Großbrand: Das Dorf löscht mit

Wonneberg (BY) – Großbrand in St. Leonhard (Gemeinde Wonneberg, Kreis Traunstein): Eine Scheune ist am Donnerstag dem Feuer zum Opfer gefallen. Drei Menschen erlitten Verletzungen. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 400.000 Euro. Als Brandverursacher sind zwei Kinder ermittelt worden – sie hatten in dem Gebäude gespielt und dabei unabsichtlich gelagertes Heu entzündet.

Nicht nur Feuerwehrleute löschten bei dem Großbrand, auch Bürger griffen zu den Schläuchen. Foto: fib/HLGegen 15.45 Uhr waren die ersten Notrufe eingegangen. Zu diesem Zeitpunkt brannte der obere Teil des Scheunen- bzw. Stallgebäudes, der Brand breitete sich rasant aus. Die Tiere aus dem Stall konnten noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an, rund 160 Helfer aus den umliegenden Wehren kamen zum Einsatz. Auch zahlreiche Bewohner der rund 1.500 Einwohner zählenden Gemeinde schnappten sich die Schläuche und löschten mit. Der Einsatz konnte ein Übergreifen der meterhohen Flammen auf ein angrenzendes Wohnhaus des landwirtschaftlichen Anwesens verhindern. Der gesamte Wirtschaftsbereich des Hofes brannte jedoch vollständig ab. Drei Menschen mussten mit Rauchvergiftungen behandelt werden. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) war mit 15 Helfern vor Ort.

Das Gebäude steht in Vollbrand - ein Übergreifen auf ein Wohnhaus kann verhindert werden. Fotos: fib/HL
Lamminger
Das Gebäude steht in Vollbrand - ein Übergreifen auf ein Wohnhaus kann verhindert werden. Fotos: fib/HL
16 Kommentare zu “Großbrand: Das Dorf löscht mit”
  1. E. Worthmann

    Sieht ja erstmal lustig aus… Aber dann mal eine ernste Frage: Was passiert, wenn denen was passiert? Sooo ungefährlich ist´s ja dann doch nicht. Wäre mal interessant zu wissen, wer die Rauchvergiftungen hatte!

  2. Heinz E.

    @Worthmann Solang die Verhältnissmäßigkeit gewahrt bleibt ist der Einsatz der Bevölkerung durchaus legitim. Dabei gibt es ein paar Grundregeln die dabei beachtet werden müssen. Diese Personen dürfen nur außerhalb des Gefahrenbereichs eingesetzt werden (ähnlich wie in manchen Bundenländern die JFM’s). Zur Versicherungsfrage, wie jeder Feuerwehrmann auch, ist diese Person dann auch über die entsprechende Unfallkasse bzw. Feuerwehrunfallkasse versichtert für den Fall, dass etwas passieren sollte.

  3. @Heinz E. Aber man ist doch nur versichert, wenn man auch die ganze PSA angelegt hat! Ist doch bei dem “normalen” FM auch so. Und auf dem Bild ist ja genau das nicht zu sehen.

  4. @ Heinz: Wir Sind uns aber einig, dass die vier Herren, die auf dem obigen Bild an den Strahlrohren stehen, sich IM GEFAHRENBEREICH aufhalten und KEINE GEIGNETE SCHUTZKLEIDUNG tragen? Außerdem scheint mir mehr als fraglich, ob deren Einsatz verhältnismäßig war, da es hier offensichtlich nicht (mehr) um die Rettung von Menschenleben ging.

    Ich möchte aber hier auch festhalten, dass ich damit nicht die Entscheidungen der Verantwortlichen kritisiere – dazu fehlt mir Hintergrundwissen.

  5. Aber ob die FUK dann überhaupt etwas zahlt? Es ist ja auf dem bild deutlich zu erkennen das diese Leute keine Schutzkleidung tragen.

  6. Wenn ein Bürger zur Unterstützung herangezogen wird, dann reicht seine normale Kleidung normalerweise aus. Es müssen also keine Tollen Reflexstreifen auf die Kleidung aufgenäht werden. Hupf Teil 3 und Teil 2 sind auch nur aus Baumwolle, es seie denn jemand meint er müsste etwas aus anderen Textilen beschaffen. Diese sind für einen Außenangriff völlig ausreichend, sofern man sich eben nicht direkt neben der Brandquelle aufhält.

    Der Strahlrohreinsatz der Bürger hingegen ist natürlich fraglich, denn die eingesetzten Bürger dürfen nur Arbeiten außerhalb des Gefahrenbereiches ausführen.

