Hochwasser fordert seine Opfer

Hannover/Höxter/Holzminden (NI) – Die Hochwasserlage ist in Südniedersachsen vielerorts noch angespannt. Eine leichte Entspannung wird jedoch für die kommenden Tage erwartet. Für einige kommt die Entwarnung aber zu spät. In Hannover ist eine Radfahrerin von den Fluten mitgerissen worden und gestorben. Mehrere Autofahrer blieben mit ihren Pkw auf einer überfluteten Straße stecken. Unterdessen spitzt sich in Süd- und Ostdeutschland die Lage zu.

Bei Hannover radelte am Donnerstag eine Frau über eine gesperrte und überflutete Straße. Hier war die Leine über die Ufer getreten. Die Radfahrerin unterschätzte die Strömungsstärke und stürzte. Zwar gelang es ihr wieder aufzustehen, jedoch stürzte sie sofort erneut. In kürzester Zeit trieb die Frau mehrere hundert Meter ab. Ein Augenzeuge beobachte den Unfall und ließ die Rettungskräfte alarmieren. Die angerückte Feuerwehr ließ ein Boot zu Wasser und wurde von einem Polizeihubschrauber zu der Ertrinkenden gelotst. Die Feuerwehrkräfte übergaben die Leblose an den Rettungsdienst. Im Krankenhaus starb sie jedoch wenig später.

Autos stecken im Wasser fest

Eine andere Frau war am Freitagmorgen auf der Kreisstraße 45 in Richtung Holzminden (Kreis Holzminden) mit ihrem Pkw unterwegs. Eigentlich ist die Strecke derzeit wegen des Weserhochwassers gesperrt. Unbekannte hatten aber die Sperrschilder entfernt und in einen Graben geworfen. Als die Autofahrerin eine überflutete Stelle durchfuhr, überholte sie ein Lkw. Dessen Fahrbewegung baute eine Welle auf, die den Motor des Fords absterben ließ. Der Pkw musste abgeschleppt werden. Etwas später ereilte ein VW Polo bei Lüchtringen (Kreis Höxter) ein ähnliches Schicksal. Hier rückte die Feuerwehr zur Hilfe an (Foto).

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erwartet eine leichte Entspannung der Hochwasserlage. Für eine Entwarnung ist es der Behörde nach aber noch zu früh. In Harznähe könnten die Pegel möglicherweise noch einmal steigen.

Teils dramatische Lage im Süden

Derweil sind am Freitag in weiten Teilen von Süd- und Ostdeutschland teils rasant steigende Pegel zu verzeichnen. Flüße wie Neckar oder Main schwellen erheblich an. Experten erwarten, dass unter anderem auf dem Main und Rhein in Kürze die Schifffahrt eingestellt werden muss. Bei Welzheim kam es einen Erdrutsch, die A 73 bei Forchheim musste gesperrt werden. In Mittelfranken sind mehrere Wohnhäuser überflutet worden. Der Deutsche Wetterdienst hat Unwetterwarnungen – zum Teil der höchsten Stufe – für die Regionen ausgesprochen. An einigen Orten wird das schlimmste Hochwasser seit 20 Jahren prognostiziert. (Foto: Polizei)

Hochwasser: ein Pkw steckt in den Fluten fest und muss von der Feuerwehr geborgen werden. Foto: Polizei
Hochwasser: ein Pkw steckt in den Fluten fest und muss von der Feuerwehr geborgen werden. Foto: Polizei
7 Kommentare zu “Hochwasser fordert seine Opfer”
  1. KleinerMOG

    Da hilft nur eins: Unimog und durch.
    Aber die Radfahrerin ist doch im Prinzip selber schuld, klar ist das dramatisch, dass sie gestorben ist, aber wenn sie durch die gesperrte Straße fährt…

  2. @Jacqueline:
    Wie darf man diesen Sinnlosen Kommentar von Ihnen verstehen?

  3. Krämer

    Leider ist das überall so, dass Warnschilder und Absperrungen missachtet werden und die Helfer, die eh schon am Limit, infolge der Hochwasserlage sind, zu solchen unnötigen Hilfemaßnahmen ausrücken müssen.
    Kommentare wie “das ist doch euer Job” hört man da immer wieder.
    Am liebsten möchte man dann seine rechte geballte Faust in solchen Gesichtern parken, aber man kann sich ja beherrschen, und wenn dann mal einer Gaffer oder Katastrophentouristen als Idioten bezeichnet wird derjenige auch noch in der Presse zerpflückt.
    Solche Dinge musste ich leider am Wochenende auch live erleben.

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: