Glätte: Bloß nicht ins Rutschen geraten!

Bremen – Einsätze bei Frost und Schnee sind für jeden Feuerwehrmann eine Herausforderung. Eisige Temperaturen, gefrierendes Löschwasser, eingeschneite Hydranten – in diesen Tagen können viele Kameraden von den Widrigkeiten des Winters ein Liedchen singen. Den meisten Stress haben jedoch die Maschinisten – sie sollen Fahrzeug und Mannschaft sicher zum Einsatz und wieder zurück bringen. Der ADAC und das Feuerwehr-Magazin geben Fahrtipps für Fahrten bei Glätte:

  • Anfahren: Bei glatter Fahrbahn bei einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe im zweiten Gang anfahren, Gaspedal nur behutsam drücken – sonst rutscht der Wagen oder bricht aus. Bei Automatikgetrieben die Wahltaste „Winterprogramm“ aktivieren (falls das nicht selbstständig geschieht).
  • Schalten: Stets mit möglichst großem Gang und niedriger Drehzahl fahren, die Kupplung dabei beim Schalten behutsam kommen lassen. Frühzeitig hochschalten, bei Automatikfahrzeugen keinen „Kick-down“ durchführen. Rechtzeitig vor Steigungen herunterschalten, auf der Steigung selbst ist eine hohe Drehzahl erforderlich.
  • Lenken: Ruckartige Lenkbewegungen vermeiden. Kommt das Fahrzeug trotzdem ins Schleudern, dann auskuppeln und gefühlvoll gegenlenken. Reagiert der Wagen nicht mehr aufs Lenken, gibt’s nur eines: Vollbremsung!
  • Bremsen ohne ABS/ESP: Auf glatter Fahrbahn auskuppeln und das Bremspedal nur „dosiert“ betätigen, da sonst die Räder blockieren und das Fahrzeug ins Schleudern gerät, insbesondere  bei unterschiedlichem Fahrbahnbelag (Mitte trocken, am Rand aber Schnee oder Eis). Bei einer Notbremsung mit voller Kraft aufs Bremspedal treten, wobei der Wagen ausbrechen kann. Darum: Schnell von der Bremse gehen und in die gewünschte Fahrtrichtung lenken, dann erneut bremsen.
  • Bremsen mit ABS/ESP: Das Antiblockiersystem entfaltet nur dann seine volle Wirkung, wenn das Pedal maximal gedrückt und der Kurs gehalten wird. Nicht irritieren lassen durch das „Rattern“ am Bremspedal – es bedeutet, dass das ABS an mindestens einem Rad arbeitet. Nur mit ABS kann gleichzeitig gebremst und gelenkt werden! Es sollte aber auch hier die Kupplung getreten werden.
  • Bei Fahrten mit Schneeketten darf die Höchstgeschwindigkeit maximal 50 km/h betragen.
  • Auf Retarder und Motorbremse besser verzichten.
Einsatz im Schnee: Nicht nur für die Trupps eine besondere Herausforderung, sondern vor allem für die Maschinisten der Einsatzfahrzeuge. Foto: News 5
Einsatz im Schnee: Nicht nur für die Trupps eine besondere Herausforderung, sondern vor allem für die Maschinisten der Einsatzfahrzeuge. Foto: News 5
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