  7. Die Bürger dürften gar nicht zum Löscheinsatz herangezogen werden, da bestimmt kein Katastrophenalarm vorlag. Selbst mit Kat-S-Alarm wäre es sehr fraglich ob diese Männer im Gefahrenbereich arbeiten dürften.
    Anderer Aspekt: Warum helfen die Leute beim Löschen , sind aber offensichtlich nicht Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr? Wenn einem diesen Gelegenheits-FM etwas passiert wäre, hätte zu 99% feine FUK gezahlt, weil keine Schutzkleidung, Ausbildung, Einweisung inm die Geräte … .

  8. @ Frigo: Deine Aussage trifft so auf Bayern (und wohl auch auf die meisten anderen Bundesländer) nicht zu:

    Ich habe nachgelesen – Artikel 24 Absatz 1 Satz 1 des Bayrischen Feuerwehrgesetzes besagt: “Der Einsatzleiter kann Personen zur Hilfeleistung bis zu drei Tagen heranziehen, wenn das zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für die Allgemeinheit zwingend geboten ist und dadurch die Heranzuziehenden nicht erheblich gefährdet werden oder andere wichtige Pflichten verletzen müssen.”

    Hier stellen sich für mich schon 3 Fragen:

    1. Wenn sich die Bewohner wirklich wie oben beschrieben “die Schläuche
    schnappten”, kann man dann noch von einer “Heranziehung durch den
    Einsatzleiter” sprechen?

    2. Bestand tatsächlich eine “gegenwärtige Gefahr für die Allgemeinheit”?

    3. War die Heranziehung hier wirklich “zwingend geboten”?

    Selbst wenn man alle drei Fragen mit ja beantwortet, bleibt immer noch fraglich, ob die Bürger nicht doch erheblich gefährdet waren, indem man sie IM Gefahrenbereich eingesetzt hat!

    Und: Die Art, wie auf dem Bild die Schläuche gehalten werden, zeigt m. E., dass es an einer Kontrolle fehlte – das könnte man auch als lebensgefährlich ansehen.

    Bleibt zu hoffen, dass das Bild in den ersten Minuten des Einsatzes entstand und das Feuer auf ein NACHBARGRUNDSTÜCK überzugreifen drohte!

  9. Also, ganz ehrlich kann ich auf dem Bild nicht wirklich erkennen, ob die Personen im Gefahrenbereich stehen. Ich erkenne keine Brandstelle oder dergleichen.

    Ich denke mal, das die Anwohner einfach nur helfen wollen, um die Existensen zu schützen und deshalb mitgeholfen haben.
    Wenn ich an Syke denk:
    Da haben die Kameraden den anrückenden Wehren die Fahrzeuge leergeräumt und ohne PSA oder sowas den Löschangriff gestartet.
    Ist das denn etwas anderes?
    Dabei hat es sich sogar um ausgebildete Feuerwehrleute gehandelt!

    Ich kann dem Bericht auch nicht entnehmen, das der Einsatzleiter die Passanten herangezogen hat
    Wenn er das allerdings wirklich gemacht hat, dann frag ich mich, wo die ganzen 160 erwähnten Einsatzkräfte eingesetzt waren.

    Wie gesagt, ich denk die Anwohner haben in der Anfangsphase einfach ihre Existenz retten wolle.
    Das ist völlig in Ordnung und gut zu verstehen.

  10. Würde mich mal interessieren wie es denn ist wenn ein Waldbrand herscht. Da laufen auch auch genug Bürger herum die versuchen das Feuer zu löschen oder nicht? Die meisten Tragen auch kein PA oder desweiteren.

  11. Wenn man sich mal die Art und Weise wie die Schläuche und Strahlrohre gehalten werden anguck, dann kann man wirklich von Glück reden das keinem der “freiwilligen Bürger” etwas passiert ist. OK es sind nur C-Rohre aber die können auch ganz schön weh tun. Und selbst ind der Anfangsphase bei Personalknappheit hätte der Einsatzleiter die Leute weiter ab vom Gefahrenbereich (Aufbau Wasserversorgung oder Schlauchleitungen) einsetzen können und moralisch auch MÜSSEN. Sonst könnte ja jeder aus der FFW/JFW aussteigen und im Brandfall wenn er grade dazu lustig ist, mal ein bisschen mitlöschen.
    FAZIT: SOLCHE LEUTE HABEN NICHTS AN VORDERSTER FRONT (STRAHLROHRE) VERLOREN!!!

