Großbrand statt Fehlalarm

Aurich (NI) – Am Pfingstsonntag löste nachmittags die Brandmeldeanlage eines kunststoffverarbeitenden Betriebes im Auricher Ortsteil Schirum (Kreis Aurich) aus. Doch diesmal war es kein Fehlalarm, wie man es sonst häufig von solchen Anlagen kennt. Nur wenige Minuten später meldeten zahlreiche Passanten einen Großbrand. Als die Feuerwehr eintraf, stand eine Lagerhalle bereits vollständig in Flammen.

Die Firma wandelt Produktionsreste aus der Kunststoffindustrie in Granulat um. Der in der Halle gelagerte Rohstoff lieferte dem Feuer reichlich Nahrung. Die Rauchsäule war in über 20 Kilometern Entfernung zu sehen. Benachbarte Hallen waren anfangs akut gefährdet. Für diverse Ortsfeuerwehren in Aurich wurde Großalarm ausgelöst. So wurden über 120 Einsatzkräfte in Marsch gesetzt. Auch zahlreiche Schaulustige setzen den Einsatzort auf die Route ihres Pfingstausfluges.

Ein Großfeuer zerstörte Am Pfingstsonntag eine Lagerhalle in aurich. Nur wenige Minuten nachdem die Brandmeldeanlage auslöste, stand die Halle komplett in Brand. Foto: Ostfriesische Nachrichten
WILFRIED FRERICHS
Ein Großfeuer zerstörte am Pfingstsonntag eine Lagerhalle in Aurich. Nur wenige Minuten nachdem die Brandmeldeanlage auslöste, stand die Halle komplett in Brand. Foto: Ostfriesische Nachrichten

Den Feuerwehren gelang es ein Übergreifen auf die benachbarten Hallen zu verhindern. Eine Brandmauer hielt der extremen Belastung stand. So gelang es den Einsatzkräften auch einen integrierten zweistöckigen Bürotrakt in der Halle zu schützen. Bei den Löscharbeiten verbrauchten die Feuerwehrleute große Mengen Schaummittel. Einsatzleiter Bernd Saathoff schätzt gegenüber feuerwehrmagazin.de die verbrauchten Mengen auf über 4.000 Liter. Erst vor kurzem hatten sich die Auricher ein großzügiges AFFF-Schaumitteldepot zugelegt. Dies wurde an den Feiertagen nahezu vollständig erschöpft.

Die finalen Löscharbeiten zogen sich bis in den Montagnachmittag hinein. Ein Bagger unterstützte die Feuerwehren bei ihrer Arbeit und beseitigte die Trümmer der eingestürzten Blechhalle sowie das Brandgut. Das brennende Granulat bildete beim Ablöschen eine wasserundurchlässige Kruste. Dies erschwerte die Brandbekämpfung, denn unter der harten Schicht brannte es weiter. Eine Entsorgungsfachfirma saugte kontaminiertes Löschwasser ab und nahm das mit dem Bagger aus der Halle geschaufelte Granulat in Containern auf. Experten suchen nun nach der Ursache für den Brandausbruch.

Einsatzstellenvideo von ostfriesen.tv: Großbrand zerstört Kunststoff-Lagerhalle

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