Demonstranten blockieren Rettungseinsatz

Stuttgart – Heftige Proteste begleiten den derzeitigen Teilabriss des Stuttgarter Hauptbahnhofes. Gegner des Großbauprojektes “Stuttgart 21” versuchen den Neubau des Bahnhofes als unterirdische Anlage zu verhindern. Am Mittwoch gehörten auch Feuerwehr und Rettungsdienst zu den Leidtragenden der Demonstrationen. Als die Helfer zu einem Rettungseinsatz vor einem Hotel ausrücken mussten, wurden die anrückenden Einsatzfahrzeuge aufgehalten, berichtete die Polizei. 

Am Einsatzort seien die Helfer außerdem von Aktivisten bedrängt und behindert worden.”Dies hat mit verständlichen Protesten sowie zivilem Ungehorsam bei weitem nichts mehr zu tun. Dies sind alles das Gemeinwesen nachhaltig beeinträchtigende Straftaten. Wer Rettungskräfte blockiert, handelt kriminell”, so Polizeipräsident Siegfried Stumpf, Leiter des Einsatzes.

Die Demonstranten hatten seit dem Nachmittag Straßenblockaden rund um den Bahnhof und auf der nahen Bundesstraße 14 errichtet. Auch Züge und Gleisanlagen seien besetzt worden, berichtete die Polizei. Folge seien stundenlange Staus und Verzögerungen im Bahnverkehr gewesen. Besucher des am Mittwoch eröffneten Stuttgarter Weindorfs seien zudem mit Eiern beworfen worden, auf der B 14 flogen Flaschen auf die Fahrbahn.

Abriss des Hauptbahnhofs Stuttgart - das Gebäude weicht für das Projekt "Stuttgart 21". Die Arbeiten werden von erheblichen Protesten begleitet. Foto: Oskar Eyb
Abriss des Hauptbahnhofs Stuttgart - das Gebäude weicht für das Projekt "Stuttgart 21". Die Arbeiten werden von erheblichen Protesten begleitet. Foto: Oskar Eyb
5 Kommentare zu “Demonstranten blockieren Rettungseinsatz”
  1. Das hat wohl nichts mehr mit Protest zu tun. Wer seinen Unmut auf dem Rücken unbeteiligter Austrägt der gehört betraft und das mit voller Härte des Gesetzes.

  2. Die Demonstranten hatten Jahre für eine Bürgerinitiative gegen den Bau. Jetzt haben sie wohl gemerkt, dass es zu spät ist und sind sauer, doch soetwas ist für mich versuchter Totschlag!

  3. Ich gehöre selbst zu den Demonstranten die am 25.08. Straßenblockaden machten. Es ist mir nichts bekannt dass Rettungskräfte behindert wurden. An der Kreuzung an der ich saß musste ein Notarzt wagen durch. Diesem wurde genug Platz gemacht. Nur die Polizei dein Freund und Helfer behinderte den Fahrer da die Polizei Ihre Autos mitten in der Str. geparkt hatten (die Fzg waren verlassen) und der Notart – Wagen über den Gehweg ausweichen musste! Von anderen Quellen habe ich erfahren das sogar der ADAC etc durchgelassen wurde! Soviel hierzu.

    Im übrigen sind die Proteste schon länger, doch erst seit sich die Zahl der Demonstranten stetig erhöht interessieren sich die Medien dafür. Zudem wurde Jahrelang die Wahrheit um S21 vertuscht und der Bürger getäuscht, jetzt allmählich kommt durch die Medien die Wahrheit ans Licht, mal abgesehen davon das ein Bürgerentscheid mit ca. 62000 gültigen Stimmen vor einigen Jahren ablehnt wurde!

    Ob Weindorf Besucher tatsächlich mit Eier beworfen wurden kann ich nicht beurteilen hierüber lese ich heute zum ersten Mal! Fakt ist jedoch das einige S21 Befürworter die S21 Gegner beleidigen und teilweise auch vor körperlichen Auseinandersetzungen (anremplen,..) nicht zurückschrecken. Ich habe es leider schon zwei mal erlebt!

  4. raphael-wiesbaden

    Der Rettungsdienst in Stuttgart ist immer mal wiedder in der Kritik aufgrund von Einsatzverzögerungen.
    Die Proteste rund-um-den bahnhof waren angemeldet.
    Wenn das Ordnungsamt nicht in der Lage ist, diese Inforemation an die Rettungsleitstelle weiterzugeben, damit hier frühzietig eine andere disposition vorgenommen werden kann, ist das ein Armutszeugnis.
    Aber auch ohne diese Information darf der Bürger erwarten, daß das eiförmige Ding auf dem Hals eines Leitstellendisponenten zum eigenständigen Denken ausgestattet ist.
    Für mich riecht das sehr nach Stimmungsmache gegenüber Bürgerprotest.

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