5.000 Kubikmeter Plastikmüll in Flammen

Melbeck (NI) – Ungewöhnliche Aufnahmen benötigen ungewöhnliche Hilfsmittel: Um die Ausmaße eines Großbrands in Melbeck (Kreis Lüneburg) am frühen Donnerstagmorgen im Bild festhalten zu können, ging Feuerwehr-Magazin-Mitarbeiter Timo Jann kurzerhand in die Luft. Aus einem Kleinflugzeug fotografierte er die Einsatzkräfe von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst und Polizei, die seit  7.45 Uhr ein Feuer in einer Recyclingfirma unweit der Bundesstraße 209 vor den Toren der Hansestadt Lüneburg bekämpften.

Aus der Luft wird das Ausmaß des Großfeuers im Landkreis Lüneburg deutlich: Eine 5.000 Quadratmeter große Halle brennt auf einem Recyclinghof lichterloh. Foto: Timo Jann

Bereits als die ersten Kräfte vor Ort waren, brannten weite Teile einer rund 5.000 Quadratmeter großen Lageralle licherloh. In dem Gebäude waren etwa 5.000 Kubikmeter Rest- und Plastikmüll gelagert. Über den ganzen Donnerstag verteilt und auch die Nacht zum Freitag hindurch mussten immer wieder neue Unterstützungs- und Ablösekräfte aus dem Landkreis alarmiert werden. Unter anderem bekämpfte die Feuerwehr den Großbrand über zwei Drehleitern und ein Teleskopmasfahrzeug. Zahlreiche fahr- und tragbare Wasserwerfer sowie unzählige B- und C-Rohre wurden vom Boden aus eingesetzt. Aufgrund der enormen Rauchentwicklung mussten aus einem nahe gelegnen Schulentrum mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche vorsorglich evakuiert werden.

Das THW erhielt den Auftrag, für die Feuerwehr weitere Zugänge ins Gebäude zu schaffen. Stahlbeton-Fassadenteile wurden dazu angebohrt, aufgeschnitten und mit Hilfe eines Radladers eingerissen. So konnten zusätzliche Angriffswege ins Innere geschaffen werden. Noch am Donnerstagabend loderten in der Halle meterhohe Flammen aus dem gepressten Müll auf. Auch am Freitag mussten die Löscharbeiten daher fortgesetzt werden. Dazu holten Radlader das Brandgut aus der Halle, damit die Feuerwehr es im Freien ablöschen konnte. (Text und Fotos: Timo Jann)

12 Kommentare zu “5.000 Kubikmeter Plastikmüll in Flammen”
  1. @ Bernhard: Handelt es sich bei dem Abfall um Polyethylen, gibt es ähnliche Verbrennungsgase wie bei der Verbrennung von Kohle: Kohlendioxid , Kohlenmonoxid , Wasser und Stickoxide! Viel gefährlicher dagegn ist die Verbrennung von PVC! Hier entsteht ätzender, gasförmiger Chlorwasserstoff, der mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit Salzsäure bildet.Der entstehende Rauch und Ruß enthält polykondensierte Aromaten, wie Benz(a)-Pyren, Pyren und Chrysen, die hochgiftig und karzinogen wirken.

  2. “Keine gefährlichen Werte”, das ist relativ, denn wenn es so ungefährlich war, dann bräuchten wir keine Atemschutzgeräte, der dort gelagerte und kleingeschredderte Müll wird zu “Ersatzbrennstoff” für die Befeuerung von Öfen in der Zementindustrie u-ä. verarbeitet.
    Das Material stammt aus den “Gelben Säcken” und anderen Quellen,(Sperrmüll, teilweise auch “Problemabfall”), es wird maschinell vorsortiert und geschreddert, es sind sämtliche Kunststoff-Arten darunter.
    Auf dem Betriebsgelände herrscht ein fürchterlicher Gestank und die Luft ist voller kleinster Schwebstoffe.
    Die unverpackten, offen liegenden “Rohstoffe” sind zum Teil noch mit organischem Material behaftet, (Lebensmittel), die dort gesehenen Ratten sind RIESIG und stehen gut im Futter.
    Dies war der unser siebter Einsatz innerhalb weniger Jahre und jedesmal war es brisanter, diesmal ist es angesichts der kritischen Geschäftslage und dem zunehmenden Protest der Anwohner hoffentlich unser letzte Einsatz dort.

  3. Phillip

    Es war auf jeden Fall sehr viel Arbeit für jeden von uns. Es wurden Schichten von bis zu 11 Stunden geschoben. Deprimierenderweise kam dann noch die stockende Wasserversorgung der Sprenkleranlage hinzu, welche es uns manchmal in Zeiträumen von bis zu 20 Minuten nicht mehr ermöglichte weiter zu löschen.
    Aber: Feuerwehr- wir machen das!

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