Hochwasser: Feuerwehr und THW im Einsatz

Krakau / Brandenburg – Hochwasser in Brandenburg und Polen: Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) und der deutschen Feuerwehr helfen inzwischen in den polnischen Katastrophengebieten. Auch in Brandenburg wird mit einem Hochwasser gerechnet, die Scheitelwelle soll ab Pfingstmontag die Oder passieren.
 
Auf Anforderung der EU entsendete das THW am Mittwoch vier Spezialeinheiten zur Hochwasserbekämpfung. Nach den lang anhaltenden Regenfällen in den Ostteilen Mitteleuropas ist die Lage im Süden Polens angespannt. Weichsel und Oder sind über die Ufer getreten und haben ganze Landstriche unter Wasser gesetzt. Mehrere Hundert Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen. Eine Besserung ist nicht in Sicht – es soll in den betroffenen Gebieten auch zum Wochenende weiter regnen.
 

Diese Pumpen kommen beim Hochwasser in Polen zum Einsatz. Foto: THWDie vier High Capacity Pumping (HCP) Module des THW sollen in bewohnten Gebieten eingesetzt werden und die Behörden vor Ort bei der Flutbekämpfung unterstützen. Jede der Einheiten verfügt über eine Havariepumpe mit einer Leistung von 15.000 Litern und zwei weitere Großpumpen mit einer Kapazität von 5.000 Litern pro Minute. Die Geräte können auch in unzugänglichen Gebieten eingesetzt werden und sind auch dafür ausgelegt, Wasser über eine Entfernung von 1.000 Metern zu pumpen. Insgesamt hat das THW etwa 60 Helfer in die Katastrophenregion geschickt.

Am Donnerstagabend hat die Feuerwehr der Stadt Krakau ihre Partnerstadt Frankfurt/Main um Hilfe gebeten. In der vom Hochwasser betroffen Stadt werden dringend Pumpen benötigt, um unzählige Keller und Verkehrsanlagen vom Wasser zu befreien. In der Nacht zu Freitag wurden zwei Fahrzeuge mit etwa 40 Pumpen beladen und für den Einsatz in Polen vorbereitet. Seit 6 Uhr sind die beiden Fahrzeuge mit insgesamt fünf Einsatzkräften auf dem Weg in die Überschwemmungsgebiete der Stadt Krakau.

Am Freitagmittag rückten auch zwei Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr Koblenz nach Polen aus. Mit einer Stärke von vier Mann meldete sich das Kontingent bestehend aus einem Führungsfahrzeug und einem Wechselladerfahrzeug, beladen mit einer Hytranspumpe (Förderleistung 8000l/min), gegen 13 Uhr zum Einsatz nach Polen aus.

Erster Anlaufpunkt wird in den späten Abendstunden die Stadt Görlitz sein. Dort angekommen werden die Einsatzkräfte mit einer vergleichbaren taktischen Einheit aus Ludwigshafen vereint und mittels Lotsen zu dem noch unbekannten Einsatzgebiet in das polnische Überschwemmungsgebiet geleitet.

Schon am Dienstag hatte das brandenburgische Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz mitgeteilt, dass auch an der Oder an der deutschen Grenzoder ein Hochwasser um die Alarmstufe 3 zu erwarten sei, wobei sich das Verhalten der großen Nebenflüsse wie Bobr und Glatzer Neiße nicht exakt vorhersagen ließe. Die erste kleinere Hochwasserwelle wurde  für Freitag oder Samstag erwartet; mit dem Durchlaufen des Hochwasserscheitels sei ab dem Pfingstmontag zu rechnen.

Hochwasser: Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks auf dem Weg zum Einsatz nach Polen. Foto: THW
Hochwasser: Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks auf dem Weg zum Einsatz nach Polen. Foto: THW
Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: