Ausverkaufter Kongress “Live 2011”

Bruchsal (BW) – Die Mehrzweckhalle im Bruchsaler Stadtteil Untergrombach (Kreis Karlsruhe) war am Samstag ausverkauft, als das Fach-Internetportal “atemschutzunfaelle.eu” in Zusammenarbeit mit der Abteilung Untergrombach der Freiwilligen Feuerwehr Bruchsal  dort seinen dritten Live-Kongress abhielt. Mehr als 300 Interessierte lauschten den Worten zahlreicher Referenten und informierten sich ausführlich bei einer Fachausstellung. Die abwechslungsreichen Vorträge rund um das Thema Atemschutz gaben den Besuchern viele Denkanstöße und Ansätze, für die Arbeit in ihren Feuerwehren.

Baden-Württembergs Landesbranddirektor Hermann Schröder eröffnete die Veranstaltung und richtete seine Grußworte an die angereisten Teilnehmer, Aussteller und Referenten aus Deutschland, Schweiz, Österreich, Belgien und Luxemburg. Schröder hatte die Schirmherrschaft für diesen Kongress übernommen und machte deutlich, dass die Sicherheit der Einsatzkräfte von besonderer Bedeutung und ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit sei. Er bedankte sich ausdrücklich bei Björn Lüssenheide sowie seinem Team und zollte deren geleisteter  Arbeit, hohe Anerkennung. Die private Unfalldatenbank ist bei staatlichen Stellen als „seriös anerkannt“, so der Landesbranddirektor.

Es folgte eine Vielzahl informativer Fachvorträge. Als Jürgen Riehl und Thomas Zöller ihren Beitrag vortrugen, kam bei vielen der Teilnehmern Gänsehaut auf. Riehl und Zöller waren als Führungskräfte bei einem Wohnungsbrand im Dezember 2002 in Untergrombach eingesetzt, bei dem es zu einer Rauchgasexplosion kam und zwei Atemschutzgeräteträger schwere Verbrennungen davon trugen. Eindrucksvoll  schilderten sie den Einsatzablauf und zeigten anhand von Bildern, mit welcher Gewalt die Explosion den Einsatz beeinflusste und welche Folgen sie für die Einsatzkräfte hatten. Die Lehren aus diesem Unglück nahmen erheblichen Einfluss auf die zukünftige Aus- und Fortbildung der Wehr.

Die Besucher des Kongresses Live 2011 von atemschutzunfaelle.eu erwartete viele interessante Fachvorträge. Fotos: Thomas Weege

Zuvor hatte Adrian Ridder vom Team atemschutzunfaelle.eu (ASU.eu) die  Bandbreite der Verantwortlichkeiten eines Leiters einer Feuerwehr aufgezählt. Er verdeutlichte, dass auch für Feuerwehren die gleichen Regeln gelten, wie auch für andere Betriebe und ging dabei auf diverse Verordnungen und Richtlinien nach europäischem Recht ein.

Aus- und Fortbildung standen auch im Fokus von Lars Lorenzen von der Hamburger Feuerwehrakademie sowie Lars Seeger von der Berufsfeuerwehr Hamburg. Sie präsentierten das Konzept zum Atemschutznotfalltraining und die dazugehörige Schulung der Einsatzkräfte und die verwendete Ausrüstung in der Hansestadt. Mit Filmsequenzen verdeutlichten sie Probleme und wie man in Hamburg zukünftig Herr dieser Probleme werden will.

“Wie eine gute Idee zum Formalismus verkommt” lautete der Titel von Ingo Horn. Das ASU.eu-Team-Mitglied ging hierbei auf die Verantwortlichkeit und Ausführung der Atemschutzüberwachung ein. Dies sei “keine Reduktion auf den Mann mit dem Zettel” und vermittelte, dass hierzu vielmehr die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Überwachung der Atemschutzgeräteträger zähle.

Die “Regionale Atemschutzgeräte-Ausbildungsanlage Luxemburg” (REGTAL) wurde durch ihren Mitarbeiter Dietmar Kuhn präsentiert. Besonderes Augenmerk legte er bei seinen Ausführungen zur Realbrandausbildung an dieser Einrichtung.

Die anwesenden Gäste erkannten sich und ihre Probleme, mit denen sie in der Praxis selber zu kämpfen haben, in den Vorträgen und nahmen die Anregungen dankend entgegen. Björn Lüssenheide sagte als Gesamtverantwortlicher von ASU.eu  gegenüber feuerwehrmagazin.de: “Dieser ausgeprägte Bezug zur Praxis macht diese Kongresse so beliebt bei den Feuerwehrleuten.”

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