Chinesischer Konzern kauft Ziegler

Giengen (BW) – Der chinesische Nutzfahrzeug- und Logistik-Konzern CIMC hat den seit 2011 insolventen Feuerwehrfahrzeughersteller Ziegler gekauft. Das Bundeskartellamt muss dem Verkauf noch zustimmen. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler bleiben alle Arbeitsplätze und Standorte der Ziegler-Gruppe erhalten.

CIMC (Sitz in Shenzhen) übernimmt den gesamten Geschäftsbetrieb der Ziegler-Hauptgesellschaft Albert Ziegler GmbH & Co. KG sowie alle zwölf deutschen und internationalen Tochtergesellschaften. Der Kaufpreis, der nach asiatischen Börsenvorschriften veröffentlicht wird, beträgt rund 55 Millionen Euro. “CIMC ist der perfekte Partner für Ziegler”, sagt Kübler. “Der chinesische Konzern verfügt über langjährige Erfahrung im Geschäft mit Nutz- und Spezialfahrzeugen und bietet Ziegler eine ideale Basis für den gezielten Ausbau des internationalen Geschäfts.” Schon heute ginge mehr als ein Drittel der Ziegler-Fahrzeuge in den Export, wobei der größte Teil des Umsatzes in Europa erwirtschaftet wird.

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Ziegler hatte 2011 Insolvenz anmelden müssen. Unmittelbarer Auslöser war – neben jahrelangem Missmanagement – die Aufdeckung des sogenannten Feuerwehrkartells, dem neben Ziegler drei weitere Produzenten angehört hatten. Das Verfahren endete mit einer millionenschweren Kartellbuße. In den ersten Monaten der Insolvenz waren insbesondere die Aufträge vonseiten öffentlicher Kunden eingebrochen, weil nach Angaben des Insolvenzverwalters viele Kommunen davor zurückschreckten, bei einem insolventen Unternehmen zu bestellen. Hinzu kamen Vorbehalte aus dem zurückliegenden Kartellverfahren.

Firmenlogo an der Ziegler-Zentrale in Giengen. Foto: Hegemann
Firmenlogo an der Ziegler-Zentrale in Giengen. Foto: Hegemann
Ein Kommentar zu “Chinesischer Konzern kauft Ziegler”
  1. Jörn P.

    Ende gut alles Gut?!

    Gut, dass es einen Investor für Ziegler gefunden ist!

    Schade nur, dass sich kein europäisches Unternehmen für “Ziegler” als
    Partner gefunden hat, denn:

    Die Chinesen wollen mit Ihren Investments in den europäischen
    Mittelstand, sich von der Masse der Bevölkerung relativ unbemerkt, in die deutschen/europäischen Unternehmen einkaufen. So wird heimlich still und leise jahrelang erarbeitetes Wissen und die Innovationskraft dieser Firmen sich zu Eigen gemacht, um dann auf dem Weltmarkt mit nachgebauten Produkten aus China eine gleichwertige Qualität vorzugaukeln.

    Bleibt nur zu Hoffen, dass aus schwäbischer Qualitätsarbeit keine chinesische Billigware wird.

    Allen Ziegler-Mitarbeitern auch unter Chinesischer Flagge alles “GUTE”

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