Höchste Alarmstufe an der Oder

Frankurt/Oder (BB) – Die Hochwasserpegel steigen, die höchste Alarmstufe wird noch am Mittwochnachmittag ausgerufen. Damit steigt an Oder und Spree auch die Spannung, bei Bevölkerung und Einsatzkräften. Deiche werden überwacht, Evakuierungen vorbereitet, Kräfte zusammengezogen. Erinnerungen an die Flutkatastrophe im Jahr 1997 sind allgegenwärtig.

Deichverteidigung beim Elbe-Hochwasser 2002. Foto: Timo Jann
Besonders in den neuen Bundesländern kommen Erinnerungen an die Hochwasser-Katastrophen an der Oder im Jahr 1997 und an der Elbe im Sommer 2002 (siehe Bild) auf. Foto: Timo Jann

Das Landesumweltamt Brandenburg hatte dem Landrat des Kreises Oder-Spree zunächst vorgeschlagen, um 17 Uhr für den Kreis die Hochwasser-Alarmstufe 4 auszurufen – für die Oder und einen Abschnitt der Lausitzer Neiße. Doch die Pegel stiegen schneller, die Alarmstufe wird früher erhöht..

In Ratzdorf und in Eisenhüttenstadt steigen die Wasserpegel der Oder am stärksten an. Gegen 15 Uhr fehlten in Ratzdorf  – am Zusammenfluss von Oder und Lausitzer Neiße – nur noch wenige Zentimeter bis zum Richwert für die höchste Alarmstufe. Der liegt bei 5,90 Meter. In Einsenhüttenstadt stieg der Pegel bis zum Mittwochmittag innerhalb von acht Stunden um zirka 30 Zentimeter. Hier werden in diesen Minuten sämtliche Brandschutz- und Katastrophenschutz-Einheiten in Alarmbereitschaft versetzt. „Die Lage ist sehr angespannt“, sagte ein Vertreter der Feuerwehr Eisenhüttenstadt.

THW bereits in Polen im Einsatz. Foto: THWAuch das Technische Hilfswerk (THW) rüstet an der Oder auf. In den polnischen Hochwassergebieten sind bereits etwa 75 THW-Helfer mit Hochleitungspumpen-Modulen im Einsatz. Auch dort arbeiten sie eng mit der Feuerwehr zusammen.

In Brandenburgs Landeshauptstadt nahm der Katastrophenstab bereits seine Arbeit auf. In den Städten und Gemeinden werden Sandsäcke an die Bürger ausgegeben.

„Sämtliche Deiche werden kontinuierlich überwacht“, teilte Landrat Manfred Zalenga mit. Zurzeit seien über hundert Kräfte im Einsatz, um die zirka 50 Kilometer Deich zu kontrollieren. Die Deiche an der Oder wurden zwar nach dem Oderhochwasser 1997 verstärkt, weisen aber dennoch diverse Schwachstellen auf.

(Foto: THW)

Ein Kommentar zu “Höchste Alarmstufe an der Oder”
  1. Christian Patzelt

    Jetzt gilt die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4 für den südlichen Oder-Abschnitt von Ratzdorf bis zur Stadtgrenze von Frankfurt/Oder. Dies bestätigten auch das Frankfurter Hochwassermeldezentrum und der Katastrophenstab des Landes Brandenburg. Der Pegel steigt momentan mehr als einen Zentimeter pro Stunde.

    Die Alarmstufe 4 bezeichnet den Status “Katstrophenabwehr Hochwasser”. Es gilt, Deiche verstärkt zu kontrollieren und zu sichern, Evakuierungen vorzubereiten oder bereits durchführen.

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