Brandserie hält Feuerwehren in Atem

Dinkelland (Niederlande) – Eine Brandserie hält zurzeit die Feuerwehren im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Nordhorn (Grafschaft Bentheim) in Atem. Bereits in den letzten Tagen hatte es rund ein Dutzend Mal zwischen Nordhorn auf deutscher Seite und der Gemeinde Dinkelland auf niederländischer Seite gebrannt. Am Montag erreichte die Serie ihren vorläufigen Höhepunkt. Insgesamt fünf Brände mussten innerhalb von vier Stunden bekämpft werden. Im Einsatz waren dabei zahlreiche Feuerwehren aus Deutschland und den Niederlanden.

Gegen 14 Uhr lösten die Funkmeldeempfänger der Freiwilligen Feuerwehr Nordhorn das erste Mal aus. “Starke Rauchentwicklung am Poolweg” lautete die Durchsage. Noch während der Anfahrt der ersten Kräfte wurde die Alarmstufe von Klein- auf Mittelbrand erhöht. Etwa 500 Meter abseits des befestigten Poolweges brannte es in einem etwa 10.000 Quadratmeter großem Waldstück lichterloh. Der Einsatzleiter ließ umgehend die Ortsfeuerwehr Brandlecht mit zwei wasserführenden Fahrzeugen nachalarmieren. Auch die Brandweer aus dem niederländischen Denekamp kam zur Einsatzstelle ins Grenzgebiet, sie hatte den Brand ebenfalls von ihrer Leitstelle (Meldkamer) gemeldet bekommen, die Brandweer aus Tubbergen blieb in Bereitstellung.

Schwierige Wasserversorgung

Deutsche und niederländische Einsatzkräfte nahmen vor Ort  vier C-Rohre und zwei Schnellangriffe gegen den Brand vor. Nach etwa 20 Minuten war das Feuer unter Kontrolle. Schwierig gestaltete sich die Wasserversorgung. Am Poolweg wurde der Tankanhänger der Feuerwehr Nordhorn mit 12.000 Liter Wasser platziert. Dieser wurde im Pendelverkehr von einem Löschgruppenfahrzeug (LF 20/16-2) mit Wasser versorgt. Vom Tankanhänger pendelten das Tanklöschfahrzeug (TLF) 24/50 (Nordhorn), das TLF 16/25 (Brandlecht) und das Tankautospuit 4×4 (TAS) der Niederländer zur Brandstelle. An dieser Stand das LF 10/6 der Nordhorner Wehr, von dem der Löschangriff vorgenommen wurde. Nach etwa einer Stunde war das Feuer gelöscht. Bei sommerlichen Temperaturen eine kräftezehrende Aufgabe für die rund 45 Frauen und Männer. Weitere Kräfte der Nordhorner hatten daher zwischenzeitlich mit zwei Mannschaftstransportfahrzeugen (MTF) “frisches” Personal und viele Getränke herangebracht. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis etwa 16 Uhr hin.

Kaum zu Hause folgt der nächste Alarm

Erschöpft kehrten die Kräfte von dem Einsatz nach Hause oder an ihren Arbeitsplatz zurück. Doch die Erholung währte nur kurz. Um 17 Uhr ertönten erneut die Meldeempfänger. Wieder wurde eine starke Rauchentwicklung am Poolweg gemeldet und wieder war der Rauch weithin sichtbar. Die Einsatzstelle lag diesmal direkt am Grenspad etwa 750 Meter vom Poolweg entfernt in Richtung Nordhorn. Doch es kam noch schlimmer: Kaum am Feuer angekommen, wurde bereits das nächste Feuer am Grenspad in Richtung Grasdorf/Lage gemeldet. Umgehend wurde die Alarmstufe erneut erhöht. Die Ereignisse überschlugen sich, zahlreiche Anrufer meldeten mehre weitere Brände. Zwischenzeitlich ging man von mindestens sechs Feuern aus. Auf deutschem Gebiet wurden Feuerwehren aus Brandlecht, der Gemeinde Neuenhaus und auf die niederländischer Seite die Brandweeren aus Denekamp und Tubbergen zur Hilfe gerufen. Auf der Anfahrt entdeckten sowohl die Denekamper als auch die Tubbergener jeweils ein noch nicht gemeldetes Feuer und löschten es ab.

Private Luftunterstützung hilft den Einsatzkräften

Weitere Denekamper Kräfte fuhren zu dem eigentlichen Feuer weiter. Wie schon der erste Brand, war auch dieses Feuer direkt am Grenspad ausgebrochen. Die Besatzung des TAS 4×4 konnte den Brand schnell löschen. Die Feuerwehr Nordhorn hatte zur Entlastung der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle eine Einsatzleitung mit einem Einsatzleitwagen (ELW) 2 eingerichtet. Eine große Hilfe bei der Lokalisierung der Brände war ein niederländisches Kleinflugzeug, welches das Gebiet im Tiefflug erkundete und die Brandstellen an die niederländische Leitstelle (Meldkamer) durchgab. Nach und nach stellte sich heraus, dass es sich um vier Brände handelte. Dank der Luftunterstützung konnte man um kurz nach 18 Uhr sicher sein, dass alle Feuer gelöscht waren und es keine neuen Brände gab.

Brandursache gilt offiziell als ungeklärt

Zur Brandursache konnten Feuerwehr und Polizei keine konkreten Angaben machen. Ob ein oder mehrere Brandstifter mutwillig alle Brände gelegt haben oder zufällig nahezu gleichzeitig Zigarettenkippen achtlos weggeworfen wurden, bleibt im Bereich der Spekulation. Seit Sonntag gilt, wie in vielen anderen Landstrichen in Deutschland und Holland auch, im betroffenen Grenzgebiet die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Wiesen, Felder und Wälder sind überall trocken, schon die geringste Glut reicht aus, ein Großbrand zu entfachen. Trotz des Betretungsverbotes von Wäldern gemäß der höchsten Warnstufe waren und sind auf dem Grenzpad zahlreiche Radfahrer und Jogger unterwegs. Am Gesamteinsatz waren über 15 Feuerwehrfahrzeuge aus Deutschland und den Niederlanden mit insgesamt gut 100 Einsatzkräften beteiligt. (Text: Stephan Konjer)

Waldbrand im deutsch-niederländischen Grenzgebiet: Rund 100 Einsatzkräfte waren bei mehreren Feuern im Einsatz. Foto: Stephan Konjer
Waldbrand im deutsch-niederländischen Grenzgebiet: Rund 100 Einsatzkräfte waren bei mehreren Feuern im Einsatz. Foto: Stephan Konjer
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