  12. @ Bernd:

    Per Definition beginnt der Gefahrenbereich am Verteiler und ist falls erforderlich, von der Brandstelle gesehen auszudehnen. Insofern kann da eigentlich doch kaum ein Zweifel bestehen.

    Du sagst schon selbst wo ein Unterschied liegt. In Syke waren es ausgebildete Feuerwehrleute, denen aufgrund der Umstände verständlicher Weise keine Schutzkleidung zur Verfügung stand. Zweifellos auch nicht optimal, aber doch eine ganz andere Situation – schon weil sie dafür ausgebildet sind.

    Das Bild wird hoffentlich aus der Anfangsphase des Einsatzes. Nur dann ist der Einsatz noch halbwegs nachvollziehbar. Dass Privatpersonen ohne Feuerwehrausbildung, ohne Anweisung und Hilfe einen Löschangriff aufbauen und sie niemand stoppt möchte ich bezweifeln!!!

    Nachvollziehbar ist es helfen zu wollen – “in Ordnung” ist es aber nicht!

    Wie gesagt: Ich kann und will hier nicht nur aufgrund des Artikels die Gesamtsituation bewerten.

  13. Ich gehen auch davon aus, das das Bild in der Anfangsphase gemacht wurde. Wenn man sich den Hintergrund des Fotos ansieht könnte jedenfalls der Eindruck entstehen.
    Ich würde aber auch nicht wissen wollen, was da los gewesen wäre, wenn der Einsatzleiter die Passanten an deren Eingreifen gehindert hätte, und ob in der Situation unbedingt Zeit ist für Diskussionen an der Einsatzstelle.

    Natürlich ist es auch kein Normalfall, und ich als Einsatzleiter würde es auch bestimmt nicht begrüßen, wenn Passanten bei Einsätzen an vorderster Front mitkämpfen.
    Es liegt nunmal in der Natur des Menschen, helfen zu wollen.
    Wie oft schon erlebt stehen Anwohner und Bürger beim Eintreffen häufig mit Gartenschlauch, Eimern oder was weiß ich nicht alles, Mitten drin im Geschehen und versuchen Ihr Eigentum zu schützen und zu erhalten, ziehen sich dann aber zurück, wenn adäquate Hilfe eingetroffen ist.

    So würde ich die Situation im obigen Einsatz beschreiben wollen, wenn ich diesen bewerten müsste.
    Will ich aber gar nicht!

    Im übrigen ist es NICHTS anderes, wenn ausgebildete Feuerwehrleute in Zivil löschen, weil gerade ihre Ausrüstung abfackelt.
    Gerade die FACHKRÄFTE müssten um die Wichtigkeit der PSA wissen!

    So seh ich das jedenfalls

  14. schnubbiit

    Bei uns eindeutig geregelt:

    Hessisches Gesetz über den Brandschutz,
    die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz
    (Hessisches Brand- und Katastrophenschutzgesetz – HBKG)
    in der Fassung vom 3. Dezember 2010

    § 49
    Hilfeleistungspflichten

    (1) Die Gesamteinsatzleitung oder die technische Einsatzleitung ist nach pflichtgemäßem Ermessen berechtigt, über 18 Jahre alte Personen zu Hilfeleistungen heranzuziehen, um von der Allgemeinheit oder dem Einzelnen eine unmittelbar bevorstehende Gefahr abzuwehren oder erhebliche Schäden zu beseitigen, falls die heranzuziehenden Personen ohne erhebliche eigene Gefahr oder Verletzung anderer wichtiger Pflichten in Anspruch genommen werden können. Die zur Hilfeleistung herangezogenen Personen haben den Anordnungen nachzukommen.

  15. schnubbiit

    http://www.ff-wonneberg.de/ wie man bei den Einsatzbildern sieht, hätte sicherlich der ein oder andere EL sich dazu entschieden aus einer sicheren Entfernung ein zwei Strahlrohre zum Schutz des doch noch großen Wohnhauses einzusetzen.

    Kombiniert man folgende Daten http://www.wonneberg.de/gemeinde/wonneberg_info2_daten.htm

    wird dem EL im Führungskreislauf wohl dies als die beste Lösung gekommen sein, wer weiß wie es nach dem ersten Erkunden sich dargestellt hat. Auf weiteren Bildern sind keine löschenden Passatnen mehr zu erkennen. Wie hat es an diesem Tag mit der Tagesalarmstärke ausgehsehen. Das sind all so fragen . . .

    PS Man sollte Entscheidungen von EL nicht hinterfragen. Wenn dies denn eine Entscheidung des EL war.

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