Die 10 wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Kontamination

Bremen – Ob durch kontaminierte Feststoffe, flüchtige Gase beziehungsweise Brandrauch oder austretende Flüssigkeiten: Feuerwehrleute sind stets besonders durch giftige oder krebserregende Substanzen gefährdet. Doch durch die Beachtung einiger Regeln, lassen sich Kontaminationen vermeiden. Damit ihr wisst, wie ihr euch am besten gegen Kontaminationen schützt, haben wir 10 Tipps zusammengefasst:

1. Bei Löscharbeiten unbedingt umluftunabhängigen Atemschutz tragen, auch bei vermeintlich harmlosen oder kleinen Bränden, wie Mülltonnen oder Pkw. Auch dabei werden gesundheitsschädliche Schadstoffe freigesetzt. Bei Nachlöscharbeiten mindestens Filter nutzen.

2. Kontaminierte Schutzbekleidung bereits an der Einsatzstelle tauschen. Als Ersatzkleidung für die Rückfahrt zum Stützpunkt sollte Trainingsbekleidung in verschiedenen Größen auf den Einsatzfahrzeugen mitgeführt werden.

Bei kleineren Brandeinsätzen ist häufig keine Logistik zur Dekontamination vorhanden. Die Kräfte können dann mit Wasser aus dem Löschwassertank abgebraust werden. Foto: Timo Jann

3. Hände, Gesicht und Hals zeitnah nach dem Einsatz waschen. Entsprechende Hygienebords gibt es mittlerweile in vielen modernen Fahrzeugen standardmäßig, alternativ hilft auch sauberes Wasser aus dem Löschwassertank über einen Druckabgang am Fahrzeug.

4. Essen und Trinken in verschmutzter Einsatzkleidung sind ebenso tabu wie Raucherpausen an der Einsatzstelle. Dabei besteht die Gefahr, Schmutzpartikel über den Mund und die Atmung in den Körper aufzunehmen.

5. Führungskräfte sollten ihre Vorbildfunktion wahren und nicht ohne Atemschutzgerät dem Angriffstrupp bei den Löscharbeiten zusehen. Auch Gruppen-, Zug- oder Wehrführer sind nicht immun gegen krebserregende Schadstoffe. 

KREBS BEI FEUERWEHRLEUTEN

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6. Nach dem Einsatz die unter Umständen mit Schadstoffen belastete persönliche Schutzausrüstung sowie verschmutze Geräte oder Schläuche nicht im Mannschaftsraum des Löschfahrzeugs transportieren. Das alles verschleppt die Kontamination.

7. Nach einem Brandeinsatz möglichst schon in der Feuerwache duschen. Wechselbekleidung sollte dort im persönlichen Spind für diese Fälle deponiert sein, denn unter dem Schutzanzug getragene private Kleidung könnte ebenfalls belastet sein.

Weitere Beiträge

Einen Beitrag mit tiefer gehenden Tipps für die Realisation des Schwarz-Weiß-Prinzips in eurer Feuerwehr findet ihr hier

Erst letzte Woche berichteten wir über einen Einsatz, bei dem Hamburger Feuerwehrleute gefährlichen Asbestfasern ausgesetzt waren (hier geht es zum Artikel).

8. Verdreckte Einsatzkleidung nicht einfach wieder in den Spind hängen, sondern konsequent der fachgerechten Reinigung zuführen. Kleidung für die Reinigung nicht offen lagern, sondern luftdicht verpacken, sonst werden Schadstoffe freigesetzt.

Ist die Infrastruktur vorhanden, sollte die eingesetzte Persönliche Schutzausrüstung (PSA) nach dem Schwarz-Weiß-Prinzip eingesammelt und luftdicht verpackt werden. Kontaminationen können so nicht verschleppt werden. Foto: Timo Jann

9. Gerade auch jüngere beziehungsweise neue Einsatzkräfte sollten schon in der Ausbildung und während ihrer ersten Einsätze über das richtige Verhalten informiert werden. Nur so kann ein Wandel im Verhalten erreicht werden.

10. Persönliche Einsätze und eigene Tätigkeiten möglichst detailliert dokumentieren: Wann hat es gebrannt? Was hat gebrannt? Was habe ich wie lange geleistet? Gibt es Messprotokolle? Wer war der Einsatzleiter? Wer war mit im Einsatz? Hierfür sehr nützlich: Ein Atemschutzträger-Logbuch

Einsatzdokumentation

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2 Kommentare zu “Die 10 wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Kontamination”
  1. Klaus Hotze

    Die Worte “ sauberes Wasser “ und Löschwassertank gehören nicht in einen Satz.
    Es handel sich hierbei um Wasser der Kategorie 5.

  2. Hallo Klaus Hotze,
    vielen Dank für den Kommentar. Löschwasser ist natürlich kein Trinkwasser, daher haben wir “sauber” rausgenommen.

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