Zum dritten Mal Gifhorner Rettungstage

Gifhorn (NI) – Das Gelände rund um die Feuerwehrtechnische Zentrale des Kreises Gifhorn sah am vergangenen Wochenende mehr aus wie ein Schrottplatz. Zum dritten Mal fanden die Gifhorner Rettungstage statt, eine von Kreisfeuerwehrarzt Tim Heyne ins Leben gerufene Fortbildungsveranstaltung ursprünglich für Feuerwehren und Rettungsdienste aus dem Kreisgebiet. Mittlerweile jedoch kommen immer mehr Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet, um sich theoretisch, aber vor allem praktisch schulen zu lassen. 146 waren es dieses Mal.

Eines der Hauptthemen der 3. Gifhorner Rettungstage waren alternative Antriebstechniken. Hier eine F-Zelle von Mercedes. Foto: Olaf PreuschoffIm Theorieteil ging es um Unfallmechanismen und Verletzungsmuster, moderne Fahrzeugtechnologien, den zeitlichen und organisatorischen Ablauf einer Rettung, Rettungstechniken und medizinische Versorgung sowie um neue Technologien im Fahrzeugbau. Sonderthema in diesem Jahr waren alternative Antriebstechniken wie Erd- und Autogas oder Elektroantriebe. Entsprechend ausgerüstete moderne Fahrzeuge waren im Anschluss auf einer Station zu sehen. Die Teilnehmer lernten die Unterscheidungsmerkmale kennen und erfuhren, wie sie sich einem solchen Fahrzeug im Falle eines Unfalls nähern können.

Im nachfolgenden praktischen Teil konnten 76 Teilnehmer ihr erworbenes neues Wissen erproben oder vorhandenes Wissen vertiefen. Zahlreiche Unfallfahrzeuge waren zuvor auf einer modernen Crashanlage realitätsnah deformiert worden und mit Dummys bestückt, die es zu befreien galt. Aus dabei gedrehten Videos hatten die Seminarteilnehmer die Möglichkeit, den Unfallverlauf zu reflektieren, um diese Erkenntnisse in ihr Vorgehen mit einfließen zu lassen. Frontalaufprall, Seitenaufprall an Baum oder Pfahl, Fahrzeug unter Anhänger oder Dachlage auf einem Hindernis waren hier die Übungsaufgaben.

Volkswagen hatte zahlreiche neuwertige Transporter zur Verfügung gestellt, die zerschnitten werden durften. Foto: Olaf PreuschoffEine Besonderheit war die Station „Transporter“, wo VW Crafter und T5 der neuesten Generation als Übungsobjekte zur Verfügung standen. An den aktuellen Versuchsfahrzeugen ließen sich Grundlagen sowie die einsatztaktischen Besonderheiten trainieren, wie zum Beispiel das Entfernen von Schiebetüren, Schaffen von Dachöffnungen oder die Stabilisierung von auf dem Dach liegenden Fahrzeugen. Alle Fahrzeuge hatte Volkswagen kostenlos für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt.

An der Station „Aktuelle Fahrzeugtechnologien“ konnten die Teilnehmer an ehemaligen VW-Versuchsfahrzeugen wie Phaeton, Touran, Touareg oder Scirocco die Leistungsfähigkeit moderner Rettungsgeräte austesten. Auch galt es hier, alternative Rettungstechniken zu entwickeln. Angeleitet wurden die Feuerwehrleute und Rettungsassistenten vom Ausbilderteam der Firma Weber Hydraulik, die zusammen mit der Firma Domeyer aus Bremen auch die Rettungsgeräte zur Verfügung gestellt hatte.

Die auf sehr hohem Niveau durchgeführte Veranstaltung kam bei allen Teilnehmern sehr gut an, sodass nach Aussage der Veranstalter mit einer Fortführung im Jahr 2011 zu rechnen ist.

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