Alarmfahrt-Unfall wäre vermeidbar gewesen

Hamburg – Der tödliche Alarmfahrtunfall mit einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) der Feuerwehr Hamburg wäre vermeidbar gewesen. Zu diesem Schluss kommt jetzt ein Gutachten, das durch die Polizei in Auftrag gebeben worden war. Bei dem Unfall waren zwei Menschen ums Leben gekommen, 18 weitere erlitten teils schwere Verletzungen.

Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Unfall jetzt abgeschlossen. Die Ermittlungen des Verkehrsunfalldienstes ergaben, dass am Feuerwehrfahrzeug das Martinhorn eingeschaltet war und es unmittelbar danach zur Kollision mit dem Linienbus kam. Der Busfahrer war bei Grünlicht in die Stein-Hardenberg-Straße eingefahren. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Unfallsituation für beide Fahrzeugführer vermeidbar gewesen wäre. Sowohl der Fahrer des Feuerwehrwagens als auch der Busfahrer hätten den jeweils Anderen als Gefahr erkennen können. Die Polizei hat das Ermittlungsverfahren nun an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Das HLF war am 6. Juli 2011 auf dem Weg zu einem Brandeinsatz mit einem Linienbus kollidiert. Der Bus schleuderte in den Garten eines Wohnhauses, zwei Passagiere kamen ums Leben. Auch die Besatzung des HLF erlitt teilweise schwere Verletzungen.

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Das schwer beschädigte HLF der Feuerwehr Hamburg. Foto: Presse-Nord/Langer
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Das schwer beschädigte HLF der Feuerwehr Hamburg. Foto: Presse-Nord/Langer
7 Kommentare zu “Alarmfahrt-Unfall wäre vermeidbar gewesen”
  1. Kleiner Hinweis: Solche Gutachten wredn von der Staatsanwaltschaft, nicht von der Polizei in Auftrag gegeben.

  2. im Prinzip ist jeder Unfall irgendwie vermeidbar, und manchmal einfach eine unglückliche Verkettung oder einfach Pech.

    finde ich immer schön wenn Gutachter Sekundenbruchteile in wochenlanger Arbeit bewerten.

  3. Notrufprotokoll

    negativ, der Gutachter der DEKRA wird noch am Unfallort vom Unfalldienst der Polizei informiert, erst anschließend geht der Ermittlungsbericht inklusive Gutachten an die STA.

    Eventuell kann es aber im Laufe des Verfahrens zu einem 2. Gutachten kommen.

  4. Jeder Unfall ist vermeidbar- wenn alle beteiligten OPTIMAL handeln bzw. reagieren. Alle Beteiligten sind aber nur Menschen und funktionieren eben nicht immer optimal. Und dann kommt es im schlimmsten Fall zum Unfall.

    Garantiert wäre es zu keinem Unfall gekommen wenn die beiden Fahrer die Möglichkeit gehabt hätten vor dem Crash die Gutachter zurate zu ziehen. Und sicher ist keiner mit dem Ziel losgefahren ich baue jetzt einen VU.

    Nein der Busfahrer wollte seine Fahrgäste gesund und lebendig zu ihrem Ziel bringen.

    Der Fahrer des HLF wollte mit seiner Fahrzeugbesatzung zu einer Notlage fahren und helfen. Auch er wollte sicher keine Verkehrsteilnehmer verletzen oder töten.

    Beide Fahrer würden sicher gern die Zeit zurückdrehen- und optimal handeln.

    Und jetzt toben sich wieder Juristen und Gutachter aus.
    Ziel: jemand “an die Wand nageln”

    Mir wird wie sooft in solchen Fällen übel.

  5. Steht HLF nicht in diesem Fall immer noch für “Hamburger Löschfahrzeug”

  6. wieso hätten beide Fahrer die gefahr erkennen müssen?
    Wenn das Einsatzfahrzeug mit Baulicht und Martinshorn gefahren ist hätte der Bus nicht fahren dürfen.

  7. @Sven:
    Man ist nicht von seiner Sorgfaltspflicht entbunden, nur weil man mit Sonderrechten unterwegs ist. Gerade hier ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Bestes Beispiel ist immer die Einfahrt in eine ampelgesicherte Kreuzung, die für das Einsatzfahrzeug “rot” zeigt. Ich fahre dann trotz SoSi mit Schrittgeschwindigkeit in die Kreuzung ein, da ich annehmen muss, daß nicht jeder Verkehrsteilnehmer auch entsprechend reagiert.

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