Bilanz: Jahreswechsel verlief unterschiedlich

Berlin – Der Übergang ins Jahr 2013 verlief in diesem Jahr recht unterschiedlich. Einige Feuerwehren vermelden eine äußerst ruhige Silvesternacht, andere dagegen beklagen eine deutliche Zunahme von Einsätzen, besonders bei den Kleinbränden. Das Wetter begünstige vielerorts die Brandausbrüche.

Die Hamburger Feuerwehr fuhr beispielsweise 1.076 Einsätze und spricht von einem ereignisreichen und überdurchschnittlichen Jahreswechsel mit vielen Bränden. Die Einsatzstichworte deckten ein breites Spektrum ab. Diverse Balkon-, sowie Baum- und Buschwerkbrände waren auch darunter. Die Feuerwehr Bremen (68 Brände) macht starke Windböen dafür mitverantwortlich, dass sich so mancher Feuerwerkskörper verirrte. Starker Alkoholgenuss trieb vielerorts auch die Anzahl der Rettungsdiensteinsätze in die Höhe.

Großbrand in Nienburg-Erichshagen: Zwei Pkw, ein Carport sowie die Fassade einer Doppelhaushälfte stehen in Flammen. Foto: Hegemann
Großbrand in Nienburg-Erichshagen: Zwei Pkw, ein Carport sowie die Fassade einer Doppelhaushälfte stehen in Flammen. Foto: Hegemann

Auch in der Bundeshauptstadt Berlin verzeichnet eine enorme Zunahme der Silvestereinsätze im Vergleich zum Vorjahr. Über 50 Prozent häufiger mussten die Berliner diesmal ausrücken, insgesamt 607 Mal. In Berlin gibt es für Silvester sogar  ein eigenes Einsatzstichwort für den Jahreswechsel: “Ausnahmezustand Silvester”. Das Stichwort gilt von 19 Uhr bis 6 Uhr und versetzt rund 1.500 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, freiwilliger Feuerwehr, Hilfsorganisationen und vom Technischen Hilfswerk mit über 500 Fahrzeugen planmäßig  in Bereitschaft. Auch die Leitstelle war in der Silvesternacht mit dem dreifachen Personal besetzt und bearbeitete insgesamt fast 4.900 Anrufe.

Hier noch ein paar weitere Zahlen und Einsätze aus der Silvesternacht:

  • In Dortmund (NW) brannten im Laufe der Nacht insgesamt 40 Müllcontainer.
  • Die Feuerwehr Nürnberg (BY) zählte geringfügig weniger Brandeinsätze als im Vorjahr: 38 statt 41.
  • 19 Brände, neun Hilfeleistungen und 73 Rettungsdiensteinsätze meldete die Feuerwehr Braunschweig (NI).
  • In Oberhausen (NW) geriet eine reetgedeckte Gaststätte am Einkaufszentrum Centro in Brand. Zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen, das Irish Pub brannte aus.
  • Die Münchner Feuerwehr zählte 128 Einsätze, fast gleich viele, wie im Vorjahr. Ein Mann erlitt beim Nachfüllen von Spiritus in einen Tischkocher schwere Brandverletzungen.
  • In Rostock (MV) griffen Betrunkene mehrere Feuerwehrleute an, die brennenden Mülltonnen löschen wollten, verletzt wurde niemand.
  • Ähnliche Szenen auch in Essen (NW) – auch hier wurden Einsatzfahrzeuge mit Raketen und Böllern beschossen, teilweise mussten Einsätze unterbrochen werden.
  • In Aalen (BW) erlitt ein Feuerwehrmann Verletzungen, als er bei einer Brandbekämpfung an einem Gebäude in einer Drehleiter eingeklemmt wurde.
  • Ein weiterer, leicht verletzter Feuerwehrmann war in Gersthofen (BY) zu beklagen, hier stürzte ein Kamerad während eines Containerbrandes vom Dach eines Löschfahrzeuges.
  • In Nienburg-Erichshagen (NI) standen zwei Pkw, ein Carport sowie die Fassade einer Doppelhaushälfte in Vollbrand (Foto). Bei den Löscharbeiten traf eine abstürzende Dachpfanne einen Feuerwehrmann am Hals, er kam vorsorglich ins Krankenhaus.
  • Ein Reetdachhaus brannte in Rellingen-Egenbüttel (SH) – der Schaden wird auf rund eine halbe Million Euro geschätzt.
  • Die Feuerwehr Münster (NW) zählte 20 Brand- und 137 Rettungsdiensteinsätze, mehr als im Vorjahr.
  • In Karstädt (BB) geriet während des Silvesterfeuerwerks ein Partyraum in Brand – zwei Personen erlitten leichte Rauchvergiftungen.
  • Bei einer Massenkarambolage bei Ulm (BW) wurden am Neujahrsmorgen drei Menschen getötet, 16 verletzt.
  • In Stuttgart brannten in einer Tiefgarage sechs Pkw aus, weitere wurden beschädigt. Schaden rund 300.000 Euro, eine Frau erlitt leichte Verletzungen.
  • In Dachau (BY) brannte während einer Feier der Dachstuhl eines Restaurants ab. Feuerwerk soll nach der ersten Einschätzung die Ursache sein.
  • In Heist (SH) standen am Neujahrsmorgen zunächst zwei Pkw in Flammen, das Feuer griff auf ein Carport und den Dachstuhl eines Einfamilienhauses über. Die Löscharbeiten dauerten Stunden.
  • Zu einem vermeintlichem Heckenbrand rückte die Feuerwehr Überlingen (BW) gegen 0.28 Uhr aus – vor Ort entdeckte die Feuerwehr drei in Vollbrand stehende Pkw, das Feuer drohte auf ein Wohnhaus überzugreifen.
  • In Cuxhaven (NI) geriet im Keller eines Mehrfamilienhauses nicht vollständig gelöschter Feuerwerk-Abfall in Brand. Zehn Personen kamen in ein Krankenhaus.
  • In Frankreich brannten in der Silvesternacht fast 1.200 Autos. Sie wurden in den meisten Fällen mutwillig in Brand gesteckt.
Ein Kommentar zu “Bilanz: Jahreswechsel verlief unterschiedlich”
  1. Die Retter hatten einen recht entspannten Jahreswechsel in Schleswig-Holstein…..

    Feuerwehren verzeichnen landesweit weniger Einsätze
    Insgesamt kann in Schleswig-Holstein von einer eher ruhigen Silvesternacht mit rund 200 Feuerwehreinsätzen gesprochen werden. Davon überwiegend Kleinbrände. Das Einsatzgeschehen war sogar etwas geringer als in den Vorjahren stellte der Pressesprecher des Landesfeuerwehrverbandes, Peter Schütt, fest. Dieses war unter anderem auch witterungsbedingt gegeben.

    Bemerkenswert ist, dass der zunehmende Einsatz von “Feuerwerksbatterien” gegenüber den Vorjahren dazu geführt hat, dass es deutlich weniger schwere Verletzungen gegeben hat. Üblicherweise kam es zu einer vermehrten Anzahl von Containerbränden und Hecken, die durch Feuerwerkskörper entzündet wurden.

    Im Bereich der Leistelle West wurden insgesamt drei Großbrände gemeldet. Davon zwei Dachstuhlbrände (Uetersen, Kreis Pinneberg und Helse, Kreis Dithmarschen) sowie der Brand eines Anbaus in Tornesch, Kreis Pinneberg. In Neustadt (Holstein) mussten die Einsatzkräfte in der dortigen Fachklinik ein größeres Feuer löschen. Im Bereich der Leistelle Süd (Stormarn / Hzgt. Lauenburg) waren ebenfalls drei Dachstuhlbrände durch die Feuerwehren zu bekämpfen. In Flensburg stürzte eine Person ins Hafenbecken und wurde durch die Berufsfeuerwehr in kürzester Zeit gerettet. In Lübeck kam es zu zahlreichen Bränden von Abfallcontainern und einer Hecke in der Geniner Dorfstraße.

    Im Bereich der Rettungsdienste hielt sich das Einsatzgeschehen mit insgesamt ca. 800 Einsätzen in Schleswig-Holstein im Rahmen einer “eher normalen” Sivesternacht.

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: