Flugtage: Sicherheitswache im Dauereinsatz

Kirchheim/Teck (BW) – Alle zwei Jahre verwandelt sich die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim/Teck (BW) für drei Tage in eine “Flugfeldfeuerwehr”. So jetzt auch wieder am vergangenen Wochenende. Die insgesamt 60 zu diesem Sonderdienst eingesetzten Kameraden hatten so viel zu tun wie noch nie zuvor bei diesem Sonderdienst. Sie erlebten zunächst unter anderem auch das faszinierende Schauspiel eines Treffens aller sechs noch flugfähigen Maschinen des legendären Typs Junker Ju 52 (Tante Ju). Dann jagte im Verlauf der Flugschau und des Nostalgie-Fliegertreffens ein Einsatz den nächsten.

Die von der Kirchheimer Feuerwehr in Zusammenarbeit mit hunderten Kräften von  DRK und Polizei sicherheitsüberwachte Großveranstaltung brach dieses Jahr alle Rekorde: Fast 400 Flugzeugoldtimer, darunter auch zahlreiche Weltkriegsveteranen aus Frankreich und England, steuerten von Freitag bis Sonntag das große Flugfeld Hahnweide bei Kirchheim/Teck nahe Stuttgart an. Bei fast schon tropischen Temperaturen kamen mindestens 100.000 Zuschauer.

20 Kräfte entlang der Piste einsatzbereit

Jeweils standen pro Tag auch bei der “Hahnweide 2011” 20 Feuerwehrleute “startbereit” entlang der 1.000 Meter langen Graspiste. Im Hintergrunddienst arbeiten alle fünf Abteilungen der Kirchheimer Feuerwehr an diesen drei heißen Tagen aufs Engste zusammen, um weitere Einsätze im Stadtgebiet und auch auf der nahen Autobahn bewältigen zu können. Weil die FF Kirchheim für Einsätze auf der vielbefahrenen Autobahn zwischen Stuttgart und München eine entsprechend gute Außerorts-Ausrüstung vorhält, hat sie mit ihren Sonderlöschfahrzeugen auch die Kapazitäten für einen solchen ungewöhnlichen Flugfeldeinsatz.

Erst kleinere Einsätze, dann Flugunfall

Zwischendurch gab es bis Sonntag immer wieder kleinere Hilfeleistungen und Löscheinsätze, darunter auch Auto- und Flugzeugmotorenbrände. Dann plötzlich am Samstag kurz nach Ende des offiziellen Flugschauprogramms am Haupttag passierte es: kurz nach dem Start kam der Motor eines 60 Jahre alten Doppeldeckers in Stottern. Etwa 1.000 Meter westlich der Start- und Landepiste setzten die beiden Insassen mit stehendem Propeller zu einer Notlandung an. Im weichen Boden eines frisch bestellten Feldes wurde jedoch sofort das Fahrwerk abgerissen. In einer mächtigen Staubwolke schleuderte die Bücker über den Acker, Flügel und Rumpf knickten ein. und TLF 24/50 waren in knapp zwei Minuten an der Absturzstelle, gingen sofort mit Lightwater-Schnellangriff und Schaumrohr in Stellung, gefolgt von weiteren Kräften. Wie durch ein Wunder hatten die beiden Piloten die heftige Bruchlandung mit nur leichten Blessuren überlebt und  sich schon selbst aus dem Wrack in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr Kirchheim, abgelöst durch die Abteilung Jesingen, stellte bis in die Nacht hinein den Brandschutz sicher und half bei der Bergung des Wracks, wobei auch Kraftstoff und Öl aufgefangen werden mussten.

Weiterer Einsatz am nächsten Tag

Schon am Sonntagmorgen  standen die Kameraden am Flugfeld wieder auf ihrem Posten. Gleich nach Dienstbeginn die nächste Luftnotfall-Meldung vom Tower: Eine gleichfalls am Oldtimer-Treffen teilnehmende Maschine war diesmal im Osten der Piste auf einem Feld niedergegangen. Der Pilot blieb unverletzt. Kräfte der Feuerwehr halfen bei der Bergung; wieder musste auch das Flugzeugbenzin umgepumpt werden. (Text: Heino Schütte)

Eine JU 52 landet bei dem Oldtimertreffen in Kirchheim, einige Kräfte der Feuerwehr beobachten die Landung. Foto: Heino Schütte
Eine JU 52 landet bei dem Oldtimertreffen in Kirchheim, einige Kräfte der Feuerwehr beobachten die Landung. Foto: Heino Schütte
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