Hochwasser hält Feuerwehren in Atem

Starnberg/Görlitz – Hochwasser in Sachsen, Hochwasser in Bayern – innerhalb kurzer Zeit hat Starkregen am Wochenende zu teils dramatischen Entwicklungen in einigen Bereichen Deutschlands geführt, mindestens drei Menschen starben. Erinnerungen an das Katastrophenhochwasser 2002 werden wach – die Erfahrungen von damals kommen den Helfern jetzt zu Gute.

Deiche verstärken, Keller auspumpen, Schlamm beseitigen: “Alle Feuerwehren im Landkreis Görlitz sind im Einsatz”, erklärt Andreas Johne, Pressesprecher des Katastrophenstabes des vom Hochwasser der Neiße betroffenen Landkreises. Mehr als 1.000 Einsatzkräfte – darunter ein Großteil Feuerwehrangehörige – versuchen aktuell, den Schaden zu minimieren. “Wichtig ist, die Helferinnen und Helfer nicht durch Katastrophentourismus zu behindern”, appelliert Johne.

In Teilen des Landkreises war aufgrund starker Regenfälle Katastrophenalarm ausgerufen worden.
„Aus ganz Sachsen sind Einheiten des Katastrophenschutzes in die betroffenen Gebiete unterwegs“, berichtet Siegfried Bossack, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen. Die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren setzen sich mit großem persönlichen Engagement für ihre Mitbürger ein: „Wir wissen bislang von mehreren Fällen, bei denen Feuerwehrleute ihr eigenes Hab und Gut in den Fluten verloren, während sie an anderer Stelle im Einsatz waren“, so Bossack.

Die Lehren, die aus dem Hochwasser vor acht Jahren gezogen wurden, kommen den Helfern jetzt zu Gute. Zusammenarbeit in Krisenstäben und Einsatzleitungen seien Medienberichten zu Folge verbessert worden. Viele Helfer, die schon damals halfen, sind auf die notwendigen Handgriffe eingestellt. Und auch speziell ausgebildete Luftretter der Wasserwacht, eingeführt nach der Katastrophe 2002, seien erstmals erfolgreich zum Einsatz gekommen.

Trotzdem hat auch die aktuelle Hochwassersituation Todesopfer gefordert. In Neukirchen (SN) ertranken drei Rentner in einem Keller, vermutlich beim Versuch eine Waschmaschine zu retten. Weitere acht Menschen starben in Polen und Tschechien.

Auch in Bayern hatten Feuerwehrleute, THW-Helfer und weitere Einsatzkräfte mit Hochwasserfolgen zu kämpfen. So trat nach ergiebigen Niederschlägen unter anderem der Starnberger See über die Ufer. Gartenanlagen liefen voll Wasser, mit Sandsäcken mussten Wohnhäuser geschützt werden.

Während in den ungleich schwerer vom Hochwasser betroffenen Städten Görlitz und Zittau das Wasser bereits langsam wieder zurückgeht, warten die Menschen im weiteren Flußverlauf der Neiße gespannt, wie sich die Hochwasserwelle in ihrer Region auswirkt. Auch hier sind Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen im Einsatz. In Bad Muskau, wo der Scheitelpunkt der Flut am Montag eintreffen sollte, konnten die Verantwortlichen nicht mehr auf aktuelle Pegeldaten zugreifen. Eine Mess-Stelle, rund 20 Kilometer vor der Stadt, war durch das Hochwasser außer Betrieb gesetzt worden.

Hochwasser in Deutschland - hier in Starnberg - hielt am Wochenende zahlreiche Feuerwehren in Atem. Foto: Jürgen Römmler
Hochwasser in Deutschland - hier in Starnberg - hielt am Wochenende zahlreiche Feuerwehrleute und THW-Helfer in Atem. Foto: Jürgen Römmler
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