Frau stirbt bei Kollision mit Rettungswagen

Pocking (BY) – Eine 69-jährige Frau ist am Dienstagabend bei einem Unfall mit einem Rettungswagen (RTW) ums Leben gekommen. Die Autofahrerin wollte bei Pocking (Kreis Passau) mit ihrem Pkw nach links abbiegen. Dabei rammte der von hinten mit Sondersignal herannahende RTW den Wagen der Frau.

Der 21-jährige RTW-Fahrer befand sich mit einem Kollegen auf Einsatzfahrt zu einem Rettungseinsatz auf der Bundesstraße 12 in Fahrtrichtung Passau. Dem Einsatzfahrzeug vorausfahrende und entgegenkommende Verkehrsteilnehmer hielten den Fahrweg frei und bildeten eine Gasse, damit das Einsatzfahrzeug in der Fahrbahnmitte fahren konnte. Auf Höhe einer Abzweigung wollte die dem RTW vorausfahrende 69-Jährige nach links abbiegen. Trotz Vollbremsung des Einsatzfahrzeugs kam es zur Kollision. Die Frau wurde in ihrem Pkw eingeklemmt. Die Besatzung eines Rettungshubschraubers flog die Patientin in das Klinikum Deggendorf. Gegen 20.40 Uhr erlag sie ihren schweren Verletzungen.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde zur Klärung des Unfallherganges ein Gutachter hinzugezogen. Die Unfallfahrzeuge wurden sichergestellt. Die Bundesstraße 12 war wegen der Unfallaufnahme und Bergungsarbeiten bis 21.00 Uhr gesperrt. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 21.500 Euro beziffert.

Tödlicher Einsatzfahrt-Unfall: Bei Pocking rammte ein RTW einen Pkw. Foto: fib/GG
Tödlicher Einsatzfahrt-Unfall: Bei Pocking rammte ein RTW einen Pkw. Foto: fib/GG
8 Kommentare zu “Frau stirbt bei Kollision mit Rettungswagen”
  1. Hallo!

    Wieder einmal ein Unfall mit einem Einsatzfahrzeug…
    Meiner Meinung nach beginnt dieses Problem der Unwissenheit der Menschen, in einem solchen Moment richtig zu handeln, in der Fahrschule. In meiner Fahrschulzeit wurde nicht einmal darauf eingegangen, wie man sich bei herannahenden Einsatzfahrzeugen verhalten soll… Und wir sehen es doch beinahe täglich, dass die Leute sich vollkommen unberechenbar verhalten.

    Im Zusammenhang mit diesem Unfall finde ich die Idee, auch bei Autofahrern ab einem gewissen Alter jährliche Gesundheitstests durchzuführen, sehr gut. Allerdings sollten diese einen Seh-, Hör- und Reaktionstest beinhalten.

  2. Wolfgang Singer

    Warum ab einem bestimmten Alter ? Unabhängig von nachlassender sensorischer und motorischer Fähigkeiten sollte jeder Autofahrer regelmäßig überprüft werden. Was ältere Bürger durch altersbedingte Einschränkungen verbocken das legen jüngere Fahrer durch Ignoranz, Blödheit oder mobilem Diskothekenbetrieb an den Tag.

  3. Maschinist

    Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Jedoch sollte auch der Ausbildungsstand der Fahrer von Einsatzfahrzeugen ständig verbessert werden. Hierfür eignen sich meiner Meinung nach entsprechende Fahrsicherheitstrainings sehr gut. Ich selbst hatte die Möglichkeit, an einem solchen für Großfahrzeuge teilzunehmen und empfand es auch nach über 20 Jahren Maschinistentätigkeit, als eine sehr lehrreiche Erfahrung. Leider gibt es auch hier den Kostenfaktor…

  4. Steffen Dobels

    Es ist natürlich schwer zu beurteilen wer welche Fehler gemacht hat bzw. ob man davon überhaupt sprechen kann.
    Aber man sollte auch nie die Sorgfaltspflicht und angepasste Fahrweise bei der Nutzung von Sonder-und Wegerechten außer acht lassen.
    Dazu ist es immer wieder fraglich ob ein 21 jähriger schon ausreichend Fahrpraxis hat um einen RTW mit Sonder- und Wegerechten zu steuern.
    Bei 21 Jahren ist auch nicht unbedingt davon auszugehen das überhaupt Fahrpraxis vorhanden ist (eigenes Auto?Gelegenheitsfahrer?…)

