeitig Absprachen getroffen werden. So könnte am Ende eine ganze Produktion wegen unterschiedlicher Auffassungen unveröffentlicht in den Papierkorb wandern.

Feuerwehr-Filme: Weniger ist manchmal mehr

Es folgt die Erstellung des Drehbuches, auch Storyboard genannt. Am besten, mit Hilfe einer dreispaltigen Tabelle. Ganz links kommen die Zeitangaben (möglichst keine Einstellung über vier Sekunden) rein. In der Mitte wird die Bildbeschreibung notiert oder gar aufgezeichnet, je konkreter, desto besser. Rechts wird der Text verfasst, der bei der Nachbearbeitung am Mikrofon aufgesprochen wird – wenn es denn einen solchen “Off-Sprecher” geben soll. Weniger ist manchmal mehr. Gerade ungeübte Sprecher oder mit starkem Dialekt können ein komplettes Video ruinieren.

Ein gutes Beispiel ist das Feuerwehr-Video der Freiwilligen Feuerwehr St. Johann im Pongau:

Das Video kommt ohne viel Sprache aus, denn die Bilder sprechen für sich. Der Satz: “Was ist, wenn keiner kommt” sorgt für Gänsehaut:

Feuerwehr-Videos: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Herzpochen als Hintergrundgeräusch, Filmsequenzen die mit Schwarzblenden ein und wieder ausgeblendet werden, oder vielleicht doch die klassische Erzählgeschichte eines Einsatzes? Aber: Dabei nicht übertreiben. Die Feuerwehrarbeit ist mitunter spektakulär, aber nicht nur. Szenen von Atemschutzträgern, die bewusstlose Kinder auf den Armen tragen oder sich gewaltigen Feuerwänden gegenüber sehen, sind bildstark und beeindrucken. Doch wie wird der neu hinzu gewonnene Kamerad reagieren, wenn er merkt, dass solche Einsätze bei einer kleinen Feuerwehr die Ausnahme bleiben? Werden womöglich Möchtegernhelden angeworben, die sich nicht sozial in die Kameradschaft integrieren können, weil sie eigentlich nur scharf auf spektakuläre Einsätze sind?

Passend zum Thema:

Umgekehrt darf auch nicht untertrieben werden. Wer nur Aufnahmen vom letzten Kameradschaftsabend, der Weihnachtsfeier und einem Ausflug zusammenschneidet, läuft Gefahr für den Dienstbetrieb eher ungeeignete Menschen anzusprechen, die ausschließlich an Geselligkeit interessiert sind – nicht an anspruchsvoller Ausbildung.

Woher bekommt man das richtige Equipment für den eigenen Feuerwehr-Film?

Die Ausrüstung ist heute einfacher zu organisieren, also noch vor wenigen Jahren. So verfügen etwa bessere digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) über FullHD-Videoaufnahmefunktionen, die von vielen Fachleuten sogar als qualitativ höherwertig, als manche Videokamera angesehen werden. Der Einsatz von DLSR in der Oberklasse ist übrigens bei der Produktion von Profi-Werbespots längst Standard. Auch Zubehör wie Mikrofon (auch für DSLR), Steadycam (ein Tragegestell für eine mobile Kamera) oder gar Dolly (Kamerawagen auf Schienen) sind heute nicht mehr unbezahlbar und können oft auch ausgeliehen werden (zum Beispiel bei Kreisbildstellen, Öffentlicher Kanal, Produktionsfirmen, etc.). Mit etwas Phantasie und Übung lassen sich solche Geräte auch improvisiert ersetzen.

3 Tipps für Imagevideos auf YouTube:

  1. Wählt GEMA-freie Musik zur akustischen Untermalung Eurer Videos aus.
  2. Nutzt für jedes Video den gleichen Vor- und Abspann sowie die gleiche Art der Beschriftung.
  3. Setzt auf kurze Videos, bestenfalls nicht über 2 Minuten lang.

Mehr zum Thema Imagevideos als Möglichkeit der Feuerwehr-Mitgliederwerbung:

Feuerwehr Mitgliederwerbung: 13 Ideen, wie es funktioniert

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: