DLRG: Viel mehr Rettungseinsätze in 2009

Bad Nenndorf (HE) – Die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) haben im vergangenen Jahr 723 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt. Das sind über 200 erfolgreiche Lebensrettungen mehr als im Jahr 2008. Bei 40 Einsätzen haben sie sogar ihr eigenes Leben riskieren müssen, um ein anderes zu retten. In der Leistungsbilanz stehen zudem 8.300 vorbeugende Hilfeleistungen für Segler, Surfer und andere Wassersportler zu Buche. Diese Zahlen gab DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens heute in Hamburg bekannt.

Die humanitäre Organisation hat an den Küsten von Nord- und Ostsee, an vielen Badestellen im Binnenland und in Schwimmbädern 48.400 ehrenamtliche Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer eingesetzt, um die Wasserfreizeit von Badegästen und Wassersportlern aus dem In- und Ausland sicherer zu machen. Sie leisteten über 2,2 Millionen Wachstunden trotz eines in großen Teilen verregneten und kalten Sommers.

Ursachlich für die gestiegenen Einsatz- und Rettungszahlen sind nach Angaben der DLRG oft Selbstüberschätzung, Leichtsinn und eine hohe Risikobereitschaft. Die Mitglieder der DLRG haben allein im letzten Jahrzehnt über 6.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Das Risiko zu ertrinken ist also wesentlich größer, als es Statistik über tödliches Untergehen belegt.

“Mit nahezu 13 Millionen Stunden freiwilliger und unentgeltlicher Arbeit haben unsere Mitglieder viel für die Sicherheit der Menschen geleistet und gezeigt, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement für unsere Gesellschaft ist. Unser Konzept aus Aufklärung über Wassergefahren, Vorbeugung durch Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung und Wachdienst an Küsten und Binnengewässern ist erfolgreich und in dieser Form einmalig in der Welt”, so Klaus Wilkens.

Sorgen bereiten den Lebensrettern die weiter rückläufigen Schwimmprüfungen. Im vergangenen Jahr haben die Ausbilder 15 Prozent weniger Schwimmer ausgebildet. Die Gesamtzahl der erfolgreichen Prüfungen ging auf 152.000 zurück. Als Hauptursache nannte der DLRG-Präsident die Bäderschließungen. Er forderte einen Stopp des kommunalen Kahlschlags und eine Umkehr in der Bäderpolitik.

Als “Pisa-Desaster des Schulsports” bezeichnete Dr. Klaus Wilkens das Ergebnis einer im vergangenen Jahr von der DLRG durchgeführten Grundschulbefragung über die Schwimmfähigkeit von Schülerinnen und Schülern. Sie hatte ergeben, dass 45 Prozent der Kinder am Ende der vierten Klasse keine sicheren Schwimmer sind und nur 77 Prozent eine Seepferdchenprüfung bestanden haben. (Text und Foto: DLRG)

DLRG im Einsatz: Beim "DLRG Cup im Rettungsschwimmen" zeigten die Helfer im August 2009 ihr Können. Foto: DLRG/obs
DLRG im Einsatz: Beim "DLRG Cup im Rettungsschwimmen" zeigten die Helfer im August 2009 ihr Können. Foto: DLRG/obs

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