  5. Christian H.

    @Steffen Dobels
    Sie merken hier an, dass der 21-Jährige vielleicht zu wenig Fahrpraxis hatte. Sicherlich ein Punkt, den man nicht außer Acht lassen sollte. Aber mit 21 Jahren kann er auch schon drei Jahre Berufs- und Fahrerfahrung haben und ich denke, dass ist schon ausreichend.
    Wenn man sich die Berufssparte anschaut, dann wird man mehr U25-Jährige finden, als Ü50.
    Viel zu schnell konnte der RTW nicht gewesen sein, wenn die anderen Autofahrer genug Zeit hatten, eine Gasse zu bilden. Und angesichts des Alters des Fahrzeugs kann man davon ausgehen, dass nicht allzuviel Sicherheit im Seitenaufprall da vorhanden war.

    Nichts desto trotz: Wir haben hier drei Einzelschicksale bei einem furchtbaren Unfall mit tragischem Ausgang. Das sollte dabei eigentlich im Vordergrund stellen.

  6. M.Thielen

    Hallo

    Ich habe selbst schon viele Einsatzfahrten erlebt in denen die Autofahrer sehr unüberlegt gehandelt haben. Meines Erachtens ist das wie schon gesagt ein Problem der Fahrschulen da diese eventuell nicht genug auf dieses Thema eingehen. Andererseits aber auch ein Problem der fehlenden Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich. Natürlich sollten die Fahrer von Fahrzeugen mit Sonderrechten auch eine Fahrsicherheitsschulung absolvieren aber dies ist in den meisten HiOrg’s eher die Seltenheit, hier spielt das Thema Geld wiedermal eine zu große Rolle. Also kommen dort schon 3 Faktoren zusammen die leider zu häufig zu schlimmen Unfällen führen.

  7. Zum Thema “unglückliche Reaktion” auf Einsatzfahrzeuge:

    ich wohne nur ein paar 100 Meter von einer großen Kreuzung und in der Nähe unserer Hauptwache (BF) – dementsprechend oft beobachte ich (ungewollt) Einsatzfahrten…

    Immer wieder sehe ich Fahrzeuge, die an der Kreuzung im Stau stehen, weil sich andere Verkahrsteilnehmer an das Rotlicht halten oder weil diese, wegen mangelder Umsicht Dritter, nicht in die Kreuzung einfahren können.

    Streng genommen ist ja gegen den Gedanken “diese Straße hat, 3 Spuren, also reicht es doch wenn der neben mir Platz macht”, auch nichts zu sagen…

    Wer mal mit Blaulicht gefahren ist, weiß: Eine solche Denkweise hilft wenig!

    Im Grunde müss(t)en alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen!

    Fahrschule: Ich habe es selbst erlebt! Das Thema wurde nur sehr kurz angesprochen – mindestens die Hälfte habe ich dazu beigetragen – die anderen Fahrschüler hatten praktisch kein Interesse…

    Problem: Wie soll ein Fahrlehrer, der selbst noch nie mit Blaulicht unterwegs war richtiges UND sinnvolles Verhalten vermitteln?

    Ausbildungsmaterial dazu gibt es meines Wissens nicht (?)

  8. MazDame

    Ich fahre selbst jeden Tag mehr als 100 km zur Arbeit und zurück über die Autobahn. Dort kann ich immer wieder aufs Neue erleben, wie wenig Rücksicht jeder einzelne Autofahrer nimmt. Jeder ist sich selbst der Nächste und auf der Straße herrscht mittlerweile Krieg.

    Sei es Dummheit, Unwissenheit, Ignoranz … nennen Sie es wie sie wollen. Fakt ist, wir müssen alle mehr Rücksicht nehmen, ob wir wollen oder nicht. Der Vorwurf der Ignoranz gilt genauso für die Verkehrsteilnehmer, die älteren, vorsichtigeren oder unsicheren Fahrern keinen Spielraum mehr lassen.

    Dennoch bin ich auf jeden Fall auch dafür, einen – von mir aus auch jährlichen – Fahrtüchtigkeitstest für alle einzuführen. Einziger Punkt dabei sollte auf jeden Fall sein, dass es nicht wieder so unglaublich teuer für jeden einzelnen wird.

    Ich frage mich, warum die Politiker da noch nichts unternommen haben.
    Startet doch mal eine Umfrage. Es wird wohl niemanden (außer vielleicht Rentner 😉 geben, der gegen solche Tests wäre, ganz im Gegenteil. Und ab einem gewissen Alter sollte der ältere Mensch sowieso auf das Führen eine Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr verzichten, um nicht andere Menschen zu gefährden.

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