Erst Wohnungsbrand, dann Wasserrohrbruch

Wilhelmshaven (NI) – Die Börsenstraße in Wilhelmshaven, Sonntagmorgen um 3.57 Uhr. Einer Polizeistreife fällt an einem viergeschossigen Mehrfamilienhaus Rauch auf, der aus einem Fenster einer Wohnung im Erdgeschoss quillt. Auf der Straße liegt ein Mann, wie sich schnell herausstellt, der Mieter der betroffenen Wohnung. Er ist nicht ansprechbar und weist starke Verbrennungen am ganzen Körper auf. Die Feuerwehr Wilhelmshaven wird alarmiert.

Eine weitere Erkundung durch die Beamten ergibt, dass das Feuer auf der Rückseite des Gebäudes bereits einen Balkon in Flammen gesetzt hat. Das bereits heftig brennende Feuer greift rasch auf die darüberliegenden Balkone über. Fensterscheiben platzen, Kunststoffteile beginnen zu brennen und zu schmelzen. Die Berufsfeuerwehr trifft mit einem Löschzug ein, zusätzlich kommen von der FF Bant ein LF 16 und die zweite DLK 23/12, von der FF Rüstringen ein TSF-W, GW-Atemschutz, WLF mit AB-Rettungsdienst und RW 1. Rund 70 Kräfte sind im Einsatz. Das zweite LF 16 der FF Bant sowie die FF Heppens mit einem LF 16 übernehmen die verwaiste Feuerwache 1 der BF. Für den entblößten Stadtnorden werden die Freiwilligen Feuerwehren aus Sengwarden und Fedderwarden in Bereitschaft versetzt.

Neben zwei RTW der Berufsfeuerwehr kommen auch ein NEF sowie drei weitere RTW unter anderem aus dem Landkreis Friesland zur Börsenstraße. Sie nehmen neben dem schwer verbrannten Mann – er wird noch in der Nacht in eine Spezialklinik nach Hannover geflogen – weitere vier Verletzte, die stationär in Wilhelmshavener Kliniken gebracht werden. Sie haben Rauchvergiftungen erlitten. Fünf Personen müssen mit der Drehleiter gerettet werden. Gleichzeitig beginnt die Brandbekämpfung. Es gelingt, das Feuer auf die Erdgeschosswohnung sowie die Außenbalkone zu begrenzen. Zudem können die Feuerwehrmänner auch noch zwei Katzen sowie mehrere Kaninchen aus den Wohnungen retten.

Hausbewohner müssen ins Hotel

Die Bewohner der anderen Wohnungen im Haus werden in Notunterkünften und Hotels untergebracht, da ihre Wohnungen nicht bewohnbar sind. In der vom Feuer betroffenen Wohnung müssen zahlreiche Glutnester aufgespürt und gelöscht werden. Dabei kommt auch eine gerade neu beschaffte Wärmebildkamera zum Einsatz. Bis 8.15 Uhr wird eine Brandwache gestellt. Der Brandort wird von der Polizei beschlagnahmt, das zuständige 1. Fachkommissariat hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Fedderwarden sperren den Rohrbruch an der Fedderwarder Landstraße ab. Foto: Olaf Preuschoff

Hauptwasserleitung bricht

Nur wenige Minuten, nachdem die letzten Fahrzeuge bis auf die Brandwache von der Einsatzstelle abgerückt sind, löst die Leitstelle Friesland-Wilhelmshaven Alarm für die Feuerwehren Fedderwarden und Sengwarden aus. An der Fedderwarder Landstraße ist eine Hauptwasserleitung gebrochen. Große Wassermassen unterspülen die Straße, die daraufhin absackt und gesperrt werden muss. Kräfte der beiden Feuerwehren sowie das HLF 20/16 der Feuerwache 2 der Berufsfeuerwehr sperren die Einsatzstelle weiträumig ab und sorgen für das Abfließen der Fluten. Dann wird die Einsatzstelle an die Stadtwerke übergeben. (Fotos: Olaf Preuschoff)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Da hat doch wohl keiner den Hydranten ausgesaugt?

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  2. Nein, keine Sorge, dafür lagen die Einsatzstellen zu weit auseinander.

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