Feuerwehr verliert Bürgerentscheid

Syke (NI) – Der Bürgerentscheid zum neuen Standort der Freiwilligen Feuerwehr Syke (Kreis Diepholz) endete mit einer Enttäuschung für die ehrenamtlichen Helfer.  Eine schlechte Wahlbeteiligung und eine Vielzahl von Nein-Stimmen beendeten alle Hoffnungen der Feuerwehrleute auf einen Neubau am städtischen Hallenbad.

Das Ergebnis:

  • 28,89 Prozent Wahlbeteiligung
  • 5.688 von knapp 20.000 möglichen Stimmen wurden abgegeben
  • 3.730 Personen stimmten mit Ja
  • 1.941 Personen stimmten mit Nein

4.923 Bürger hätten mit Ja stimmen müssen, um der Feuerwehr den gewünschten Neubau am Hallenbad zu ermöglichen.

Feuerwache Syke, Containerbau. Foto: Patzelt
Kein Dauerzustand. Die FF Syke zieht sich momentan in einem Conatinerbau um und rückt dann mit ihren Fahrzeugen aus Hallen auf umliegenden Geländen zum Einsatz aus. Trotzdem bleibe die Einsatzbeteiligung und Hilfsbereitschaft konstant hoch, so Ortsbrandmeister Uwe Meyer. Foto: Patzelt

Noch am Vormittag waren Ortsbrandmeister Uwe Meyer und Pressesprecher Ralph Harjes optimistisch. “Ich bin guten Mutes. Es ist nur ein beklemmendes Gefühl, dass es überhaupt soweit kommen musste”, sagte Meyer. Auch Feuerwehrkamerad Melvyn Heuer betonte: “Der Standort am Hallenbad ist optimal. Wir haben die Chance, unser Gelände in der Zukunft noch zu erweitern. Zudem hat die Jugendfeuerwehr dort alle Möglichkeiten, sich besser aufzustellen. Im Moment haben wir da leichte Nachwuchsprobleme.”

Dagegen bekannte sich ein Bürger nach seiner Stimmenabgabe im Wahllokal Grundschule Barrien zu seinem Votum gegen die Feuerwehr: “Ich habe gegen den Standort am Hallenbad gestimmt, weil ich den anderen Standort für sinnvoller halte. Das Gelände dort liegt seit Jahren brach und könnte so sinnvoll genutzt werden.” Er verwies auf das ehemalige Grundstück einer Raiffeisen-Genossenschaft an der Gartenstraße. Für dieses stimmte der Rat der Stadt mehrheitlich, wohlgemerkt gegen die Meinung des Syker Bürgermeisters. Für die Wehr kam dieses Grundstück aufgrund schlechter An- und Abfahrtsmöglichkeiten, wenig Erweiterungsperspektive und kontaminiertem Erdboden nicht in Frage.

Als Wahlleiter Horst Meyer im Ratssaal das vorläufige Endergebnis bekannt gab, verließen einige der Feuerwehrleute enttäuscht und wütend über das unerwartet schlechte Ergebnis das Gebäude. Für die FF Syke geht das hin und her nun weiter. Nach Informationen von feuerwehrmagazin.de hat der Rat der Stadt nicht vor, den gewünschten Standort an der Gartenstraße mit allen Mitteln durchzusetzen. Seitens der Politik wurde Gesprächsbereitschaft gezeigt. Für die Feuerwehrleute geht damit jedoch die nervenraubende Standortsuche weiter. Die FF muss weiterhin von einer Brandruine aus ausrücken und sich in Containern umziehen. Die Fahrzeuge gilt es im Einsatzfall aus verschiedenen umliegenden Hallen und Garagen zu holen.

Die Feuerwehrwelt darf gespannt sein, wie es mit der Freiwilligen Feuerwehr Syke weitergeht. Das Feuerwehr-Magazin wird in einer der nächsten Ausgaben darüber berichten.

5 Kommentare zu “Feuerwehr verliert Bürgerentscheid”
  1. Andy83hh

    Alle wollen eine funktionierende Feuerwehr, aber bloß nicht in der Nähe. Die machen ja Krach mit ihrem Martinhörnern. Wenn sich die bevölkerung mal klarmachen würde für wen wir überhaupt im tagtäglichem Einsatzgeschehen den Kopf hin halten. Aber leider scheint das ja nicht die Ausnahme sondern die Regel zu sein.

  2. Andy83hh hat recht.

    Ich hoffe das bisher kein Meschenleben zu beklagen war. Erst wenn dies passiert dann ist das Geschrei groß warum die FW zu spät zu einem Einsatz kam. Und wer ist dann Schuld die FW.
    Hier gehts um das Allgemeinwohl und nicht ob mann ein Kontminiertes Grundstück teuer aufbereiten muß.
    Das abgebrannte FW-Haus hätte schnellstmöglich wieder Aufgebaut werden müssen,
    sofern die Gemeinderäte hinter ihrer Wehr stehen.
    Anscheinend ist dies nicht der Fall

  3. Hallo,

    wo ist das Problem ?
    Es fand ein Bürgerentscheid statt, den konnte die Feuerwehr für sich nicht entscheiden.
    Das mag jetzt bitter sein, ich würde aber als “Feuerwehr” nicht automatisch darauf schließen, dass die Bevölkerung was gegen die Feuerwehr hat.

    Wie man dem Bericht hier entnehmen kann, gibt es ja durchaus noch die Möglichkeit der Einigung bezüglich dem Standort. Da laut Bericht der Rat, ihren Standort ja nicht mit allen Mitteln durchsetzen will. Daher mal sehen wie sich das entwickelt.

  4. Simon hat aber auch Recht!!!

    Allerdings wird spätestens der Kämmerer den Rat darauf aufmerksam machen, was das Bauvorhaben auf kontaminiertem Boden kosten würde!

    Also abwarten… es kommt eine Lösung, in zwei bis drei Jahren.

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